Ums Erbe betrogen

Bei der Verlockung einer Millionenerbschaft lassen viele die Gefahr oder Möglichkeit, dass es sich um einen Betrug handeln könnte außer Acht. / copyright: davidevison  / Fotolia.com
Bei der Verlockung einer Millionenerbschaft lassen viele die Gefahr oder Möglichkeit, dass es sich um einen Betrug handeln könnte außer Acht.
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Wenn man an Erbbetrug denkt, ruft man sich schnell ältere wohlhabende Menschen mit viel jüngeren Partnern ins Gedächtnis, die nach dem Tod alles erben. Oder eine verstrittene Familie, die sich um jeden Cent streitet, schwebt einem vor dem inneren Auge. Doch Ärger mit dem Erbe gibt es nicht nur in der eigenen Familie.

Vor einigen Jahren gab es in Deutschland eine Betrugswelle, wo Verbraucher
Briefe und E-Mails in Englisch oder schlechtem Deutsch von angeblichen Anwälten
aus u.a England, Spanien und den Vereinigten Staaten erhielten.  Die Betrüger gaben sich als Anwälte oder
Bankangestellte aus und kontaktierten Verbraucher unter dem Vorwand, dass sie nach
dem Erben von Herr oder Frau (Name) suchen würden. Entweder war der
Angeschriebene ein angeblicher Verwandter des Verstorbenen oder er wurde
einfach gebeten sich als ein Verwandter auszugeben, da sonst das Geld an den Staat ginge falls sich
kein Erbe findet. Im letzteren Fall wurde sogar eine 50/50 Gewinnteilung
angeboten wenn man „Komplize“ wird – bei den Erbsummen handelte es sich nahezu
ausschließlich um Beträge in Millionenhöhe.

Bei der Verlockung einer Millionenerbschaft lassen viele die Gefahr oder
Möglichkeit, dass es sich um einen Betrug handeln könnte außer Acht. Die Sache
hat natürlich einen Haken, die angeblichen Erben werden immer um Vorkasse
gebeten. Erst sind es kleine Summen im Hundert Euro Bereich bis diese zu
mehreren Tausend Euro ansteigen.  So
überwiesen viele willig das Geld – immer die Millionen vor Augen – für angeblich
zu entrichtete Zollgebühren, Steuern, Gutachtenkosten und Co. ehe sie den
Betrug merken. Doch dann ist es oft schon zu spät und das Geld ist weg. Die
niederländische Firma „Ultrascan“ schätzt den jährlichen Schaden solcher
Betrugsmaschen auf über 500 Millionen Euro, doch die Dunkelziffer ist höher. Viele melden
sich wahrscheinlich aus Scham nicht bei der Polizei. Die Betrüger finden immer
neue Wege und geben sich immer mehr Mühe, doch spätestens wenn Geld gefordert
wird, sollten auch die „Neumillionäre“ aufwachen und den Gang zur Polizei
antreten.

Was ist zu tun?

Diese Masche ist schon seit vielen Jahren bekannt und Betrüger sind immer
noch am Werk. Doch werden diese immer einfallsreicher und viele der (zukünftigen)
Opfer sind oft unwissend und gutgläubig – wer träumt nicht davon über Nacht zum
Millionär zu werden.

Grundsätzlich sollte in unerwarteten und unbekannten Erbschaftsfällen mit
Vorsicht gewaltet werden. Es ist allein noch kein Indiz dafür, dass die
Geschichte wahr ist, wenn die Betrüger persönliche Daten wie Name und Anschrift
haben und auch vermeintlich offiziell aussehende Dokumente können gefälscht
werden. Bei konkreten Betrugsverdachten ist es ratsam sich an eine zuständige
Polizeidienststelle zu wenden. Sollte der Verdacht nicht konkret genug sein oder wenn eine Überprüfung der Angelegenheit
stattfinden soll, so kann man einen Detektiv beauftragen oder gleich den Anwalt
einschalten. Gehen Sie nicht auf die Schreiben ein und leisten Sie in keinem
Fall Vorkasse!