
copyright: Festkomitee Kölner Karneval / Belibasakis
Der Kölner Karneval steht vor einem bedeutenden personellen Wandel: Nach mehr als zwei Jahrzehnten an der Spitze und im geschäftsführenden Vorstand des Festkomitees Kölner Karneval kündigt Präsident Christoph Kuckelkorn seinen Rücktritt an. Die Entscheidung fiel nicht überraschend, doch der Moment der Bekanntgabe sorgte beim vorweihnachtlichen Präsidentenabend im Gürzenich für spürbare Emotionen. Kuckelkorn, der den Fastelovend wie kaum ein anderer geprägt hat, wird sein Amt unmittelbar nach Aschermittwoch abgeben – ein Schritt, der eine Ära beendet und den Weg für eine neue Generation im Kölner Karneval öffnet.
Gründe für den Schritt
Kuckelkorn betonte, dass der Karneval sein Leben “von frühester Kindheit an” geprägt habe. Nach 21 Jahren im geschäftsführenden Vorstand sei nun der Moment gekommen, Verantwortung weiterzugeben. Ausschlaggebend seien auch berufliche Entwicklungen: Als Vorsitzender im Beirat eines bundesweiten Bestatternetzwerks müsse er zunehmend Aufgaben übernehmen – zusätzlich zum Tagesgeschäft seines eigenen Bestattungshauses. Die wachsende Verantwortung habe den bereits länger geplanten Übergang beschleunigt.
Vorbereitungen für die Neuwahl
Damit der neue Präsident genügend Zeit zur Vorbereitung der Session 2027 hat, soll die eigentlich für Oktober geplante Mitgliederversammlung vorgezogen werden.
Vizepräsident Lutz Schade kündigte an, Kuckelkorn eine besonders unbeschwerte Abschiedssession zu ermöglichen: Er solle Gelegenheit haben, sich stärker dem Feiern zu widmen, was in den vergangenen Jahren aufgrund vieler Verpflichtungen oft zu kurz gekommen sei. Schade, Vizepräsidentin Christine Flock und weitere Vorstandsmitglieder wollen dafür das Tagesgeschäft übernehmen, damit Kuckelkorn sich möglichst persönlich bei den rund 140 Mitgliedsgesellschaften verabschieden kann.
Organisation und Verantwortung im Festkomitee
Als Präsident führt Kuckelkorn nicht nur den Dachverband der Kölner Karnevalsgesellschaften, sondern zugleich eine gemeinnützige GmbH, die für die wirtschaftliche Organisation des Karnevals zuständig ist. Diese Struktur entspreche einem mittelständischen Unternehmen mit rund 20 Mitarbeitenden.
Kuckelkorn hob hervor, wie wichtig ein stabiler Übergang sei. Mit dem hauptamtlichen Geschäftsführer Dr. Philipp Hoffmann, dem ehrenamtlichen Geschäftsführer Lutz Schade sowie einem eingespielten Vorstandsteam sieht er das Festkomitee gut aufgestellt. Das enge Zusammenspiel von Erfahrung, Fachwissen und Herzblut gebe ihm ein gutes Gefühl für die kommenden Jahre.
Rückblick auf eine prägende Amtszeit von Kuckelkorn
Seit 2005 ist Kuckelkorn Teil des geschäftsführenden Vorstands und prägte zwölf Jahre lang als Zugleiter den Kölner Rosenmontagszug, Europas größten Karnevalsumzug. 2017 übernahm er das Amt des Präsidenten von Markus Ritterbach.
Seine Amtszeit fiel in Jahre großer Herausforderungen: Die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg beeinflussten auch den Kölner Karneval stark und forderten das Festkomitee organisatorisch wie emotional. Gleichzeitig bleibt das Jubiläumsjahr als besonders farbenfrohe und vielfältige Präsentation des kölschen Fastelovends im Gedächtnis. Unter seiner Führung entwickelte sich die Dachorganisation zu einem Verband, der innerhalb der Karnevalsszene und gegenüber der Politik deutlicher denn je die Interessen seiner Mitglieder vertritt und eine wahrnehmbar starke Stimme in der Stadtgesellschaft wurde.
Wachsende Vernetzung im In- und Ausland
Ein wichtiges Anliegen Kuckelkorns war die stärkere Vernetzung des Kölner Karnevals. Er intensivierte den Austausch mit Aachen, Bonn und Düsseldorf im Rahmen des gemeinsamen immateriellen Kulturerbes. Auch international baute das Festkomitee Kontakte aus – etwa zu den Karnevalshochburgen Venedig und Rio de Janeiro.
Diese Begegnungen seien für ihn persönlich besonders wertvoll gewesen. Sie hätten ihm ermöglicht, unterschiedlichste Menschen, Gedanken und Lebenswege kennenzulernen und bereichernde Erfahrungen zu sammeln.
Dank und Ausblick
Zum Abschied dankte Kuckelkorn den Mitgliedsgesellschaften, den Gremien des Festkomitees sowie allen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden für viele unvergessliche Momente. Auch nach seinem Rücktritt will er dem Karneval verbunden bleiben: Den “Jeck im Herzen” behalte er, und bei Bedarf stehe er weiterhin als Ratgeber im Hintergrund zur Verfügung.

















































