Preisträger von "KölnEngagiert 2013" stehen fest

Stadt Köln zeichnet Einzelpersonen, Gruppen und Unternehmen aus: Die Preise überreichen Oberbürgermeister Jürgen Roters, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und die diesjährigen Ehrenamtspaten, die Bläck Fööss, am Sonntag, 15. September 2013, im Rathaus beim 14. Kölner Ehrenamtstag. / copyright: Stadt Köln
Stadt Köln zeichnet Einzelpersonen, Gruppen und Unternehmen aus: Die Preise überreichen Oberbürgermeister Jürgen Roters, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und die diesjährigen Ehrenamtspaten, die Bläck Fööss, am Sonntag, 15. September 2013, im Rathaus beim 14. Kölner Ehrenamtstag.
copyright: Stadt Köln

Aus 161 Vorschlägen hat eine unabhängige Jury die Preisträgerinnen und Preisträger von “KölnEngagiert 2013” ausgewählt. Neben fünf Einzelpersonen werden vier Gruppen, zwei Schulen und ein Unternehmen ausgezeichnet.

Die Preise überreichen Oberbürgermeister Jürgen Roters, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister und die diesjährigen Ehrenamtspaten, die Bläck Fööss, am Sonntag, 15. September 2013, im Rathaus beim 14. Kölner Ehrenamtstag. Der Ehrenamtstag findet für alle Gäste und Besucher auf dem Kölner Heumarkt und dem Alter Markt statt. Mit
der Ausrichtung dieses Tages dankt Oberbürgermeister Jürgen Roters
allen Ehrenamtlichen ganz besonders für ihr vielfältiges Engagement in
Köln und für die Menschen dieser Stadt.

Einzelpersonen

Anna-Margaretha Keller lebt und arbeitet im Stadtteil Meschenich und engagiert sich dort seit vielen Jahren ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen. Als langjähriges Mitglied der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands betreut sie die Seniorengruppe der Pfarrgemeinde St. Blasius. Darüber hinaus engagiert sich Keller seit 2005 beim “Brotkorb“, der einmal in der Woche im Hochhausgebiet “Kölnberg” Lebensmittel ausgibt. Keller ist dort mit der gesamten Organisation und Abwicklung beschäftigt. Sie nimmt die Waren an, bereitet sie vor, gibt sie aus und reinigt die Räumlichkeiten. Im Einzelfall hilft sie bei der Ausrichtung von Beerdigungskaffees, wenn die Hinterbliebenen finanziell schwach gestellt sind. In der Weihnachtszeit verteilt sie die Seniorenpakete der Kölnischen Rundschau an Bedürftige. Bei Anfragen aller vor Ort arbeitenden Institutionen ist sie stets bereit, im Notfall zu helfen, zum Beispiel beim Schulfrühstück, in der Stadtranderholung und als Lesepatin in der Grundschule.

Seit Herbst 2006 ist Ayse Adalet Onur im SeniorenNetzwerk Höhenberg Vermittlerin zwischen Jung und Alt, deutschen und türkischen Besucherinnen und Besuchern und war die “gute Seele” eines generationsübergreifenden wöchentlichen deutsch-türkischen Projekts. Bei über 100 Gruppennachmittagen machten Jung und Alt Ausflüge zum Beispiel zur Kirche St. Theodor, ins Haus der Geschichte in Bonn oder besichtigten eine Backstube. Von 2008 bis 2011 wirkte sie beim Osterbasar mit, einem Höhepunkt der interkulturellen Arbeit. Heute betätigt sich Onur im Team der Ehrenamtlichen im Paul-Schwellenbach-Haus. Dort begleitet sie zum Beispiel einmal in der Woche die Frauenmalgruppe mit türkischen, deutschen und italienischen Mitgliedern, organisiert eine Handarbeits-Gruppe mit türkischer und deutscher Beteiligung, organisiert mit zwei weiteren Ehrenamtlichen eine Hausaufgabenförderung für bis zu sechzehn Kinder und initiierte kürzlich eine Gruppe für Konversation in englischer Sprache.

Peter Richerzhagen wirkt seit 1992 im Arbeitskreis des Kölnischen Stadtmuseums mit und hat diesen 16 Jahre bis 2011 geleitet. Die Mitglieder übernehmen eigenverantwortlich mehrmals im Jahr öffentliche kostenlose Führungen durch die Sammlung des Hauses. Sie bilden sich fort, halten Referate und erweitern so ihr Wissen. Richerzhagen hat nicht nur die von allen Mitgliedern erwartete Anzahl von Führungen übernommen. Bis zu 50-mal im Jahr führte er ihm bekannte Gruppen regelmäßig und unentgeltlich durch das Kölnische Stadtmuseum, geprägt und getragen von seiner Liebe zu Köln und seinen Menschen. Seine Tätigkeit macht ihn zu einem Experten für die Kölner Geschichte, bei seinen Führungen konnte er dieses Wissen weitergeben. Vor allem hat Richerzhagen Kölsch als Sprache im Kölnischen Stadtmuseum heimisch gemacht, auch eine Audio-Führung auf Kölsch stammt von ihm. Neben seinen Aktivitäten im Stadtmuseum hat Peter Richerzhagen eigene kölsche Texte in Büchern oder CDs veröffentlicht. Die Erlöse stiftete er karitativen Vereinen.

Dr. Christina Roth ist seit 2009 maßgeblich an der Entstehung der “Offenen Schule Köln” beteiligt, eine staatlich genehmigte inklusive Gesamtschule im Kölner Süden, die im August 2012 ihren Betrieb aufgenommen hat. Als Initiatorin hat sie – zusammen mit Pädagogen und interessierten Eltern – maßgeblich an der Ausarbeitung eines inklusiven Schulkonzeptes mitgewirkt, ein Baugrundstück und Investoren gefunden, Architektengespräche geführt und letztlich ein Bürogebäude für die Schulnutzung angemietet. Dr. Roth engagierte sich bereits ehrenamtlich in der integrativen Kindertagesstätte “miteinander leben e.V.” in Köln Rodenkirchen. Damit auch in der (weiterführenden) Schule alle Kinder voneinander lernen können, ob mit oder ohne Handicap, hat Dr. Roth viel Zeit und Energie ehrenamtlich in das Projekt “Offene Schule Köln” investiert. Und auch jetzt – nach der Eröffnung – setzt sie ihr Engagement beim Ausbau der Schule fort, mietet Räume für neue Schülerinnen und Schüler an und sucht nach Sponsoren und Förderern.

Sylvia Strubelt leitet seit Jahrzehnten das THEATER ABGELEHNT mit einem jungen engagierten Ensemble. Die inhaltlichen Schwerpunkte kreisen um die Fragen nach Menschenwürde, Mitmenschlichkeit und Missbrauch von Macht sowohl im persönlichen als auch im politisch-staatlichen Bereich. Seit 1997 ist sie aktives Mitglied im Arbeitskreis des Jugend- und Schüler-Gedenktags, der an den 27. Januar 1945 erinnert, als sowjetische Truppen das Konzentrationslage Auschwitz befreiten. Kölner Schulen beteiligen sich seit 1998 unter dem Motto “Erinnern – eine Brücke in die Zukunft” an dem Gedenktag. Das hiesige Konzept, junge Menschen selbst zu eigenen Projekten anzuregen und diese dann öffentlich zu präsentieren, ist bisher einzigartig in Deutschland. So gibt es alljährlich eine von Schülerinnen und Schülern konzipierte Ausstellung und ein Bühnenprogramm. Seit 2000 ist Strubelt Verbindungslehrerin der BezirkschülerInnenvertretung (BSV) Köln und unterstützt die BSV-Arbeit. In der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit arbeitet sie seit 2009 ehrenamtlich mit.

Gruppen

Als ambulante Notfallpraxis am Krankenhaus St. Hildegardis in der Bachemer Straße in Lindenthal für nicht krankenversicherte Menschen hat der Malteser Hilfsdienst 2005 die Malteser Migranten Medizin (MMM) gegründet. Das aktuelle MMM-Team besteht aus drei Internistinnen und Internisten, einer Hautärztin, vier Kinderärzten, drei Zahnärztinnen und Zahnärzten und vier Helferinnen. Bis auf eine Helferin arbeiten alle Teammitglieder ehrenamtlich. Die Patienten kommen aus Osteuropa, außereuropäischen und EU-Ländern, zunehmend aber auch aus Deutschland. Heute hat MMM ein Netzwerk mit über 50 niedergelassenen Ärzten aufgebaut, die das Team für spezielle Untersuchungen ansprechen kann. Auch das Hildegardis Krankenhaus und andere Kölner Kliniken stehen mit Hilfe zur Verfügung, Diakonie und Caritas übernehmen Sozialberatungen. Eine sehr gute Zusammenarbeit hat sich zwischen der MMM und dem Gesundheitsamt der Stadt Köln entwickelt. Die Finanzierung der Kosten erfolgt ausschließlich durch Spenden. In den sieben Jahren seit Bestehen der Praxis haben die Ärzte über 5000 Patientinnen und Patienten geholfen.

Qualifizierte Studierende begleiten ehrenamtlich Hauptschülerinnen und Hauptschüler auf ihrem Weg ins Berufsleben. Das zweijährige Coaching soll die jungen Leute individuell fördern und stärken, ihre Perspektive erweitern und ihnen mithilfe eines Unternehmensnetzwerks den Einstieg in Ausbildung und Beruf erleichtern. Der Name ROCK YOUR LIFE! steht für Mut, für die Entfaltung individuellen Potentials und dafür, das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Auch die Studierenden erweitern durch die kontinuierliche Arbeit mit einem nur wenige Jahre jüngeren Menschen ihren Horizont. Jeder muss sich vorab durch zwei Grundlagenseminare qualifizieren. Auch während des Coachings gibt es regelmäßig Supervisionen. Gegründet haben ROCK YOUR LIFE! zehn Studierende am 27. September 2010.

Die Schwullesbische Aufklärung (SchLAu) in Köln verschreibt sich als eine von etwa 15 Lokalinitiativen in Nordrhein-Westfalen seit über zehn Jahren der Jugend- und Erwachsenenbildung im Bereich “gender diversity” (geschlechtliche Vielfalt). Das ehrenamtlich getragene Projekt klärt Jugendliche und junge Erwachsene an Schulen, in Ausbildungsstätten, Vereinen und Jugendzentren auf, um Vorurteile gegen homo- und transidentische Menschen abzubauen. Alle zwölf Teammitglieder von SchLAu Köln veranstalten ehrenamtlich rund 30 Veranstaltungen für Schulklassen, Arbeitsgemeinschaften und Gruppen mit Jugendlichen im Alter von 13-19 Jahren. Die Aufklärungsarbeit erfolgt regulär bei einer dreistündigen Veranstaltung im Jugendzentrum anyway, an der jeweils eine Schulklasse oder Gruppe mit 25 bis 30 Jugendlichen unter der Leitung von je zwei männlichen und weiblichen Mitglieder von SchLAu Köln teilnehmen. Daneben gibt es auch außerordentliche Multiplikatorenfortbildungen für Lehrer, Pädagogen und Sozialarbeiter.

Der Förderverein Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße Köln verfolgt seit seiner Gründung das Ziel dort zu helfen, wo die Not am größten ist. Den ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern geht es primär um die Verbesserung des humanitären und psychosozialen Umfeldes des kranken Kindes während seines Krankenhausaufenthalts. Dafür kommen beispielsweise eine kinder- und elternfreundlichere Ausstattung der Krankenzimmer, die Möblierung der Aufenthaltsräume, Gerätschaften zur Mobilitätsverbesserung kranker Kinder, Spiel und Unterhaltungsmöglichkeiten und die Pflege des therapeutischen Spielplatzes in Betracht. Der Verein Ziel fördert Medizintechnik dort, wo es um Aspekte der Lebensqualität des Kindes geht. Sie soll Schmerz vermeiden oder den Krankenhausaufenthalt verkürzen. So haben die Vereinsmitglieder zum Beispiel den Umbau der “Spielewelt” im Kinderkrankenhaus finanziert, damit die Patienten und ihren Geschwister auch außerhalb der Krankenzimmer spielen und lernen können.

Schulen

Seit über fünf Jahren besuchen Kinder der Förderschule Lernen Rosenzweigweg im Rahmen des Projekts “Gemeinsam sind wir stark” das Seniorenheim “Johanniterhaus in Köln-Zollstock. Hier singen, spielen, erzählen und basteln sie gemeinsam mit den alten Menschen, bei gutem Wetter unternehmen sie auch kleine Spaziergänge im Garten. Alle 14 Tage besucht eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern die Bewohnerinnen und Bewohner auf den Zimmern, spricht mit ihnen oder verschenkt selbst Gemaltes und Gebasteltes. Die andere Gruppe spricht mit den Seniorinnen und Senioren in einer Kölsch-AG Mundart und singt kölsche Lieder. Gemeinsame Auftritte auf Sommerfesten sind geplant.

Eine Partnerschaft mit dem AWO-Seniorenkreis in Zollstock verbindet die Förderschule Lernen Rosenzweigweg seit drei Jahren im Rahmen des Projekts “Jung begegnet Alt – Alt trifft Jung“. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, einer jährlich wechselnden Klasse benachteiligter Jungen und Mädchen einmal in der Woche mit gestalterischen Mitteln, wie zum Beispiel Lese- und Rechenübungen oder tänzerische Aktivitäten, den Schulalltag zu erleichtern. Mit dem Projekt haben Schule und Seniorenkreis eine beständige Brücke zwischen Jung und Alt aufgebaut, mit der beide Generationen gelernt haben, Distanzen abzubauen und damit Verständnis für die Besonderheiten des Gegenübers aufzubringen.

18 Schülerinnen und Schüler haben nach einer mehrjährigen Erprobungsphase im Sommer 2012 an der Gesamtschule Holweide die Schülergenossenschaft “FAIR’N FREE” gegründet. Sie arbeitet nach dem Kostendeckungsprinzip im fairen Handel. Die Schülerinnen und Schüler betreiben einen Schulweltladen mit fair gehandelten Produkten und informieren die Kundinnen und Kunden über den fairen Handel. Die Projektgruppe arbeitet jahrgangsübergreifend und integrativ. Heute zählt sie 25 Schülerinnen und Schüler sowie drei Erwachsene. Mit viel Öffentlichkeitsarbeit und seit März 2013 durch die Entwicklung von eigenen Unterrichtseinheiten für die 5. Klassen trägt die Genossenschaft zur Verbreitung des fairen Gedankens in der Schule bei.

Die Schülerinnen und Schüler arbeiten in Schichten im Schulweltladen, dieser ist in der Mittagsfreizeit geöffnet. Auch außerhalb der Unterrichtszeit verkaufen sie zu besonderen Gelegenheiten wie der Lehrerkonferenz, Konzerten in der Schule oder beim Tag der offenen Tür ihre Produkte. Zudem treffen sich die Mitglieder in regelmäßigen Abständen in der Genossenschaftsversammlung und Arbeitsgruppen für Einkauf, Verkauf, Organisation Produkte, Marketing und Finanzen sowie im Vorstand und im Aufsichtsrat. Beide Gremien bestehen ausschließlich aus Schülerinnen und Schülern. Auch die Vorbereitung der Unterrichtseinheiten geschieht in der Freizeit.

Unternehmen

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG AG unterstützt in Köln zahlreiche Corporate Responsibility-Programme und setzt dabei drei Schwerpunkte: Bildung, soziale Integration und Umwelt. Seit 2008 beteiligen sich die Mitarbeitenden am Kölner Freiwilligen Tag, um ihre Zeit, ihre Arbeitskraft, aber auch spezifische Kompetenzen gemeinnützigen Einrichtungen zur Verfügung zu stellen. So haben sie zum Beispiel im vergangenen Jahr Gartenarbeiten in einer Behindertenwohnstätte erledigt und ein Jugendzentrum verschönert. Grundsätzlich steht darüber hinaus jedem Mitarbeitenden – unabhängig vom Freiwilligen Tag – ein halber Arbeitstag im Monat für in Eigenregie organisiertes ehrenamtliches Engagement zur Verfügung. Seit 2007 beteiligt sich KPMG am Kölner Marktplatz “Gute Geschäfte“, bei dem es um konkrete Projekte mit gemeinnützigen Partnern geht, wie zum Beispiel die Unterstützung bei der Buchhaltung.

KPMG unterstützt seit 2003 Enactus (ehemals SIFE), eine internationale, nicht-staatliche, unpolitische Non-Profit-Organisation. Hier leisten Studierende
mit unternehmerischen und sozialen Projekten Hilfe zur Selbsthilfe für unterschiedliche Zielgruppen, die in wirtschaftlichen Schwierigkeiten stecken. Neben anderen Sponsoren unterstützt KPMG in Deutschland Enactus, um den studentischen Nachwuchs im Sinne von verantwortungsvollem Unternehmertum und gesellschaftlicher Verantwortung zu begleiten und zu fördern.

Autor: Redaktion / Stadt Köln/ wikipedia.de