
copyright: Festkomitee Kölner Karneval / Belibasakis
Die Städtepartnerschaft zwischen Köln und Rio de Janeiro, die seit 2011 besteht, gewinnt zunehmend an Dynamik. In den vergangenen Monaten intensivierten die führenden Vertreter beider Karnevalsmetropolen ihren Austausch. Bereits im September 2025 wurde in Köln eine engere Zusammenarbeit vereinbart – nun folgte der Gegenbesuch: Mitglieder des Vorstands des Festkomitee Kölner Karneval reisten im Rahmen einer Delegation Kölner Karnevalisten nach Brasilien.
Während in Köln mit dem Aschermittwoch die Session endet, erreichte der Karneval in Rio zeitgleich seinen Höhepunkt – das große Finale der Sambaschulen. Ein besonderer Moment der Reise war die offizielle Anerkennung der karnevalistischen Partnerschaft durch die brasilianische Kulturministerin Margareth Menezes. Begleitet wurde die Delegation vom scheidenden Festkomitee-Präsidenten Christoph Kuckelkorn.
Blick hinter die Kulissen: Austausch mit der LIESA

copyright: Festkomitee Kölner Karneval / Belibasakis
Im Zentrum des Besuchs stand der intensive Dialog mit der LIESA, der unabhängigen Liga der Sambaschulen in Rio de Janeiro. Als Dachverband der Sambaschulen ist sie das brasilianische Pendant zum Festkomitee in Köln.
Christoph Kuckelkorn betonte die große Wertschätzung durch die brasilianische Regierung, hob jedoch besonders die fachlichen Gespräche mit den Gastgebern hervor. Die Delegation erhielt exklusive Einblicke in Organisation, Planung und Durchführung des Mega-Events.
Auch der bekannte Karnevalsexperte Milton Cunha unterstrich die Parallelen: Was das Publikum als farbenprächtige Kostüme und mitreißende Musik erlebt, ist das Ergebnis monatelanger Arbeit. Finanzierung, Logistik und Sicherheitskonzepte spielen sowohl in Köln als auch in Rio eine zentrale Rolle. Trotz kultureller Unterschiede stehen beide Städte vor vergleichbaren organisatorischen Herausforderungen.
Nachwuchsförderung und soziale Integration

copyright: Festkomitee Kölner Karneval / Belibasakis
Ein besonderer Schwerpunkt des Besuchs lag auf der Nachwuchsarbeit. Die Kölner Delegation besuchte unter anderem Paraden von Kinder- und Jugend-Sambaschulen sowie eine Tanzgruppe aus einer Favela. Dabei wurde deutlich, welche integrative Kraft der Karneval entfaltet.
Wie in Köln begeistert auch in Rio die Mischung aus Musik, Tanz und Straßenfest schon die Jüngsten. Neben den etablierten Sambaschulen prägen über 400 sogenannte “Blocos” – lokale Straßenumzüge in den Stadtvierteln – das Festgeschehen. Sie machen den Karneval zu einem gemeinschaftlichen Erlebnis und bieten Menschen aller Generationen und sozialen Hintergründe eine Auszeit vom Alltag.
Eine Partnerschaft mit Zukunft

copyright: Festkomitee Kölner Karneval / Belibasakis
Ziel der künftig noch intensiveren Zusammenarbeit ist nicht nur der organisatorische Austausch, sondern vor allem die Begegnung der Menschen, die den Karneval mit Leidenschaft leben – auf beiden Seiten größtenteils ehrenamtlich.
Beide Organisationen wollen die Partnerschaft nun konkreter und praxisorientierter ausgestalten. Der Austausch soll auf allen Ebenen vertieft werden und dazu beitragen, Wissen zu teilen, Verständnis zu fördern und den gegenseitigen Respekt über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg weiter zu stärken.
Internationaler Dialog im Zeichen des Karnevals
Das Festkomitee engagiert sich bereits seit Jahren für internationale Kontakte mit anderen Karnevalszentren. So gab es unter anderem Besuche in Venedig im Jubiläumsjahr 2023 sowie in Belgien während der Session 2025. Auch innerhalb Deutschlands wächst die Zusammenarbeit – nicht nur mit den rheinischen Hochburgen, sondern ebenso mit Vertretern der schwäbisch-alemannischen Fastnacht.
Der Karneval zeigt damit eindrucksvoll, wie gelebte Tradition Brücken zwischen Kulturen schlagen kann – von Köln bis Rio de Janeiro.
















































