
copyright: Envato / EwaStudio
Das Jahr 2025 erwies sich für den Tourismus in Köln als ausgesprochen erfolgreich. Auch ohne internationale Sportgroßveranstaltungen konnte die Stadt ihren positiven Entwicklungskurs fortsetzen und die Ergebnisse des bereits starken Vorjahres nochmals übertreffen. Rund 4,25 Millionen Gäste sorgten für 7,22 Millionen Übernachtungen in den Kölner Hotels. Damit stiegen die Ankünfte um 2,3 Prozent und die Übernachtungen um 1,9 Prozent gegenüber 2024, das zuvor als Rekordjahr galt.
Diese Zahlen unterstreichen die Rolle Kölns als eine der führenden Städtereisedestinationen Deutschlands. Im Mittelpunkt stand dabei nicht allein die Steigerung der Besucherzahlen, sondern vor allem die qualitative Weiterentwicklung des Tourismus. Die touristische Wertschöpfung erreichte mit 5,51 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Dieses Ergebnis bestätigt die strategische Ausrichtung der KölnTourismus GmbH, die konsequent auf nachhaltige Effekte, hochwertige Angebote und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gästen und Stadtgesellschaft setzt. Geschäftsführer Jürgen Amann betonte, dass insbesondere qualitative Kennzahlen wie Wertschöpfung, Gästemix und die Auswirkungen auf den urbanen Lebensraum gleichrangig neben klassischen Wachstumsindikatoren stehen.
Starker Binnenmarkt und wachsende internationale Präsenz
Deutschland blieb 2025 mit einem Anteil von 62,6 Prozent an den Gesamtübernachtungen der wichtigste Herkunftsmarkt. Die stabile Inlandsnachfrage spiegelt die erfolgreiche Positionierung Kölns als urbanes Kulturreiseziel wider. Gleichzeitig nahm die Internationalität weiter zu. Die Zahl der ausländischen Gäste stieg bei den Ankünften um 6,1 Prozent und bei den Übernachtungen um 5,8 Prozent und entwickelte sich damit dynamischer als im bundesweiten Vergleich.
Zu den wichtigsten Auslandsmärkten zählten Großbritannien, die USA und die Niederlande. Besonders hervorzuheben ist die Türkei, die sich neu unter den zehn stärksten Quellmärkten etablieren konnte. Parallel dazu wuchs das Beherbergungsangebot moderat auf 38.865 Hotelbetten. Auch die durchschnittliche Auslastung legte leicht zu und belegt eine konstant hohe Nachfrage über das gesamte Jahr hinweg.
Qualität vor Quantität: Veränderungen im Gästemix

copyright: KölnTourismus / Christoph Seelbach
Neben den stabilen Wachstumszahlen zeigt sich eine deutliche qualitative Verschiebung in der Struktur der Besucherinnen und Besucher. Der Anteil einkommensstarker und kulturinteressierter Zielgruppen mit hoher Affinität zu urbanen Angeboten nahm weiter zu. Diese Entwicklung wirkt sich unmittelbar auf die Wertschöpfung aus, da diese Gäste länger verweilen, intensiver konsumieren und die Angebote der Stadt stärker nutzen.
Der Aufsichtsratsvorsitzende der KölnTourismus GmbH, Max Derichsweiler, sieht darin eine zentrale Voraussetzung für nachhaltigen Erfolg. Entscheidend sei nicht nur, wie viele Menschen nach Köln reisen, sondern welche Impulse sie wirtschaftlich und gesellschaftlich hinterlassen.
Köln als Messe- und Kongressstandort weiter gestärkt
Auch der Veranstaltungsmarkt entwickelte sich 2025 stabil. In insgesamt 218 Veranstaltungsstätten fanden 42.920 Events mit rund 7,8 Millionen Teilnehmenden statt. Damit baute Köln seine Bedeutung im MICE-Segment weiter aus. Ein besonderer Höhepunkt war der Oktober 2025 mit der internationalen Leitmesse Anuga in der Koelnmesse, die für eine außergewöhnlich hohe Hotelauslastung sorgte und starke wirtschaftliche Effekte auslöste.
Positive Impulse gingen zudem vom 2024 eröffneten Kongresszentrum Confex aus, das eine bisherige Angebotslücke im größeren Kongresssegment schließt und neue Veranstaltungsformate ermöglicht.
Strategische Schwerpunkte: Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Vernetzung
Im Jahr 2025 bündelte KölnTourismus seine Aktivitäten in drei zentralen Handlungsfeldern. Die Digitalisierung wurde konsequent vorangetrieben, unter anderem durch die weitere Integration Künstlicher Intelligenz in die Destinationsarbeit sowie durch die Einführung der VisitKöln Web-App als digitales Serviceinstrument für die Hotellerie.
Im Bereich Nachhaltigkeit gewann insbesondere die “Cool and Calm Map” an Bedeutung. Dieses neue Angebot schafft Orientierung im Stadtraum und leistet zugleich einen Beitrag zur klimaangepassten Stadtentwicklung.
Darüber hinaus wurde das Stakeholder-Management intensiviert. Kooperationen mit der lokalen Bar- und Clubszene, Kulturakteurinnen und -akteuren, den Fine Food Days, Content Creatorinnen und Creatorn sowie Partnern aus der LGBTQIA-Community stärkten das Profil Kölns als offene, vielfältige und kreative Metropole. Die enge Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren erhöhte die Authentizität der Kommunikation und förderte die Akzeptanz touristischer Maßnahmen innerhalb der Stadtgesellschaft.
Perspektiven für 2026: Kultur, Transformation und internationale Ambitionen
Für 2026 steht die qualitative Weiterentwicklung des Tourismus weiterhin im Mittelpunkt. Köln soll gleichermaßen lebenswerter Raum für die Stadtgesellschaft wie attraktives Ziel für Gäste bleiben. Bedeutende kulturelle Impulse werden unter anderem von der Ausstellung der Künstlerin Yayoi Kusama im Museum Ludwig sowie von der geplanten Neueröffnung der Kölner Bühnen erwartet.
Darüber hinaus rücken Themen wie die neue Ausgabe des KwieKöln-Magazins mit dem Schwerpunkt “Transformation” und eine mögliche Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele in den Fokus. Im MICE-Bereich bleibt die internationale Präsenz auf Fachformaten ebenso zentral wie die weitere Profilierung Kölns als innovativer und wettbewerbsfähiger Kongressstandort.
Quellen: Statistisches Landesamt IT.NRW, Europäisches Institut für Tagungswirtschaft GmbH (EITW 2025), MGK 2025, dwif 2025















































