Köln steht still: Was Sie zum KVB-Warnstreik am 6. März 2026 wissen müssen

Streik bei der KVB in Köln: Kein Verkehr auf Bus- und Bahn-Linien
Streik bei der KVB in Köln: Kein Verkehr auf Bus- und Bahn-Linien
copyright: CityNEWS / Alex Weis

Am kommenden Freitag, den 06. März 2026, bleibt der gewohnte Fahrplantakt in Köln aus. Ab 3:00 Uhr morgens stellen die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) den Fahrbetrieb wegen eines Warnstreiks für 24 Stunden fast vollständig ein. Während Pendler nach Alternativen suchen, geht es hinter den Kulissen um nichts Geringeres als die Zukunft des Nahverkehrs.

Hintergründe: Warum der Kampf um Entlastung jetzt eskaliert

Der Warnstreik ist keine bloße Formsache, sondern das Ergebnis festgefahrener Tarifverhandlungen im öffentlichen Personennahverkehr. Die Gewerkschaft ver.di macht deutlich: Ohne eine radikale Verbesserung der Arbeitsbedingungen droht dem ÖPNV der Kollaps.

Die detaillierten Forderungen der Beschäftigten:

  • Arbeitszeitverkürzung: Im Zentrum steht die Forderung, die Wochenarbeitszeit bei vollem Lohnausgleich von aktuell 39 auf 37 Stunden zu reduzieren. Ziel ist es, die extreme Belastung im Schichtdienst abzufedern.
  • Verlässliche Ruhepausen: Die Gewerkschaft fordert eine verbindliche Mindestruhezeit von 11 Stunden zwischen zwei Schichten. Bisher führen knappe Wendezeiten und Schichtfolgen oft zu einer chronischen Übermüdung des Fahrpersonals.
  • Finanzielle Anreize für Belastungsspitzen: Um die Arbeit zu unattraktiven Zeiten zu würdigen, werden höhere Zuschläge gefordert, unter anderem eine Steigerung des Sonntagszuschlags auf mindestens 40%.
  • Kampf dem Personalmangel: In NRW fehlen bereits jetzt tausende Fachkräfte. Die Streikenden argumentieren, dass nur durch diese Entlastungspakete neue Mitarbeiter gewonnen und bestehende Kollegen vor dem Burnout bewahrt werden können. Ohne diese Maßnahmen seien die Ausfälle durch hohen Krankenstand bald ohnehin Alltag – auch ohne Streik.

Die Arbeitgeberseite verweist hingegen auf die prekäre Finanzlage der Kommunen und bezeichnete die Forderungen bisher als “nicht darstellbar”, woraufhin ver.di den Druck nun massiv erhöht.

Schulpflicht trotz Streik: Was Eltern jetzt planen müssen

Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass bei einem Ausfall des Nahverkehrs schulfrei sei. In Nordrhein-Westfalen gilt jedoch: Die Schulpflicht bleibt bestehen.

Da der Streik rechtzeitig angekündigt wurde, gilt er als “vorhersehbares Ereignis”. Das bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler – bzw. deren Eltern – selbst dafür verantwortlich sind, einen alternativen Weg zur Schule zu finden. Ein Fernbleiben gilt nur in absoluten, mit der Schulleitung abgesprochenen Härtefällen als entschuldigt. Es empfiehlt sich, frühzeitig Fahrgemeinschaften zu bilden oder auf das Fahrrad umzusteigen.

Der Streik-Check: Was fährt und was bleibt zu?

Der Ausnahmezustand betrifft nahezu alle Bereiche des Kölner Nahverkehrs:

  • Stadtbahnen: Sämtliche Linien fallen aus, inklusive der Linien 16 und 18 (Bonn).
  • Busse: Der KVB-eigene Busverkehr ruht. Nur vereinzelte Fahrten durch private Subunternehmen finden statt.
  • Service: Kundencenter und Verkaufsstellen (z.B. am Neumarkt) bleiben geschlossen.

Wichtiger Hinweis zur Fahrplanauskunft: Um die wenigen verbleibenden Busfahrten zu finden, sollten Sie in der App oder auf der Website Ihre genaue Adresse eingeben. Das System zeigt Ihnen dann alle Linien im Umkreis an, die trotz des Streiks bedient werden.

Mobil bleiben: Diese Alternativen haben Sie

Trotz des KVB-Streiks ist Köln nicht komplett abgeschnitten:

  • S-Bahnen und Regionalzüge: Die Deutsche Bahn und Anbieter wie die Mittelrheinbahn werden nicht bestreikt. S-Bahnen (S11, S12, S19) sowie RE- und RB-Züge verkehren planmäßig und können mit KVB-Tickets im jeweiligen Geltungsbereich genutzt werden.
  • KVB-Rad: Die Leihräder sind eine verlässliche Option. Abonnenten (z.B. Deutschlandticket) nutzen die ersten 30 Minuten jeder Fahrt kostenlos.
  • Keine Mobilitätsgarantie: Bitte beachten Sie, dass die KVB bei Streik keine Kosten für Taxis oder andere Ersatzverkehrsmittel übernimmt.

Der reguläre Betrieb wird voraussichtlich am Samstag, den 07. März, ab 3:00 Uhr morgens wieder aufgenommen, wobei es in den frühen Morgenstunden noch zu Verzögerungen kommen kann.