Restaurant-Tipps: Der Orient und seine Köstlichkeiten in Köln

Restaurant-Tipps: Der Orient und seine Köstlichkeiten in Köln
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In Köln gibt es viele türkische Restaurants. Die Besitzer stellen die Küche und ihre Heimat vor. Der Trend zur orientalischen Küche beginnt. Von einem „klaren Trend“ in Richtung vielfältiger Küche und Orient spricht der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Nordrhein in Köln.

Gäste können beobachten, wie hinter einer Glasvitrine eine üppige, ältere Frau sitzt. Die Haare mit einem dunkelblauen Tuch verhüllt, den Rock bis zu der Brust gezogen, die Ärmel ganz hochgekrempelt, knetet sie den Teig und rollt ihn aus. Die Arbeitsschritte sind routiniert. Das „Gözleme“, ein Teiggericht, und der Sesamring sind die Spezialitäten des Hauses. Turan Altintaç hat seinen neun Mitarbeitern beigebracht, wie man die Sesamringe gut zubereitet. Menschen aus ganz Deutschland kommen hierher, um den Sesamring oder auch das „Gözleme“ zu probieren.

Köstlichkeiten aus dem Orient

Köstlichkeiten aus dem Orient copyright: pixabay.com
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Vor zehn Jahren hat Turan Altintaç das Simitland, eine türkische Bäckerei an der Venloer Straße 302 in Köln-Ehrenfeld, übernommen. Erfahrungen in der Gastronomie konnte er schon in seiner Heimat, der Türkei, sammeln. Mittlerweile überlässt er den zwei Köchen Fatih und Jalin die Bäckerei. „Unser Laden ist sehr bekannt. Trotzdem möchten wir noch mehr junge Menschen erreichen. Wir müssen etwas mehr Zeit in Werbung investieren!“, sagt Turan Altintaç.

Familien und ihre Kinder, aber auch junge Menschen besuchen die Bäckerei. Sie bedienen sich am Büfett, das aus Salaten, Obst, Gebäck und Süßwaren besteht, und können sich am Eingang zusätzlich Sesamringe, „Gözleme“ oder anderes Gebäck bestellen. „Wir haben eine Bäckerei. Das bedeutet, die meisten Reservierungen sind für morgens vorgesehen und ab dem Nachmittag kommen zu wenige Gäste. Wir überlegen uns noch, wie wir die Speisekarte und das Konzept ändern können, um auch ab dem Nachmittag noch genug Gäste zu haben“, erklärt Herr Altintaç.

Der Geruch von Cay und anderen heißen Getränken lenkt kurz von den lebhaften und lauten Stimmen ab. Gäste sitzen zu türkischer Musik an Holztischen und auf Holzbänken, die mit Stoffen überzogen sind. Das „Simitland“ ist gefüllt mit Wandmalereien, Säulen und zitronengelben und kupferroten Lampen in Mosaikmustern. Dekorationen, wie Teller mit Bildern, Muscheln und Sand, erinnern an die Heimat und Orient.

„Die Deutschen reisen gerne und viel und besuchten in den letzten Jahren zunehmend auch orientalische Länder, zum Beispiel Ägypten. Zu Hause möchten sie diese Küche dann noch mal erleben. Die Deutschen finden diese Küchen insgesamt spannend. Sie treffen den Zeitgeist. Es ist eine andere Ess- und Lebenskultur – mit ungewohnten Attributen. Statt mit Besteck isst man zum Beispiel mit gerolltem Fladenbrot“, sagt die deutsche Food-Designerin Karin Tischer.

Aladdins Zuhause – 1001 Nacht

Aladdins Zuhause - 1001 Nacht copyright: pixabay.com
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Solche ungewohnten Esskulturen gibt es auch im Ya daary, dem Orienthaus an der Sömmeringstraße 48 in Köln-Ehrenfeld.

Ein Fernsehen an der Wand zeigt Bauchtänzerinnen und dazu läuft arabische Musik. Es gibt keine Fenster und das Licht ist gedämpft. Wohin das Auge reicht, sieht man Teppiche, Handmalereien, Säulen, Vasen und Tücher. Nasrin Jahanbane zündet Kerzen an, füllt die Zuckerschalen aus Kupfer und Silber auf.

„Ich komme aus dem Iran und habe schon dort meine eigenen Restaurants geführt. Hier in Deutschland möchte ich den Menschen Arabien ein Stück näherbringen. Es ist mehr als nur ein Restaurant. Arabisches Essen, arabische Musik, Bauchtanzshows und Essen auf Teppichen – das ist doch besonders!“, erzählt Frau Jahanbane. Unter einer Palme sitzen Gäste, die ihre Schuhe ausgezogen haben, auf Teppichen und vielen Kissen in Rot, Gelb, Braun und Blau. Sie bekommen die Spezialität des Hauses, Lammfleisch mit Reis und vielen Gewürzen, Fladenbrot und Cay, serviert. „Ich arbeite hier ganz allein. Ich bin Chefin, Köchin und Kellnerin. Erst wenn der Laden richtig voll wird, stelle ich neues Personal ein!“

Kulinarische Vielfalt

Von einem „klaren Trend“ in Richtung vielfältiger Küche spricht der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Nordrhein in Köln.
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Viel Liebe zum Detail sind im „Simitland“ oder im „Ya daary“ vorhanden. Die Besitzer schaffen eine Wohlfühl-Oase durch Dekorationen und herzlicher Gastfreundschaft. Man vergisst in diesen Räumen, dass man sich hier in Deutschland, in Köln, befindet. Ein Besuch dieser Restaurants lohnt sich. Das Essen muss man probiert haben. 1001 Nacht muss man erlebt haben!

Von einem „klaren Trend“ in Richtung vielfältiger Küche spricht der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Nordrhein in Köln. Früher habe es in neuen Restaurants hauptsächlich das gegeben, was die Deutschen aus ihrem Urlaub kennen, berichtet DEHOGA-Sprecher Matthias Johnen: „Speisen aus Italien, Griechenland oder der Türkei. Inzwischen werde alles und vielfältigst auf den Markt gebracht“ – von der Garküche aus dem Wok bis zu extravaganten Burger-Buden.“ Zahlen über die Ausrichtung gastronomischer Betriebe zu landes- oder regionaler Ausrichtung gebe es unterdessen nicht. Kulinarische Vielfalt in Köln lässt sich also nur selbst entdecken.

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Dieser Beitrag ist entstanden in einem Kooperationsprojekt von CityNEWS mit der HMKW Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft in Köln-Zollstock. Prof. Dr. Frank Überall hat in seinen Kursen zum Print- und Bildjournalismus das Thema umgesetzt.


Dieser Artikel wurde am 16.10.2017 aktualisiert