AdWords für lokale Unternehmen – So werben Sie auf Google regional

AdWords für lokale Unternehmen – So werben Sie auf Google regional - copyright: pixabay.com
AdWords für lokale Unternehmen – So werben Sie auf Google regional
copyright: pixabay.com

Das Verbraucher inzwischen auch nach lokalen Unternehmen bevorzugt im Internet suchen dürfte kein Geheimnis mehr sein. Dass man auf Google auch lokale Werbung schalten kann, um in seiner Region gefunden zu werden, ist hingegen noch nicht in alle Köpfe vorgedrungen. Entweder das Unternehmen denkt Google sei eine Nummer zu groß für ihn oder es ist zu beobachten wie kleine Unternehmen, die maximal Kunden in zehn Kilometer Entfernung bedienen, Werbung in ganz Deutschland schalten. Wir sagen worauf Sie achten müssen, um Ihr Geld nicht aus dem Fenster zu werfen.

Mit Google können Sie auf der ganzen Welt werben – Oder nur in Ihrem Viertel!

Die richtige geografische Ausrichtung

In der Tat der größte und erste Hebel um Ihre AdWords Anzeigen nur noch in Ihrer Region zu schalten ist die örtliche Aursrichtung. Ein Restaurant aus Köln braucht keine Werbung in Hamburg zu schalten. Dennoch passiert es immer wieder. Das Problem dabei ist, dass nun Anzeigen auch bei Anfragen zu den gebuchten Keywords des Unternehmens in anderen Städten angezeigt werden und bei einem Klick auf die Anzeige Geld kosten. Das Werbebudget wird ohne Gegenwert (neue Kunden oder wenigstens Bekanntheit in der eigenen Stadt) aufgebraucht. Der Unternehmer könnte sein Geld also auch verbrennen.

Die richtige geografische Ausrichtung - copyright: Screenshot Google
Die richtige geografische Ausrichtung
copyright: Screenshot Google

Daher ist unbedingt darauf zu achten, dass in den Einstellungen der Kampagne unter „Standorte“ nur die Standorte angegeben werden, welche wirklich relevant sind. Im Falle des Restaurants kann dies zum Beispiel ein Radius von fünf Kilometer um das Restaurant sein. Die Schaltung kann auch auf Postleitzahlen-Basis geschehen oder für Orts- oder Stadtteile. Auch eigene Eingaben und Ausschlüsse sind möglich. Google kann den Standort der Nutzer mittlerweile auch auf Desktop-Computern und nicht nur auf dem Smartphone recht genau ermitteln. So erhalten Düsseldorfer keine auf Köln ausgerichtete Anzeigen. Oder umgekehrt.

Die richtigen Keywords finden

Ein Problem was viele kleine Unternehmen haben: sie werben nicht mit den richtigen Keywords in Ihren AdWords Kampagnen. Dabei ist es gar nicht so schwer. Setzen Sie sich mit Ihren Mitarbeitern zusammen und überlegen Sie nach welchen Begriffen Nutzer suchen könnten, wenn diese nach Dienstleistungen oder Produkten suchen würden, wenn diese Ihr Unternehmen nicht kennen. Sie mit dem Unternehmensnamen zu finden ist in der Regel kein Problem, nur gewinnen Sie so keine Neukunden. In Zweifel fragen Sie auch Ihre Kunden wie diese Sie suchen würden. Das kann sich von Ihrer Vorstellung unterscheiden.

Wichtig ist auch der richtige Umgang mit den Keyword-Optionen in AdWords. Auf keinen Fall sollten alle Suchbegriffe mit der Option „weitestgehend passend“ eingebucht werden. Google hat eine sehr weite Vorstellung davon was weitestgehend passend sein soll und so werden Anzeigen auch bei sehr abwegigen Suchen geschaltet. Das kostet Geld. Testen Sie die anderen Optionen und kontrollieren Sie immer wieder ob die tatsächlichen Suchanfragen zu Ihrem Angebot passen.

Die richtige Struktur – Mehrere Anzeigengruppen und Kampagnen

Unternehmen die mehr als nur ein Produkt anzubieten haben brauchen in jedem Fall mehrere AdWords Anzeigengruppen und Kampagnen. Die sollten nicht alle Keywords in eine Kampagne werfen, denn dies hat zur Folge, dass Sie bei Ihren Anzeigen nur sehr unspezifisch werden können. Die Anzeigen gelten nämlich immer genau für eine Anzeigengruppe. Haben Sie nur eine dann müssen Sie auch sehr allgemein bleiben. Doch die Nutzer sind am ehesten geneigt eine Anzeige zu Klicken, wenn diese verspricht genau Ihr Problem zu lösen.

Daher bringen Sie unbedingt Struktur in Ihre Kampagnen. Trennen Sie nach Dienstleistungen und Produkten. So können Sie Anzeigen erstellen die genau das Produkt oder die Dienstleistung beschreiben. Auch erleichtert dieses Vorgehen die Verwaltung von Budgets und die Steuerung. Sie sehen welche Kampagne besser läuft und können bei saisonalen Produkten die Kampagne eben genau zur Saison „aufdrehen“ (z.B. als Blumenhändler vor dem Valentinstag). Sie können auch Kampagnen für bestimmte Stadtteile starten.

Aussagekräftige Anzeigentexte erstellen

Der erste und hoffentlich nicht einzige Kontakt mit den potenziellen Kunden ist Ihre Anzeige. Hier sollten Sie sich besonders viel Mühe geben und immer wieder testen was funktioniert und was nicht. Dazu testen Sie am besten immer zwei Anzeigen gegeneinander. In den Anzeigen bringen Sie in kurzen Worten das auf den Punkt was Sie bieten. Und bringen Sie unbedingt auch Keywords die Sie gebucht haben mit in der Anzeige unter. Zum Beispiel „Blumenladen Lindenthal“. Ein gern genutztes Muster ist auch: Frage, Antwort, Handlungsaufforderung. Auch sollten Preise und Orte in den Anzeigen kommuniziert werden. Z.B. „Valentinsstrauß ab 15€“.

Landeseite (Landingpage) auswählen

Wer mehr als nur eine Seite auf seiner Webseite hat muss die Interessenten auch unbedingt auf die passende Unterseite lenken. Machen Sie auf keinen Fall den Fehler und geben Sie in den Anzeigen immer nur die Startseite an. Nutzer möchten auf der Seite auf der sie landen (daher Landeseite/ Landingpage) genau das finden was sie gesucht haben. Die wenigsten navigieren sich dann noch durch eine Webseite. Zu der Anzeige „Strickkurs Ehrenfeld“ sollte der Nutzer also auf der Seite zum Ehrenfelder Strickkurs landen und nicht auf der Startseite auf der noch tausend andere Dinge angeboten werden.

Drum prüfe wer sich ewig bindet

Mit Google AdWords regional werben - copyright: pixabay.com
Mit Google AdWords regional werben
copyright: pixabay.com

Natürlich bindet man sich nicht auf ewig bei Google, aber oft wird der Fehler gemacht, dass Keywords eingebucht werden und diese laufen dann einfach immer weiter, selbst wenn sie nichts zum Unternehmenserfolg beitragen. Das liegt oft am fehlenden Monitoring- und Conversion-Tracking. Daher kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Kampagnen, prüfen Sie welche Suchbegriffe wirklich verwendet wurden. Vom Nutzer eingegebene Suchbegriffe die offensichtlich nicht zu Ihrem Angebot passen sollten Sie ausschließen, denn sonst lösen diese unter Umständen immer wieder Ihre Anzeigen aus. Und nutzen Sie in jedem Fall Conversion- und Telefon-Tracking. Nur so können Sie messen ob Ihre Anzeigen funktionieren. Conversionen können Telefonanrufe und Kontaktanfragen sein.

Da viele Kunden aber auch direkt in das Geschäft kommen werden, es geht ja um lokale Unternehmen, können Sie zur Messung einen Trick anwenden und online auch einen Rabatt-Code anbieten der nur auf Seiten erscheint die über AdWords Anzeigen erreichbar sind. Jemand der diesen Rabatt einlösen will, der ist in jedem Fall über eine lokale AdWords Anzeige auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden. Damit können Sie dann sehen ob Ihre Anzeigen funktionieren oder nicht. Der Rabatt-Code darf aber nicht ganz normal auf Ihre Webseite gestellt werden.

Anzeigenerweiterung nutzen

Anzeigenerweiterungen bieten die Möglichkeit, neben dem eigentlichen Anzeigentext, weitere Informationen anzuzeigen. Diesen zusätzlichen Platz sollten Sie unbedingt nutzen. Gerade lokale Unternehmen sollten mit der Standorterweiterung anzeigen wo Ihr Unternehmen sitzt (dazu wird ein Google My Business Konto benötigt). Auch die Telefonnummer mit der Anruferweiterung anzeigen kann sehr wichtig sein. Und Nutzer können von Ihrem Smartphone mit einem Klick bei Ihnen anrufen oder die Routenplanung zu Ihren Laden starten.

Und über Zusatzinformationen und Snippets können weitere Infos zu den Dienstleistungen oder Produkten angezeigt werden. Eine neue Möglichkeit auf Smartphones besondere Aufmerksamkeit zu erzeugen und direkt sein Angebot zu kommunizieren ist die Preiserweiterung. Damit zeigen Sie direkt Ihre Preisstruktur an. Zum Beispiel „Reifenwechsel inkl. Auswuchten ab 9,95 Euro“.

Auf Google Maps werben

Viele Nutzer suchen auch nach lokalen Unternehmen direkt in Google Maps. Eine recht neue Möglichkeit ist es auch hier direkt mit lokalen AdWords Suchanzeigen zu werben. Das Ganze sieht dann wie folgt aus. Die Anzeigen erscheinen oberhalb der organischen Treffer und auf den Karten werden die Unternehmen gesondert ausgezeichnet.

Auf Google Maps werben - copyright: Screenshot Google
Auf Google Maps werben
copyright: Screenshot Google

Dazu muss der Werbende in seinem AdWords Konto zunächst die Standorterweiterung aktivieren. Um die Standorterweiterung nutzen zu können bedarf es eines „Google My Business“-Kontos, das verifiziert und mit dem AdWords Konto verknüpft ist. Außerdem muss die Kampagne eine entsprechende geografische Ausrichtung besitzen.

Spezielle Dienstleister für regionale Suchmaschinenwerbung mit AdWords

Suchmaschinenwerbung ist ein sich schnell bewegendes Geschäft und der Artikel kann nur einen Bruchteil der Optimierungsmöglichkeiten von AdWords zeigen. Es gibt immer wieder Änderungen und man benötigt eine Menge Erfahrung um die Kampagnen effizient managen zu können. Einmal einstellen und vergessen führt meist dazu, dass nur das Geld verbrannt wird. Tobias Clement von Advidera in Köln empfiehlt Unternehmen, die nicht die nötigen internen Kompetenzen und Kapazitäten besitzen, sich an spezialisierte Dienstleister zu wenden. Gerade für kleinere Unternehmen lohnt es sich eine Agentur einzubinden, da der Aufbau des nötigen Wissens oftmals einen hohen Aufwand bedeutet, der in keiner Relation zum eigenen Werbebudget steht.

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