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Letzte Aktualisierung am 28.04.2026 um 20:00 Uhr: Bombe in Köln-Niehl erfolgreich entschärft! Bei Bauarbeiten an der Amsterdamer Straße in Niehl wurde am Dienstag, 28. April 2026, ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Die 50-Kilogramm-Bombe wurde noch am heutigen Tag entschärft. Für die Anwohner rund um den Fundort bedeutete dies massive Einschränkungen und eine sofortige Evakuierung.
Inhaltsverzeichnis
- Bombe erfolgreich entschärft!
- Evakuierungsradius von 300 Metern festgelegt
- Anlaufstelle im Erich-Kästner-Gymnasium eingerichtet
- Verkehrsbehinderungen auf der Amsterdamer Straße
- Polizei riegelte Zufahrten zur Amsterdamer Straße ab
- UPDATE: Auch KVB von Bombenfund betroffen
- Bombenfunde in Köln: Ein Erbe des Zweiten Weltkrieg
Bombe erfolgreich entschärft!

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Gute Nachrichten aus Köln-Niehl: Der Blindgänger wurde erfolgreich entschärft. Die Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes konnten den Aufschlagzünder der 50-Kilogramm-Bombe ohne Komplikationen unschädlich machen. Der Blindgänger wird nun abtransportiert. Nach bisherigen Erkenntnissen gab es keine besonderen Vorkommnisse. Es wurde kein Ordnungswidrigkeiten-Verfahren wegen Störung oder Verweigerung der Evakuierung eingeleitet.
Das Ordnungsamt der Stadt Köln war mit 129 Kräften im Einsatz, die Feuerwehr Köln mit fünf und Hilfsorganisationen mit 31, die Polizei Köln mit 16 und die KVB mit zwei Kräften.
Sämtliche Sperrungen rund um die Amsterdamer Straße werden nun sukzessive aufgehoben. Die Anwohner können in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren. Auch bei der KVB und im Straßenverkehr wird sich die Lage in Kürze wieder normalisieren.
Gegen Mittag wurden die Spezialisten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Bezirksregierung Düsseldorf (KBD) sowie das Kölner Ordnungsamt alarmiert. Auf einer Baustelle in Höhe der Amsterdamer Straße 218 war eine Schaufel eines Baggers auf das Relikt aus dem Krieg gestoßen. Die Experten identifizierten das Fundstück schnell als eine 50 Kilo schwere Bombe mit einem Aufschlagzünder. Die Warn-Apps Katwarn und Nina versendeten kurz vor 12 Uhr eine entsprechende Warnmeldung an die Mobilfunkgeräte.
Evakuierungsradius von 300 Metern festgelegt

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Nach einer ersten Begutachtung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst wurde ein Gefahrenbereich mit einem Radius von 300 Metern (hier zum Download) rund um den Fundort der Bombe festgelegt. Innerhalb dieser Zone mussten alle Gebäude geräumt werden. Nach Schätzungen der Stadt Köln waren rund 2.500 Personen von der Evakuierung betroffen.
Das Ordnungsamt der Stadt Köln war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort, um den Bereich abzusperren und die Anwohner zu informieren. Um kurz vor 16 Uhr war der erste Klingelrundgang des Kölner Ordnungsamt abgeschlossen. Der zweite Rundgang lief direkt im Anschluss ohne größere Probleme. Die Stadt Köln teilte um 18:26 Uhr mit, dass insgesamt bisher 24 Krankentransporte angemeldet wurden, die nach und nach durchgeführt wurden. Die Freigabe zur Entschärfung der Weltkriegsbombe in Köln-Niehl wurde um 19:09 Uhr erteilt.
Die Evakuierungsmaßnahmen stellten die Einsatzkräfte vor logistische Herausforderungen. Besonders im Fokus standen dabei laut Radio Köln 272 Anwohner, die über 75 Jahre alt sind. Da viele von ihnen auf Mobilitätshilfen oder Unterstützung angewiesen sind, bereitete das Ordnungsamt entsprechende Hilfestellungen für den Transport zur Anlaufstelle vor. Zudem befanden sich im 300-Meter-Radius mehrere Tagespflegeeinrichtungen, die ebenfalls geräumt werden mussten.
Ein weiterer Schwerpunkt der Maßnahmen lag auf den Hochhäusern im Veedel: Zwölf Gebäude mit mehr als fünf Stockwerken mussten von den Trupps des Ordnungsamtes komplett kontrolliert werden.
Anlaufstelle im Erich-Kästner-Gymnasium eingerichtet
Für Anwohner, die während der Evakuierung nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen können, hatte die Stadt Köln eine Anlaufstelle eingerichtet. In der Turnhalle des Erich-Kästner-Gymnasiums in der Castroper Straße 7 im Kölner Stadtteil Niehl standen Aufenthaltsmöglichkeiten sowie eine Grundversorgung für die betroffenen Bürger bereit. Um 18:30 Uhr befanden sich in der Anlaufstelle rund 160 Personen.
Die Stadt bat alle Betroffenen, den Anweisungen der Ordnungskräfte Folge zu leisten, um eine zügige Entschärfung der Bombe zu ermöglichen. Personen, die Hilfe beim Verlassen ihrer Wohnungen benötigen oder bettlägerig sind, sollten sich umgehend bemerkbar machen oder das Servicetelefon des Ordnungsamtes unter 0221 / 221-32000 kontaktieren.
Verkehrsbehinderungen auf der Amsterdamer Straße
Der Bombenfund hatte erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr im Kölner Norden. Da die Amsterdamer Straße eine zentrale Verkehrsader darstellt, war mit Staus und Verzögerungen zu rechnen. Pendler und Autofahrer wurden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren. Folgende Straßen oder Straßenabschnitte mussten im Rahmen der Evakuierung gesperrt werden:
- Amsterdamer Straße Höhe Hausnummer 283
- Boltensternstraße Höhe Hausnummer 351
- Friedrich-Karl-Straße/Am Niehler Hafen
- Boltensternstraße/Friedrich-Karl-Straße
- Amsterdamer Straße/Friedrich-Karl-Straße
- Philipp-Zorn-Straße/Friedrich-Karl-Straße
- Rudolf-Sohm-Straße/Friedrich-Karl-Straße
- Gierkestraße Höhe Hausnummer 11
- Eichhornstraße Höhe Hausnummer 8
- Pohlmanstraße/Eichhornstraße
- Nesselrodestraße/Allensteiner Straße
- Königsberger Straße/Nesselrodestraße
- Tilsiter Straße/Königsberger Straße
- Sackgasse/Fußweg Königsberger Straße Höhe Hausnummer 7e
- Sackgasse/Fußweg Königsberger Straße Höhe Hausnummer 9f
Polizei riegelte Zufahrten zur Amsterdamer Straße ab
Um ein Verkehrschaos zu vermeiden und den Evakuierungsbereich zu sichern, griff die Kölner Polizei massiv in die Verkehrsführung ein. Ab der großen Kreuzung Industriestraße / Niehler Damm / Boltensternstraße / Amsterdamer Straße / Graditzer Straße wurden die Zufahrten in Richtung Innenstadt auf die Amsterdamer Straße sowie die Boltensternstraße komplett gesperrt.
Damit der Verkehrsfluss im Kölner Norden nicht völlig zum Erliegen kommt, wurden folgende Umleitungen eingerichtet:
- Für Pkw und Lkw: Der Verkehr wurde großräumig über den Westkai und die Straße Am Niehler Hafen in südliche Richtung umgeleitet. Von dort aus war die Rückkehr auf die Boltensternstraße möglich. Diese Route konnte auch in der Gegenrichtung genutzt werden.
- Nur für Pkw: Eine Ableitung war zusätzlich über die Graditzer Straße und den Niehler Damm möglich.
Lkw-Fahrer sollten die Ableitung über die Graditzer Straße und den Niehler Damm unbedingt meiden. Aufgrund der dortigen Straßenführung bestand die akute Gefahr, dass sich Laster festfahren, was zu weiteren Blockaden führen würde. Lkw sollten konsequent der Umleitung über den Niehler Hafen folgen.
UPDATE: Auch KVB von Bombenfund betroffen
Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen: Da der Fundort unmittelbar an der Haltestelle Nesselrodestraße lag, wurde der Stadtbahnverkehr der Linie 16 ab 14:20 Uhr beeinträchtigt. Die Züge konnten im Gefahrenbereich nicht mehr halten. Fahrgäste wurden gebeten, auf die umliegenden Haltestellen auszuweichen oder zusätzliche Reisezeit einzuplanen. Da das KVB Depot Nord vollständig evakuiert werden musste, konnte es zu weiteren Unregelmäßigkeiten im Fahrbetrieb kommen.
Die umliegenden Buslinien 140 und 147 waren nicht von Umleitungen betroffen und fuhren normal nach Fahrplan. Fahrgästen wurde dennoch dringend empfohlen, sich vor Fahrtantritt über die App der KVB oder die digitalen Anzeigetafeln zu informieren.
Bombenfunde in Köln: Ein Erbe des Zweiten Weltkrieg
Bombenfunde sind in Köln keine Seltenheit – die Stadt gehört zu den am stärksten vom Zweiten Weltkrieg betroffenen Gebieten in Deutschland. Durch die intensiven Luftangriffe der Alliierten zwischen 1942 und 1945 liegen bis heute zahlreiche Blindgänger unentdeckt im Boden. Insbesondere bei Bauprojekten in dicht besiedelten Stadtteilen wie Lindenthal, Ehrenfeld oder Deutz werden immer wieder Kampfmittel gefunden. Jede Entdeckung stellt für die Stadt eine logistische Herausforderung dar: Evakuierungen, Straßensperrungen und großangelegte Sicherheitsmaßnahmen sind notwendig, um die Bevölkerung zu schützen. Köln verfügt deshalb über eingespielte Abläufe und arbeitet eng mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst zusammen, um solche Funde schnell und sicher zu entschärfen.
Letzte Aktualisierung am 28.04.2026 um 20:00 Uhr










































