KVB steigert Fahrgastzahlen und treibt Modernisierung im Jahr 2025 voran

KVB steigert Fahrgastzahlen und treibt Modernisierung im Jahr 2025 voran
KVB steigert Fahrgastzahlen und treibt Modernisierung im Jahr 2025 voran
copyright: Oliver Güth / Kölner Verkehrs-Betriebe AG

Die Kölner Verkehrs-Betriebe AG, kurz KVB, konnte im Jahr 2025 wieder ein leichtes Wachstum bei den Fahrgastzahlen verzeichnen. Nachdem die Nachfrage in den Jahren 2023 und 2024 nahezu konstant geblieben war, nutzten im vergangenen Jahr rund 237,5 Millionen Menschen die Busse und Stadtbahnen des Unternehmens. Das entspricht einem Zuwachs von etwa 1,3 Millionen Fahrten beziehungsweise 0,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders deutlich fiel der Anstieg bei den Stammkundinnen und Stammkunden aus: Ihre Zahl wuchs von 334.700 auf 354.800 und damit um rund sechs Prozent.

Die Vorstandsvorsitzende Stefanie Haaks zeigte sich erfreut über diese Entwicklung und bedankte sich ausdrücklich bei den Fahrgästen für ihre Treue, obwohl die Betriebsqualität nach wie vor nicht in allen Bereichen zufriedenstellend sei. Sie betonte, dass die betrieblichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch 2025 schwierig geblieben seien. Dennoch habe die KVB vor allem bei der Personalgewinnung, der Ausbildung neuer Fahrerinnen und Fahrer, der Modernisierung der Fahrzeugflotte sowie bei der Verbesserung der Kundeninformation entscheidende Fortschritte erzielt. Ziel bleibe es, die Position als umwelt- und klimafreundlicher Mobilitätsdienstleister in Köln und der Region weiter zu stärken.

Deutliche Entspannung bei der Personalsituation

Besonders positiv entwickelte sich im Jahr 2025 die Personalsituation. Intensive Bemühungen bei der Gewinnung neuer Mitarbeitender sowie der Ausbau der Ausbildungskapazitäten im Fahrdienst führten zu einer spürbaren Entlastung. Im Busbereich konnten bereits im Sommer sämtliche Fahrplaneinschränkungen zurückgenommen werden. Auch im Stadtbahnbetrieb wurde das Angebot ausgeweitet: Seit Anfang 2026 werden wieder zusätzliche Fahrten in den Abendstunden und am Wochenende angeboten.

Allerdings ist im Stadtbahnbereich weiterhin kein vollständiger Regelfahrplan möglich. Grund hierfür ist die unzureichende Verfügbarkeit von Fahrzeugen. Die Auslieferung neuer Stadtbahnfahrzeuge verzögert sich seit Jahren. Bahnen, die ursprünglich ausgemustert werden sollten, müssen daher mit erheblichem finanziellen Aufwand weiterbetrieben und technisch ertüchtigt werden. Hinzu kommen anhaltende Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Ersatzteilen, die die Situation zusätzlich verschärfen.

Deutschlandticket als Wachstumstreiber

Der Anstieg der Fahrgastzahlen ist im Wesentlichen auf die stärkere Nutzung des Deutschlandtickets Sozial zurückzuführen, das rund eine Million zusätzliche Fahrten generierte. Beim Deutschlandticket Job verzeichnete die KVB zwar einen leichten Rückgang, dieser wurde jedoch durch Zuwächse beim regulären Deutschlandticket mehr als ausgeglichen. Inzwischen sind mehr als 97 Prozent der Stammkundinnen und Stammkunden mit einem Deutschlandticket unterwegs.

Auch wirtschaftlich konnte das Unternehmen zulegen. Die Verkehrserlöse stiegen um 9,6 Prozent von 244,5 Millionen Euro auf 267,9 Millionen Euro. Diese Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung des öffentlichen Personennahverkehrs in der Domstadt.

Investitionen in neue Fahrzeuge und Elektromobilität

Ein zentrales Zukunftsprojekt bleibt die Modernisierung der Fahrzeugflotte. Das Schweizer Unternehmen Stadler Rail erhielt den Zuschlag für die Lieferung von 132 neuen Hochflur-Stadtbahnen, deren erste Exemplare ab 2029 in Köln erwartet werden. Im Busbereich bestellte die KVB bei Jebsen & Jessen e-Mobility insgesamt 78 E-Busse des Herstellers Irizar e-mobility. Es handelt sich dabei um die bislang größte Busbeschaffung in der Unternehmensgeschichte. Die ersten Fahrzeuge sollen im Oktober 2026 ausgeliefert werden und einen weiteren Beitrag zur Reduzierung von Emissionen leisten.

Digitale Kundeninformation auf neuem Niveau

Sieben Jahre nach Projektstart wurde die umfassende Digitalisierung der Kundeninformation erfolgreich abgeschlossen. Seitdem basiert das gesamte Informationssystem auf einem digitalen Echtzeitbetrieb. Fahrgäste erhalten nun identische Echtzeitdaten über verschiedene Kanäle hinweg, sei es über die Online-Fahrplanauskunft, die KVB-App, die digitalen Fahrgastanzeiger an den Haltestellen oder die Multifunktionsanzeigen in Fahrzeugen.

Im Zuge dieser Umstellung wurde auch eine neue akustische Identität eingeführt. Die Radio-Redakteurin Sandra Rosenthal ist seitdem als “Stimme für Köln” zu hören, deren synthetisierte Ansagen in Fahrzeugen und an Haltestellen erklingen. Die technische Umstellung erfolgte im laufenden Betrieb und verlief weitgehend reibungslos. Dass es nach Inbetriebnahme eines solch komplexen Systems zu Fehlern kommen würde, war eingeplant und wurde transparent kommuniziert. Interne Fachleute und externe Partner arbeiten kontinuierlich daran, auftretende Probleme zu analysieren und zu beheben.

Mehr Sicherheit und Service für KVB-Fahrgäste

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Verbesserung von Sicherheit und Sauberkeit. Seit dem Frühjahr 2025 sind gemeinsame Streifen von KVB, Polizei und städtischem Ordnungsamt insbesondere an innerstädtischen Haltestellen im Einsatz. An den stark frequentierten Haltestellen Neumarkt und Ebertplatz stellt die KVB eine durchgehende 24-Stunden-Bestreifung sicher.

Parallel dazu wurde der Bereich Fahrgastsicherheit und Service neu organisiert. Statt getrennter Aufgabenfelder für Fahrausweisprüfung, Service und Sicherheit sind nun sogenannte Fahrgastmanager-Teams in sechs Bezirken unterwegs. Diese Teams betreuen fest zugewiesene Linien- und Haltestellenpakete, begleiten die Fahrzeuge in ihren Bereichen und sollen so die Servicequalität erhöhen, den Schutz von Anlagen verbessern und die Zusammenarbeit mit Stadt, Polizei und Streetworkern intensivieren.

Weitere Projekte für eine moderne Infrastruktur

Auch über den operativen Betrieb hinaus setzte die KVB zahlreiche Projekte um. Das KVB-Rad erreichte mit mehr als fünf Millionen Ausleihen einen neuen Rekord. Die Digitalisierung der 24 Park-and-Ride-Anlagen mit rund 4.650 Stellplätzen wurde weiter vorangetrieben, um Auslastung und Komfort für die Nutzerinnen und Nutzer zu verbessern. Bis Ende 2026 soll das Projekt vollständig abgeschlossen sein.

Im Bereich Infrastruktur investierte die KVB erheblich in die Erneuerung von Rolltreppen. Im Jahr 2025 wurden 14 Anlagen ausgetauscht, nachdem bereits im Vorjahr acht erneuert worden waren. Allein am Neumarkt wurden acht neue Rolltreppen installiert, zwei weitere sollen 2026 folgen. Insgesamt betreibt die KVB 263 Rolltreppen im Netz. Mehrere langfristige Erneuerungsprogramme sollen die Störanfälligkeit deutlich reduzieren und den Komfort steigern.

Zudem wurde das Kundencenter am Neumarkt nach umfassender Sanierung an einem neuen Standort wiedereröffnet. In Wesseling sind die Abbrucharbeiten auf dem Norton-Gelände für den Bau eines neuen Stadtbahn-Betriebshofes weitgehend abgeschlossen. Nach umfangreichen Bauarbeiten können die Stadtbahnen seit dem Spätsommer außerdem wieder über die Mülheimer Brücke fahren, was das Netz spürbar entlastet.

Große Herausforderungen bleiben bei der KVB bestehen

Trotz der positiven Entwicklungen bleibt die Lage anspruchsvoll. Die kommenden Jahre werden von der Herausforderung geprägt sein, den öffentlichen Nahverkehr im Spannungsfeld zwischen Mobilitätswende und wirtschaftlichen Zwängen weiterzuentwickeln. Dafür sind nicht nur ausreichende Finanzmittel erforderlich, sondern auch ein engagiertes und leistungsfähiges Team. Stefanie Haaks dankte daher ausdrücklich allen Mitarbeitenden, die mit Einsatz, Fachwissen und Engagement täglich dazu beitragen, die KVB voranzubringen und die Mobilität in Köln nachhaltig zu sichern.