Weiberfastnacht 2018: Stadt Köln und Rettungsdienst ziehen Bilanz

Weiberfastnacht 2018: Stadt Köln und Rettungsdienst ziehen Bilanz copyright: pixabay.com
Weiberfastnacht 2018: Stadt Köln und Rettungsdienst ziehen Bilanz
copyright: pixabay.com

Aktualisiert am 08.02.2018 um 18:55 Uhr: Bei eisigen Temperaturen, aber mit viel Sonnenschein wurde in Köln der Straßenkarneval eröffnet. Im Großen und Ganzen sprechen die zuständigen Behörden von einem bisher ruhigen und friedlichen Verlauf. Hier die Zwischenbilanzen der Stadt Köln und der Rettungsdienste zu Weiberfastnacht 2018 in Köln.

Zum Auftakt des Straßenkarnevals am Donnerstag, 8. Februar 2018, ist der Ordnungs- und Verkehrsdienst der Stadt Köln seit 5:45 Uhr mit allen zur Verfügung stehenden Kräften im Dienst. Über den Tag und die Nacht verteilt sind bis zu 190 Mitarbeiter des Ordnungsamtes auf Kölner Straßen und Plätzen und im Koordinierungsstab im Einsatz. Über 450 externe Sicherheitskräfte (im Vorjahr: 250) überwachen die Einhaltung der Glasverbots-Regelungen an den Kontrollstellen der Verbotszonen in der Altstadt, im Zülpicher Viertel und in der Südstadt. Zusätzlich sind 20 Streetworker des Amtes für Kinder, Jugend und Familie auf der Straße im Einsatz.

Im Koordinierungsstab arbeiten an Weiberfestnacht seit 8 Uhr und ebenfalls bis in die Nacht unter der Leitung des Amtes für öffentliche Ordnung Vertreter aller beteiligten städtischen Dienststellen, der Feuerwehr, der Landes- und der Bundespolizei, der Hilfsorganisationen, der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), der Abfallwirtschaftsbetriebe, des Veranstalters und des beauftragten Sicherheitsunternehmens. Dieses Gremium bewertet die aktuelle Lage ständig neu, trifft erforderliche Entscheidungen und sorgt für eine rasche Umsetzung.

Gegen Wildpinkler und Glasflaschen im Einsatz

Gegen Wildpinkler und Glasflaschen im Einsatz copyright: CityNEWS / Thomas Pera
Gegen Wildpinkler und Glasflaschen im Einsatz
copyright: CityNEWS / Thomas Pera
  • Bisher ein problemlose Tag für die Einsatzkräfte sowohl in der Kölner Altstadt als auch im Gebiet Zülpicher Viertel und Südstadt.
  • Deutlich weniger Wildpinkler in der Innenstadt. Das Konzept mit einer fast Verzehnfachung der Toilettenmöglichkeiten durch die Stadt Köln, plus zusätzliche Toiletten der Wirte in der Altstadt und die zusätzlichen Bierstände auf den Plätzen hat gegriffen. Dazu mag auch beigetragen haben, dass die gesellschaftliche Toleranz demgegenüber erkennbar in den letzten Wochen gesunken ist. Aktuelle „Wildpinkler“-Zahl um 18 Uhr: 81 Fälle (Polizei und Ordnungsamt)
  • Die Stimmung auf den Straßen und Plätzen in der Altstadt, im Zülpicher Viertel, der Südstadt und vor der Bühne an der Uni-Mensa war den ganzen Tag über fröhlich und friedlich.
  • Die Straßen und Plätze in der Innenstadt waren inkl. der Fläche vor der neuen Bühne an der Uni-Mensa gut gefüllt – aber nicht überfüllt. Der Publikums-Zulauf begann in den Morgenstunden, die noch von deutlicher Kälte und dem Bahnausfall auf der stark frequentierten Nord-Süd-Strecke über Düsseldorf gekennzeichnet war, eher verhalten.
  • Die Hilfskräfte registrierten bis 16 Uhr „normales“ Einsatzgeschehen, ohne besonders schwerwiegende Fälle.
  • Stadt Köln und DEHOGA sind übereinstimmend zufrieden mit der Aktion „Pfandplastikbecher statt Glas“ in der Altstadt. Das neue und freiwillige Plastikbecher-Programm am Chlodwigplatz ist zufriedenstellend angelaufen.

Stadt Köln an Weiberfastnacht in allen „Feier“-Vierteln unterwegs

Die Einsatzteams des Ordnungsdienstes sind in Vierer- und/oder Sechser-Gruppen in der Altstadt und Südstadt, dem Zülpicher Viertel, rund um den Kölner Dom und im Rheingarten eingesetzt. Aufgrund der negativen Erfahrungen zum Sessionsbeginn 2017 steht dieses Jahr die Ahndung von Wildpinklern besonders im Fokus. Im Vorfeld wurden durch die Stadt Köln und den Veranstalter über 700 verschiedene Toilettenanlagen in der Innenstadt aufgestellt. Wildpinkeln ist kein Kavaliersdelikt und wird in allen Fällen mit einem Bußgeld von mindestens 60 Euro belegt. Der Betrag wird in einem schriftlichen Verfahren nach dem Straßenkarneval festgelegt. Die mit über 700 erheblich erhöhte Anzahl an Toiletten scheint ihre Wirkung zu zeigen. So wurden an Weiberfastnacht bis 15 Uhr wesentlich weniger Personen angetroffen, die ihre Notdurft in der Öffentlichkeit verrichtet hatten.

Die Aktion „Mehr Spaß ohne Glas“ konnte erneut erfolgreich umgesetzt werden. Auf bewährte Art und Weise wurde an 24 Kontrollstellen in der Altstadt und 14 im Zülpicher Viertel dafür gesorgt, dass von den Jecken mitgebrachtes Glas in die bereitgestellten Container entsorgt wurde und gar nicht erst in die Feierbereiche gelangte. In der Altstadt wurde in Zusammenarbeit mit den örtlichen Gastwirten und der DEHOGA erstmalig ein Pfandsystem für Mehrwegbecher anstatt der bisherigen Einweg-Plastikbecher getestet.

Jecken halten sich größtenteils an die Verbote

Mit Glasverbot und Pfandsysrem gegen Scherben und Müll copyright: pixabay.com
Mit Glasverbot und Pfandsysrem gegen Scherben und Müll
copyright: pixabay.com

Für die Kölner Südstadt wurde um den Severinskirchplatz und Chlodwigplatz eine freiwillige Glasabgabezone eingerichtet. Hier wurden die Feierenden durch Sicherheits- und Ordnungskräfte gebeten, auf Glasbehältnisse zu verzichten. Im Vorfeld der jecken Tage wurden unter den Gastronomen im Umfeld der freiwilligen Glasabgabezone für Unterstützung der Aktion geworben. Wie schon in den Vorjahren war ein deutlicher Trend erkennbar, dass sich immer mehr Jecke gut informiert auf den Weg nach Köln machten und gar kein Glas mehr dabei hatten.

Innerhalb der Glasverbotszonen wurden 104 Personen angesprochen. Diese haben anschließend das Glasbehältnis entleert und entsorgt. In diesem Jahr haben sich bisher erfreulicherweise auch Kiosk-, Imbiss- und Einzelhandelsbetriebe strikt an die Spielregeln von „Mehr Spaß ohne Glas“ gehalten. Bei 15 Kontrollen in Gewerbebetrieben gab es nur einen Verstoß gegen die Gewerbeordnung sowie vier nicht genehmigte Sondernutzungen. In 49 Fällen wurde ein „Präventivgespräch“ mit denjenigen geführt, die heute durchaus schon Kontakt zum Alkohol hatten.

Bis 15 Uhr wurden außerdem insgesamt 118 Jugendschutzkontrollen durchgeführt. In 43 Fällen wurden alkoholische Getränke sichergestellt. Zwölf Personen wurden beim verbotenen Rauchen erwischt und mussten ihren Zigarettenvorrat vernichten. Unterstützung durch die Kölner Polizei wurde nicht benötigt. Fünf hilflose Personen wurden den Sanitätsdiensten übergeben.

Auch der Verkehrsdienst konnte wie in den Vorjahren erheblich zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung beitragen. So stellten die Einsatzkräfte sicher, dass Fahrzeuge keine Veranstaltungsflächen, Flucht- und Rettungswege oder den Weg des Umzugs des Reitercorps „Jan von Werth“ blockierten oder behinderten. Dabei mussten 19 Fahrzeuge (Vorjahr: 24) abgeschleppt werden. Es wurden insgesamt 58 (im Vorjahr: 93) Verwarnungen für Parkvergehen ausgestellt. 40 Halter konnten ermittelt werden und haben ihr Fahrzeug daraufhin weggesetzt.

Zwischenbilanz der Feuerwehr und Rettungsdienste zu Weiberfastnacht

Zwischenbilanz der Feuerwehr und Rettungsdienste zu Weiberfastnacht copyright: pixabay.com
Zwischenbilanz der Feuerwehr und Rettungsdienste zu Weiberfastnacht
copyright: pixabay.com

Bereits seit den frühen Morgenstunden ist insbesondere der Rettungsdienst an Weiberfastnacht im Dauereinsatz – aber nicht nur karnevalsbedingt. Auch die Einsätze der Feuerwehr, mit insgesamt 30 Einsätzen im Bereich des Brandschutzes und der Hilfeleistung, übersteigen deutlich den Durchschnitt eines vergleichbaren Donnerstages.

Der Rettungsdienst verzeichnet seit dem Morgen bis 16 Uhr bereits 275 Einsätze. Im Vorjahr wurden im gleichen Zeitraum rund 285 Einsätze abgearbeitet. Zum Vergleich: an einem normalen Donnerstag verzeichnet der Rettungsdienst knapp 200 Einsätze im vergleichbaren Zeitraum. Erstmals werden Krankentransportwagen (KTW) in den Unfallhilfsstellen eingesetzt, welche stabile und nicht kritische Patienten direkt in geeignete Krankenhäuser transportieren. Von diesen KTWs wurden bisher 19 Transporte durchgeführt. Diese Maßnahmen wurden vorgenommen, um die Rettungswagen ressourcenschonend einzusetzen.

Einsatzschwerpunkte liegen in der Altstadt, der Südstadt sowie im Kwartier Latäng an der Zülpicher Straße. In diesen Bereichen wurden vorplanerisch mobile Unfallhilfsstellen in Betrieb genommen. In den teils mit Ärzten besetzen Unfallhilfsstellen wurde seit dem Morgen 95 Menschen medizinische Hilfe geleistet. Teilweise wurden Transporte in geeignete Krankenhäuser notwendig. Auch im übrigen Stadtgebiet sind überdurchschnittlich hohe Einsatzahlen spürbar.

Von den vorgehaltenen Alarmbereitschaften des Sanitätsdienstes musste glücklicherweise zum jetzigen Zeitpunkt kein Gebrauch gemacht werden. Diese bleiben weiterhin in Alarmbereitschaft.

Ein „Bär“ im Rhein

Die Kölner Rettungsdienste sind im Dauereinsatz. copyright: CityNEWS / Thomas Pera
Die Kölner Rettungsdienste sind im Dauereinsatz.
copyright: CityNEWS / Thomas Pera

Um 15:24 Uhr erreichte die Leitstelle der Feuerwehr Köln ein Notruf über einen „Teddybär“ im Rhein auf Höhe des Tanzbrunnens in Deutz. Diese Person, ein 17-jähriger Junge, welcher beim Tanzen von der Mauer gefallen war, konnte von Einsatzkräften der Feuerwehr auf einem Rettungsboot der Feuerwehr in Sicherheit gebracht werden. Da der Jugendliche Symptome einer Unterkühlung zeigte, wurde er in ein Krankenhaus gebracht. Die Feuerwehr war wegen des übermütigen Bären mit 26 Einsatzkräften vor Ort.

Um das hohe Einsatzaufkommen zu koordinieren und die Einsatzmittel im Stadtgebiet zu führen, ist rückwärtig unter anderem die Leitstelle der Feuerwehr Köln personell verstärkt. Weiter sind zur Sicherstellung einer reibungslosen Kommunikation Einsatzbeamte der Feuerwehr im Koordinierungsstab der Stadt Köln tätig. Eine Fachaufsicht Rettungsdienst ist im Einsatz und überwacht die Lage aus rettungsdienstlicher Sicht. Feuerwehr und Rettungsdienst sind auf eine lange und harte Nacht vorbereitet.

Die Feuerwehr bittet die Menschen, die den Notruf wählen, den Einsatzort so genau wie möglich zu beschreiben und das Eintreffen der Rettungsmittel vor Ort abzuwarten. So trägt man seinen Teil dazu bei, dass notwendige Hilfe schnell dort ankommt wo sie benötigt wird.