Zum Verlieben: Süßer Nachwuchs im Kölner Zoo

Zum Verlieben: Süßer Nachwuchs im Kölner Zoo copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer
Zum Verlieben: Süßer Nachwuchs im Kölner Zoo
copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer

Im Kölner Zoo gibt es süßen Nachwuchs, in dem man sich direkt „schockverlieben“ könnte. Vier Erdmännchen und ein Ringelschwanzmungo erblickten das Licht der Welt in der Domstadt. Wer die neuen Bewohner aus der Nähe sehen möchte hat am Sonntag, 3. Juni 2018 beim großen Bauern- und Handwerkermarkt im Zoo Gelegenheit dazu.

Vier Erdmännchen sorgen für Wirbel im Kölner Zoo

Vier Erdmännchen sorgen für Wirbel im Kölner Zoo copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer
Vier Erdmännchen sorgen für Wirbel im Kölner Zoo
copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer

Gleich vierfachen Nachwuchs im Zoo gab es bei den beliebten Erdmännchen, die auch Surikate oder Scharrtier (Suricata suricatta) genannt werden. Wann die Jungtiere im Kölner Zoo auf die Welt kamen, ist nicht genau bekannt, da sich das Zuchtweibchen dann in die unterirdischen Tunnel zurückzieht. In etwa hatte sie um den 20. April 2018 herum geworfen. Nach einer Tragezeit von etwa 75 bis 80 Tagen kommen oftmals zwischen zwei und fünf Jungtieren zur Welt. Beim aktuellen Wurf waren es vier.

Die gesellige und tagaktive Mangustenart der Erdmännchen lebt in großen Familienclans. Die Gruppe wird von einem dominanten Weibchen angeführt – das in Köln heißt „Marie“. Erdmännchen genießen Sonne und Wärme. Den Tag über verbringen sie meist vor ihrem Bau mit Nahrungssuche. Als Fleischfresser ernähren sich Erdmännchen von allem, was sich erbeuten lässt. Zur Hauptnahrung gehören Insekten und -larven, Spinnentiere und Skorpione, weitere Wirbellose sowie kleinere Reptilien und Kleinsäuger. Bei der Nahrungssuche halten immer einige Ausschau nach Feinden.

Süßer Nachwuchs in vorbildlicher Umgebung

Süßer Nachwuchs in vorbildlicher Umgebung copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer
Süßer Nachwuchs in vorbildlicher Umgebung
copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer

Die Tiere stehen dabei auf den Hinterbeinen, schauen ringsherum umher, der Schwanz dient dabei zur Stützung. Ist z.B. ein Greifvogel erspäht, so ertönt ein schriller Warnschrei und alle suchen sofortigen Unterschlupf. Den unterirdischen Bau graben sie meist nicht selber, sie übernehmen in der Regel vorhandene von anderen Arten. Diese Bauten wechseln sie regelmäßig, wenn vor Ort die Nahrung knapp wird. Ihr Revier markieren Erdmännchen mit Duftstoffen aus Analdrüsen. Diese Markierung dient Artgenossen zur Warnung und eigenen Familienangehörigen zur Identifikation. Die Tiere leben in Südafrika sowie in Namibia, Botswana und Angola. Der Lebensraum sind trockene und steinige Savannen mit wenig Vegetation.

Geschlechtsreif werden Erdmännchen mit etwa zwölf Monaten. Die Jungtiere sind anfangs nackt und blind, die Ohren haben sie geschlossen. Die Tiere haben ein Geburtsgewicht von lediglich 30 Gramm. Nach etwa 14 Tagen öffnen sie zum ersten Mal ihre Augen. Auch die Ohren sind mittlerweile geöffnet und weit entwickelt. Die Jungtiere werden etwa für 80 Tage gesäugt. Ab der sechsten Lebenswoche wird aber bereits feste Nahrung gefressen, die die Jungen vorgekaut kriegen. Mit drei Monaten gehen die Kleinen bereits eigene Wege, bleiben aber in der Familie.

Die gesellige und tagaktive Mangustenart der Erdmännchen lebt in großen Familienclans. copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer
Die gesellige und tagaktive Mangustenart der Erdmännchen lebt in großen Familienclans.
copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer

Erdmännchen üben auf die Menschen eine besondere Faszination aus: Sie stehen aufrecht, haben große Augen – sprich man empfindet sie als „süß“. Auch daher haben in den letzten zehn Jahren sehr viele Zoologische Gärten vorbildliche Anlagen für sie gebaut. Die Kölner Anlage von 2003 war dabei der Trendsetter.

Ringelschwanzmungo geboren

Ringelschwanzmungo in Köln geboren copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer
Ringelschwanzmungo in Köln geboren
copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer

In der 2008 neu eröffneten Anlage für Ringelschwanzmungos hat sich ebenfalls Nachwuchs eingestellt. Das Jungtier wurde Mitte April geboren. Mutter ist die 5-jährige „Tiffi“. Sie kam 2013 aus dem Zoo Saarbrücken an den Rhein. Vater „Boka“ ist 10 Jahre alt. Der gebürtige Berliner lebt seit Eröffnung der Anlage im Jahr 2008 in Köln. Das Geschlecht des Jungtiers ist noch unbestimmt, um die anfangs so wichtige Mutter-Kind-Beziehung nicht zu stören.

Der kölsche Nachwuchs heißt „Afeno“. Dies bedeutet auf Malagasy – der Sprache auf Madagaskar – so viel wie „Verstecken“. Grund für den Namen ist, dass sich „Afeno“ kurz nach der Geburt für zwei Tage in einer Felsspalte des Geheges verborgen hatte. Für die Tierpfleger war das Jungtier in dieser Zeit unauffindbar.

Flexible Esser – und noch relativ unerforscht

Ringelschwanzmungos sind Flexible Esser – und noch relativ unerforscht copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer
Ringelschwanzmungos sind Flexible Esser – und noch relativ unerforscht
copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer

Während auf dem Clemenshof Tiere aus der Region, wie Kühe, Schafe und Co. im Mittelpunkt stehen, stammen die Ringelschwanzmungos aus dem fernen Madagaskar. Die kleinen Raubtiere sind tagaktiv. Sie ernähren sich überwiegend von kleinen Säugetieren, Insekten, Schnecken und Eiern. Auch Früchte stehen hin und wieder auf dem Speiseplan. Da sie gern Nektar trinken, übernehmen Ringelschwanzmungos in Madagaskar auch die Funktion des Bestäubens. Die Tiere sind an ihrem geringelten Schwanz und der rot-braunen Fellfärbung zu erkennen. Bei der Wahl des Lebensraums sind Ringelschwanzmungos flexibel. Sie kommen sowohl in bewaldeten wie auch auf felsigen Flächen vor.

Der kölsche Nachwuchs heißt "Afeno". copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer
Der kölsche Nachwuchs heißt „Afeno“.
copyright: Kölner Zoo / Werner Scheurer

Ringelschwanzmungos sind noch relativ unerforscht. Der Bestand ist wie bei allen waldbewohnenden Arten auf Madagaskar bedroht, da Bäume zur Ressourcengewinnung gerodet und die Tiere für die Ernährung der bitterarmen Bevölkerung massiv gejagt werden. Neben dem Kölner Zoo halten in Deutschland auch die Zoologischen Gärten in Berlin, Heidelberg und Saarbrücken diese aktiven und bei den Besuchern sehr beliebten Raubtiere.

Bauern- und Handwerkermarkt rund um den Clemenshof im Kölner Zoo

Bauern- und Handwerkermarkt rund um den Clemenshof im Kölner Zoo copyright: Kölner Zoo
Bauern- und Handwerkermarkt rund um den Clemenshof im Kölner Zoo
copyright: Kölner Zoo

Wer „Afeno“, den Erdmännchen-Nachwuchs oder Geißbock Hennes VIII. an diesem Sonntag, 3. Juni 2018,  bewundern will, kann gleich auch den Bauern- und Handwerkermarkt im Kölner Zoo besuchen. Dann heißt es: Staunen, Lernen und Einkaufen rund um den Clemenshof. Besucher können Obst, Gemüse, Fleisch und frische Blumen einkaufen. Gleichzeitig lernen die Kinder, wie man mit regionalen Zutaten kocht, welches Tier welche Eier legt oder woher eigentlich der Honig kommt. Der Besuch des Bauernmarkts ist im regulären Zooeintritt enthalten.

Kids können Bauer Clemens begleiten oder den Schafscherer in Aktion bestaunen. Handwerker zeigen ihre Kunst rund um die Produkte des Clemenshofes. Der Bauernmarkt im Zoo findet zum zweiten Mal statt. Er ist eine Gemeinschaftsaktion vom Kölner Zoo und der Marktverwaltung der Stadt Köln.

Weitere Infos unter: www.koelnerzoo.de