Walter "Wally" Bockmayer

Mal kritisch, mal mit Selbstironie - Bockmayer ist ein Mensch mit eigenem Kopf und Verstand / copyright: CityNEWS
Mal kritisch, mal mit Selbstironie – Bockmayer ist ein Mensch mit eigenem Kopf und Verstand
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CityNEWS stellt heute Walter “Wally” Bockmayer vor. Der Kult-Regisseur und Theaterbetreiber des “Scala” auf dem Ring hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich und freut sich immer wieder auf neue Aufgaben.

Geboren und aufgewachsen ist das Allround-Talent – Regissuer, Drehbuchautor und Theaterbetreiber – Walter Bockmayer 1948 in dem Dörfchen Fehrbach, das heute zu Pirmasens gehört. Er begann eine Lehre zum Großhandelskaufmann, die er jedoch abbrach, um in den USA als Kantinengehilfe zu arbeiten, kehrte aber nach Deutschland zurück und war hier als Krankenpfleger tätig. 1968 ging er nach Köln, wo er sich zunächst sein Geld als Garderobier in der Kölner Oper verdiente und auch seinen Lebensgefährten und späteren Mitregisseur Rolf Bührmann kennen lernte. 

1975 eröffnete er in Köln” die “Filmdose“, eine Kneipe, die zum Treffpunkt der Kölner Künstlerszene entwickelte. Seine abgedrehten 8-Millimeter-Filme, die er gemeinsam mit seinem Partner produzierte, wurden in der Filmszene begeistert aufgenommen. Sein erstes Stück, „Geierwally“, sorgte für viel Furore und wurde insgesamt 750-mal in der „Filmdose“ und in ganz Deutschland gespielt. Die „Filmdose“ wurde zum Sprungbrett für Nachwuchskünstler und Bockmayer gilt als Entdecker und Förderer von Hella von Sinnen, Dirk Bach, Ralph Morgenstern und Veronica Ferres. Sein erster großer Spielfilm, „Jane bleibt Jane“, machte ihn weit über die Grenzen Kölns hinaus bekannt, weitere Filme wie „Flammende Herzen“ und „Kiez“ folgten. Walter Bockmayer zählte damals zu den Machern des “Neuen deutschen Films” und er wurde zweimal mit dem Bundesfilmpreis ausgezeichnet. Auch an den großen Theatern Deutschlands begann er, sich als Regisseur einen Namen zu machen – unter anderem mit der deutschen Uraufführung der „Rocky Horror Picture Show“.

Obwohl „Wally“ kein gebürtiger Kölner ist, bezeichnet der „Immi“ die Domstadt als seine Heimat. Zwar ist der 60-Jährige vom ständigen Fernweh in den warmen Süden geplagt, jedoch zieht es ihn immer wieder zurück nach Köln. Seine Ideen findet er auf der Straße und geht nach seinem Bauchgefühl. Im Interview erklärte er dies ganz nach seinem Motto „Immer ehrlich sein“ folgendermaßen: „Man kann aus jeder Scheiße etwas machen, wenn man weiß, wie man diese zubereiten muss, damit es für die Leute schmackhaft ist. Und das kann ich!“

Autor: Matthias Ehlert