IHK Köln stellt Startups in den Fokus

IHK Köln stellt Startups in den Fokus / copyright: Olaf Wull Nickel / IHK Köln
IHK Köln stellt Startups in den Fokus
copyright: Olaf Wull Nickel / IHK Köln

„Köln hat als Startup-Standort viel Potenzial, das noch lange nicht ausgeschöpft ist“, sagt Ulf Reichardt, Hauptgeschäftsführer der IHK Köln. „Wir werden unsere Aufgaben als Netzwerkkoordinatoren sehr ernst nehmen und mit einer Fülle aufeinander abgestimmter Maßnahmen dafür sorgen, dass Köln für Startups noch attraktiver wird.“

„Dazu werden wir bestehende Initiativen bündeln und mit unseren Beratungs- und Förderangeboten verknüpfen. Denn der Standort Köln bietet mit seinem Mix aus klassischer Wirtschaft und innovativen Unternehmen sowie einer herausragenden Bildungslandschaft die besten Voraussetzungen für einen auf die Zukunft ausgerichteten Standort. Wir müssen nur die Kräfte bündeln, koordinieren und bekannter machen. Das gehen wir 2016 konsequent an!“, so Reichardt weiter.

Das Thema „Gute Gründen fürs Gründen: Startup Cologne!“ ist eins der vier Jahresthemen, die sich die Industrie- und Handelskammer zu Köln für die Jahre 2016 und 2017 auf die Fahne geschrieben hat. „Industriestandort stärken“, „Digitalisierung“ und „Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeitsmarkt“ sind die weiteren Themen. „Die Jahresthemen drehen sich diesmal alle um die Zukunft unseres Standorts hier in Köln und der Region“, erläutert Ulf Reichardt. „Denn aus Sicht der regionalen Wirtschaft müssen jetzt dringend Weichen gestellt werden, damit das riesige Potenzial der Unternehmen und vor allem der Menschen hier zum Wohle aller genutzt wird. Dazu gehört die Stärkung der regionalen Industriebetriebe als Motor unserer Wirtschaft genauso wie die erfolgreiche Bewältigung des digitalen Wandels. Und eben die Zukunftsorientierung im Sinne einer lebendigen und vitalen Gründer- und Startup-Szene. Die Integration der Flüchtlinge in Ausbildung und Arbeit begreifen wir dabei als Chance für uns alle. Und leisten als Unternehmerschaft unseren Beitrag dazu!“

Die vier Jahresthemen hat die IHK Köln in ein 12-Punkte-Programm gefasst:

  1. Startup-Kräfte sammeln und bündeln und unter einer „Marke“ fassen
  2. Startup Cologne sichtbar machen
  3. Angebote für Gründerinnen und Gründer ausbauen
  4. Bei der Planung von Gewerbeflächen auf Verbesserungen drängen
  5. Industrieakzeptanz in Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit stärken
  6. Zukunftsfähige Mobilitätskonzepte erarbeiten
  7. Digitalisierung weiter befeuern mit Digital Cologne
  8. Die digitale Szene mit der klassischen Wirtschaft vernetzen
  9. Die Region als digitalen Standort stärken
  10. Sprachförderung von Flüchtlingen ermöglichen
  11. Berufsorientierung für Flüchtlinge und Vermittlung in Ausbildung
  12. Ausbildungen anerkennen

Im Einzelnen: Gute Gründen fürs Gründen: Startup Cologne

1. Startup-Kräfte versammeln und bündeln

Mit einem Round Table „Startup Cologne“ wird ein Expertenkreis etabliert, der aus Experten der IHK Köln, Startups, Institutionen und Anbietern aus der Startup-Szene besteht. Mit konkreten Unterstützungsangeboten und einer klaren Einordnung der Themen werden konkrete Schritte geplant und umgesetzt, um die Startup-Szene Kölns zu befeuern. Gemeinsam soll die Startup-Region Köln weiterentwickelt und vorangetrieben werden. Das funktioniert nur, wenn die Entscheiderinnen und Entscheider der Szene das Heft in die Hand nehmen und zusammen agieren. Denn zusammen entwickelt sich mehr Schlagkraft als in Einzelinitiativen.

2. Startup Cologne sichtbar machen

Mit einem Online-Portal werden regionale Ansprechpartner und Angebote sichtbar, die Startups selbst erhalten ein Schaufenster für ihre Ideen und Leistungen. Über Pitches werden innovative Startups unserer Region sichtbar. Wege werden kürzer, Angebote transparenter und auch die Wahrnehmbarkeit der Region Köln als einer der Hot Spots der deutschen Startup-Szene – national wie international –  steigt.

3. Angebote für Gründer ausbauen

Die IHK-Angebote für Startups werden mit den vorhandenen Events verknüpft und erhalten mehr Sichtbarkeit.  Die IHK Köln versteht sich hier als Impulsgeber, als starker Partner und vor allem als Vernetzer unterschiedlicher Start-Up-Projekte und -Initiativen in unserer Region. Durch die erfolgreiche Ansiedlung eines Hubs im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Landes NRW soll in Köln zudem ein Alleinstellungsmerkmal für Startups geschaffen werden, der Startup Cologne Hub. In Form eines Verbundprojektes soll er Raum, Kapital, Zugang zu Personal und Mentoren, aber auch zu Mittelstand und Industrie und damit zu Märkten geben. Gute Gründe fürs Gründen: Startup Cologne!

4. Bei der Planung von Wirtschaftsflächen auf Verbesserungen drängen

Mit Stellungnahmen und konkreten Verbesserungsvorschlägen für den Landesentwicklungsplan 2025, der in diesem Jahr in Kraft treten soll, setzt sich die IHK Köln dafür ein, dass die Belange der Wirtschaft in dem Planwerk verankert werden. Dazu unterstützt die IHK die Erarbeitung regionaler Industrie- und Gewerbeflächenkonzepte. Im Rahmen der in diesem Jahr beginnenden Neuaufstellung des Regionalplans für den Regierungsbezirk Köln bringt die IHK Köln die Anforderungen der Wirtschaft ein. Zudem berät die IHK Köln Unternehmen, wie die Standortplanung und -sicherung rechtzeitig vorgenommen wird.

5. Industrieakzeptanz in Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit stärken

Die Industrieakzeptanzoffensive hat Erfolge vorzuweisen: Mit der Eröffnung des Bürgerbüros in Wesseling, mit zahlreichen Dialogangeboten im Rahmen der „111 Dialoge“ und entsprechenden Kongressen. In diesem Jahr steht die Öffentlichkeit im Fokus. Wie die 2015 vorgestellte Studie zur Industrieakzeptanz herausgestellt hat, besteht große Unkenntnis darüber, was Industrie in unserer Region leistet und was überhaupt produziert wird. Die Themen Nachhaltigkeit und CSR stehen bei übergreifenden Veranstaltungen im Mittelpunkt.

6. Zukunftsfähige Mobilitätskonzepte erarbeiten

Mit der 2015 abgeschlossenen Studie „Stadtmobilität aus Sicht der Wirtschaft“ als Basis werden nun konkrete Vorschläge zur Optimierung der Mobilität erarbeitet. Themen sind beispielsweise eine bessere Steuerung des Verkehrs wie durch ein funktionierendes Baustellenmanagement. Intermodale Lösungsansätze werden am Beispiel eines Bahnshuttles erarbeitet. Gleichzeitig begleitet die IHK Köln den Zustand der Infrastruktur kritisch und bringt die Anliegen der Wirtschaft gegenüber der Politik zur Sprache.Digitalisierung: Keep on going!

7. Digitalisierung weiter befeuern mit Digital Cologne

Im ersten Jahr unserer Initiative Digital Cologne haben wir die Akteure in der Region vernetzt und unter dem gemeinsamen Markenschirm Digital Cologne die Kräfte gebündelt. Die Initiative hat landesweite Strahlkraft bekommen, die Sensibilisierung für die Herausforderungen des digitalen Wandels ist erfolgreich angelaufen. 2016 werden wir unseren Unternehmen konkrete Hilfestellungen an die Hand geben. Dies passiert in sechs Themenblöcken, die in zweimonatigem Rhythmus im Jahr 2016 stattfinden: Netze, E-Business, Digitale Arbeit, Startups, Sicherheit und Digitale Trends. Workshops und Veranstaltungen im Digital Lab bieten ausreichend Gelegenheit zur Information und Vernetzung.

8. Die digitale Szene mit der klassischen Wirtschaft vernetzen

Neben den konkreten Veranstaltungsangeboten wird mit dem Jahresthema Startup Cologne ein Synergiefeld geschaffen, das Berührungspunkte zwischen klassischer Wirtschaft und Startups bietet. Best Practice-Beispiele dienen weiterhin dem Abbau von Schwellenängsten zwischen beiden Wirtschaftsfeldern.

9. Die Region als digitalen Standort stärken

Der enge Zusammenschluss mit den Aktivitäten der Landesregierung unter Digital NRW stärkt die Region zusätzlich. Hier wird durch die Teilnahme an entsprechenden Ausschreibungen die Position Kölns gefestigt. D
ie IHK Köln hat sich bereits im vergangenen Jahr als zentraler Ort für überregional wirksame Digitalisierungsveranstaltungen wie der Internetwoche oder der Interactive etabliert. Diese Kooperationen werden weiter ausgebaut. Unser Motto: Wer, wenn nicht wir hier in der Kölner Region…?I

10. Sprachförderung von Flüchtlingen ermöglichen

Für eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt sind Sprachkenntnisse auf Level B2 notwendig. Aus Mitteln der IHK Stiftung für Ausbildungsreife und Fachkräftesicherung finanziert die IHK Köln Sprachkurse mit pädagogischer Begleitung und einem Qualifizierungspraktikum. Verschiedene Klassen für junge Flüchtlinge ohne Ausbildungsabschluss und Flüchtlinge mit abgeschlossener Berufsausbildung berücksichtigen die individuellen Ausgangssituationen.

11. Berufsorientierung und Ausbildungsstellenvermittlung für Flüchtlinge

Durch individuelle Beratung zur Berufsorientierung und passgenaue Vermittlung von Flüchtlingen in Ausbildungsberufe werden sowohl Unternehmen als auch junge Flüchtlinge bei der Integration in den Ausbildungsmarkt unterstützt.

12. Ausbildungen anerkennen

Die Anerkennungsverfahren beruflicher Abschlüsse werden durch die IHK Köln eingeleitet und zusätzliche Qualifizierungsangebote individuell dargestellt. Kompetenzfeststellungen ermöglichen auch bei Menschen ohne entsprechende Zeugnisse die Festlegung von erworbenen berufsqualifizierender Kompetenzen. Dadurch wird vielen Menschen der Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtert und Unternehmen erhalten Gewissheit über die Voraussetzungen der einzelnen Bewerber.

Autor: Redaktion / IHK Köln