Echt antike Vintage-Möbel versus künstlichem Shabby Chic

Dieses Biedermeier-Sofa aus Kirschbaumholz mit schwarzem Rosshaarbezug (um 1900) bietet nicht nur echten Vintage-Chic, es ist darüber hinaus auch noch sehr bequem. / copyright: www.britsch.com / djd
Dieses Biedermeier-Sofa aus Kirschbaumholz mit schwarzem Rosshaarbezug (um 1900) bietet nicht nur echten Vintage-Chic, es ist darüber hinaus auch noch sehr bequem.
copyright: www.britsch.com / djd

Möbel, die antik und gebraucht aussehen, liegen voll im Trend. Der sogenannte Shabby Chic-Look kombiniert Altes mit Neuem und Selbstgemachtem. Allerdings sind diese künstlichen Vintage-Möbel, denen industriell ein Anstrich von Geschichte und Einzigartigkeit verliehen wurde, oft sehr teuer.

Wirklich alt und schick – und nicht schäbig

Dabei steht der Kaufpreis in aller Regel nicht im Verhältnis zur tatsächlichen Qualität: die Produktion erfolgt meist in Fernost, auf Masse gemacht, mit billigsten Hölzern, viel Lack, Klebstoff, Farbe und Schmirgelpapier. Wer bei der Einrichtung hingegen wirklich Wert auf Unikate mit Geschichte legt, erreicht dies viel konsequenter und hochwertiger mit echten Antiquitäten. Diese sind original Vintage und entgegen aller Vorteile nicht unbedingt teurer als die auf alt gemachten Möbel.

Antike Möbel sind unverwechselbare Einzelstücke

Ob Biedermeier, Barock, Jugendstil, Art Déco & Co. – die antiken Möbel aus den verschiedenen Epochen passen zu jedem Geschmack und sorgen bei jeder Inneneinrichtung für den besonderen Hingucker. “Die unverwechselbaren Einzelstücke sind aus den hochwertigsten Hölzern und von den Meistern ihrer Zeit gefertigt worden. Sie besitzen eine natürliche Patina, die nicht erst industriell aufgetragen werden muss”, erklärt Antikmöbelspezialist Georg Britsch aus Bad Schussenried. Die Kombination echt Vintage mit modernem Interieur sorgt für einen spannenden Kontrast. Anregungen für die Inneneinrichtung mit antiken Einzelstücken und neuen Elementen gibt es beispielsweise unter www.britsch.com.

Mindestens 100 Jahre alt

“Ein Möbel kann erst dann als antik bezeichnet werden, wenn es zumindest 100 Jahre alt ist. Darüber hinaus ist der authentische Zustand der Stücke wichtig”, erklärt Georg Britsch. Schrank, Tisch und Kommode dürfen demnach nicht aus diversen alten Möbelteilen zusammengesetzt und nicht umgebaut sein. Der Fachhändler, so Britsch, prüfe immer besondere Merkmale: Sind die konstruktiven Bestandteile in klassischer Handwerkskunst produziert? Welche Gebrauchsspuren weist die Oberfläche auf? In welchem Zustand ist die Rückwand? “Echt antik ist der Einrichtungsgegenstand erst, wenn er nicht ‘überrestauriert’ wurde. Mit anderen Worten – 80 bis 90 Prozent des Exponats müssen original sein”, so Britsch. Ob ein Möbel tatsächlich aus der angegebenen Zeit stammt, kann meist nur der geschulte sowie erfahrene Experte erkennen. Dieser garantiert die Epoche und Echtheit des Möbels seinen Käufern dann auch per Zertifikat.

Vorsicht bei spontanen Urlaubskäufen

Ob im In- oder Ausland: In fast jeder Ferienregion gibt es auch Antiquitäten-Läden. Wer meint, dort ein antikes Schnäppchen machen zu können, sollte allerdings vorsichtig sein. Denn Begeisterung in Ferienlaune ist nicht immer ein guter Ratgeber. Sicherheit und Seriosität bieten ausgewiesene Fachhändler. Diese sind in den großen Kunsthandelsverbänden organisiert, beispielsweise im KD Kunsthändlerverband Deutschland e.V., dem Bundesverband Deutscher Galerien und Kunsthändler e.V. oder international in der Vereinigung Cinoa.

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Autor: Redaktion / djd