Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes: "Eine gute Vorbereitung ist das A und O!"

Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) ist in der aktuellen Ratsperiode die erste Stellvertreterin des OB. Neben ihren repräsentativen Aufgaben engagiert sich die studierte Architektin schwerpunktmäßig in den Politikbereichen Soziales, Kultur und Integration. / copyright: Sabine Arnolds
Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) ist in der aktuellen Ratsperiode die erste Stellvertreterin des OB. Neben ihren repräsentativen Aufgaben engagiert sich die studierte Architektin schwerpunktmäßig in den Politikbereichen Soziales, Kultur und Integration.
copyright: Sabine Arnolds

Vier Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unterstützen Kölns OB Jürgen Roters bei Ratssitzungen und bei der Repräsentation. CityNEWS stellt Ihnen die ehrenamtlichen Volksvertreter vor. Den Anfang macht Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes. Sie ist in der aktuellen Ratsperiode die erste Stellvertreterin des OB.

Was viele nicht vermuten: Es ist schon eine wahre Herkulesaufgabe, was unsere ehrenamtlich tätigen Volksvertreterinnen und -vertreter tagtäglich leisten. In einer neuen Serie stellt CityNEWS Elfi Scho-Antwerpes, Hans-Werner Bartsch, Angela Spizig und Manfred Wolf samt der Fülle ihrer Aufgaben vor.

Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes (SPD) ist in der aktuellen Ratsperiode die erste Stellvertreterin des OB. Neben ihren repräsentativen Aufgaben engagiert sich die studierte Architektin schwerpunktmäßig in den Politikbereichen Soziales, Kultur und Integration. Die 59-Jährige ist seit 1988 Mitglied im Vorstand der Aidshilfe Köln e.V. und seit 1998 Kreisvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Köln. Sie ist Trägerin des Bundesverdienstkreuzes am Bande (1999) und diesjährige deutsche Preisträgerin des Tolerantia-Preises für herausragendes Engagement in Sachen gesellschaftliche Toleranz und Vielfalt. Und das ist nur ein kleiner Auszug aus der Liste ihrer vielfältigen Engagements und Ehrungen in und um Köln.

CityNEWS: Auf wie viele Termine kommen Sie im Jahr?

Elfi Scho-Antwerpes (lacht): Da habe ich mir noch nie Gedanken drüber gemacht. Bestimmt an die 1000…

CityNEWS: Hört sich nach einer Sieben-Tage-Woche an?

Elfi Scho-Antwerpes: Stimmt. Die Termine liegen zwischen 8.30 Uhr und 20 Uhr, im Karneval bin ich auch häufig länger unterwegs.

CityNEWS: Was sind das für Termine?

Elfi Scho-Antwerpes: Ratssitzungen, Pressegespräche, Straßenfeste. Darüber hinaus vertrete ich den OB bei vielen Anlässen. Hinzu kommen Termine für die Kölner Aidshilfe und den Paritätischen Wohlfahrtsverband. Mein Engagement gegen Rechtsextremismus ist ebenfalls wohlbekannt. Die Kölner Kampagne ‘Arsch huh‘ wird am 9. November 20 Jahre alt. Klar, dass ich beim Jubiläum am Rheinufer mit dabei sein werde. Am Vorabend diskutieren Jugendliche beim 2. Generationendialog unter anderem über das Thema „Kulturelle Vielfalt heute“. Sehr gerne habe ich die Schirmherrschaft übernommen.

CityNEWS: Was bedeutet Ihnen Ihr Amt?

Elfi Scho-Antwerpes: Es ist eine ehrenvolle Aufgabe, zugleich wird mein Wissensdurst befriedigt. Jeden Tag lerne ich Neues Außerdem bin ich gern unter Menschen. Ich finde Bürgernähe toll. Deshalb fahre ich auch privat viel mit der KVB oder gehe zu Fuß. So bekomme ich viel mit, stolpere auch selbst schon mal über einen Stein.

CityNEWS: Darf man Sie denn privat auch ansprechen?

Elfi Scho-Antwerpes: Natürlich. Aber dann bitte ich die Menschen oft, mir eine E-Mail zu schicken, um Zettelwirtschaft zu vermeiden.

CityNEWS: Sie sind top durchorganisiert, oder?

Elfi Scho-Antwerpes: Ja. Und dafür kann ich meinem tollen Team bei der Stadt nur immer wieder danke sagen.

CityNEWS: Passieren auch Fehler?

Elfi Scho-Antwerpes: Die gehören dazu. Einmal hatte ich ein falsches Redemanuskript im Umschlag. Aber auf sowas bin ich immer eingestellt. Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Was ich im Kopf habe, darauf kann ich mich immer verlassen.

CityNEWS: Bewahren Sie denn immer einen klaren Kopf?

Elfi Scho-Antwerpes: Das versuche ich, aber es gab schon Dinge während meiner Amtszeit, die sind mir sehr unter die Haut gegangen.

CityNEWS: Zum Beispiel?

Elfi Scho-Antwerpes: Der Archiveinsturz im März 2009. Da saß ich im Krisenstab, hatte engen Kontakt mit den Angehörigen der Opfer. Dieses Ereignis wirkt bis heute in mir nach. Seitdem bin ich übrigens großer Fan der Kölner Berufs- und der Freiwilligen Feuerwehr. Die haben auch hier hoch professionell gearbeitet.

CityNEWS: Wo Sie gerade die Feuerwehr loben: Wird Ihr Amt genug gewürdigt?

Elfi Scho-Antwerpes: Wenn ich ‘im Feld‘ bin, wird mir meistens viel Herzenswärme entgegengebracht. ‘Die ist echt‘ höre ich oft hinter vorgehaltener Hand. Das motiviert mich weiterzumachen.

CityNEWS: Geht Ihr Engagement auch über Köln hinaus?

Elfi Scho-Antwerpes: Ja, als Bürgermeisterin bin ich auch sehr viel in Sachen Städtepartnerschaften unterwegs. Das ist für mich ein wichtiger Beitrag zur Völkerverständigung. Die „Große Politik“ fängt oft im Kleinen an. Da geht es nicht nur um das Treffen der offiziellen Vertreter, sondern auch um konkrete Begegnungen der Menschen vor Ort. Denn wer das vermeintlich Fremde kennen lernt, ist gegen Vorurteile immun.

CityNEWS: Sie stehen viel im Rampenlicht. Welche Termine bekommt fast keiner mit?

Elfi Scho-Antwerpes: Wenn ich sonntags beim Kölner Obdachlosen-Frühstück dabei bin, das alle 14 Tage stattfindet. Das ist eine Initiative Kölner Bürgerinnen und Bürger in Zusammenarbeit mit der Deubner-Stiftung und vielen Sponsoren, unter meiner Schirmherrschaft. Da kommen immer 140 bis 170 Gäste, Tendenz steigend. Es gibt auch in Köln viele Menschen, die sehr einsam oder arm sind. Die freuen sich, auch mal an einer großen gedeckten Tafel zu sitzen. Aus diesem Frühstück heraus ist dann 2010 die eintrittfreie Obdachlosensitzung in Kooperation mit dem Kölner Husaren-Korps von 1972 e.V. in der Wolkenburg entstanden.

CityNEWS: Es ist bereits Ihre zweite Amtsperiode als Bürgermeisterin – wollen Sie noch eine dritte dranhängen?

Elfi Scho-Antwerpes: Ich bin sehr gerne Bürgermeisterin. Die Arbeit erfüllt mich und macht Spaß. Aber das schließt nicht aus, dass auch andere Herausforderungen durchaus spannend sein können.

Autor: Redaktion/ Astrid Waligura