MEDICUS – Der Arzt im römischen Köln

Eine Ausstellung im Römisch-Germanisches Museum in Köln zeigt Grabfunde von Medizinern der Antike / copyright: Axel Thünker DPGh
Eine Ausstellung im Römisch-Germanisches Museum in Köln zeigt Grabfunde von Medizinern der Antike
copyright: Axel Thünker DPGh

Eine Ausstellung im Römisch-Germanisches Museum in Köln zeigt Grabfunde von Medizinern der Antike: 16 römische Arztgräber in Köln – in keiner anderen Stadt des Römischen Reichs haben Archäologen so viele Nachweise von Medizinern in der Antike gefunden wie hier.

Neben Allgemeinmedizinern lassen sich Chirurgen, Augenärzte, Pharmazeuten – und ein Tierarzt nachweisen. In einer römischen Metropole wie Köln haben sicher auch Zahnärzte, Urologen und Gynäkologen, Ohren- und Hautärzte oder Schönheitschirurgen praktiziert. Zahlreiche medizinische Bestecke und Geräte in den Sammlungen des Römisch-Germanischen Museums (RGM) belegen die Arbeit weiterer Ärzte in der Colonia.

Zum ersten Mal präsentiert eine Ausstellung im RGM jetzt alle Kölner Arztgräber gemeinsam. Die Grabstätten von Ärzten und Ärztinnen aus römischer Zeit sind ein besonderes Phänomen. Keine andere Berufsgruppe ist so gut an ihren Grabbeigaben erkennbar wie Mediziner. Warum Ärzte ihre Instrumente mit ins Grab erhielten, ist nicht überliefert.

Der Blick auf die antike Berufsmedizin reicht über Köln hinaus in die Region: Aus dem berühmten Chirurgengrab von Bingen am Rhein, dem umfangreichsten aller römischen Arztgräber, sind in der Ausstellung kostbare Instrumente zu sehen, darunter das komplette Operationsbesteck zur Schädelöffnung. Einzigartig sind die Bestattungen eines Zahnarztes und einer Zahnärztin aus Wederath-Belginum in Rheinland-Pfalz.

Wissenschaftlich ausgebildete Ärzte erreichten Köln mit den Truppen des römischen Heers. Wenig später kommen zivile Mediziner und Medizinerinnen in die neue aufstrebende Stadt am Rhein. Viele hundert Ärzte müssen im Lauf der 400 Jahre dauernden römischen Kaiserzeit in Köln gelebt und gearbeitet haben. Der damalige medizinische Versorgungsgrad lässt sich mit der heutigen Zeit vergleichen.

Die Ausstellung widmet sich auch den Nachfolgern römischer Berufsmediziner in Mittelalter und Neuzeit. Den Schlangenstab des Aesculap als Sinnbild von Heilung und Gesundheit tragen christliche Heilige wie die Ärzte Pantaleon, Cosmas und Damian weiter durch die Jahrtausende.

Den Besucher erwarten überraschende Einblicke in die Heilkunst römischer Mediziner und ihre Arbeit im Dienst des Menschen. Damals wie heute bestimmten wissenschaftliche Erkenntnis, praktische Erfahrung, Geschick und Gottvertrauen den Kampf der Ärzte gegen Krankheit, Alter und Tod.

Die Ausstellung ist vom 12. Juni bis 1. November 2015 täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet, jeden ersten Donnerstag im Monat von 10 bis 22 Uhr. Öffentliche Führungen gibt es jeden Dienstag um 15.30 Uhr. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 5 Euro.

Begleitprogramm:

  • Samstag, 25. Juli 2015, 14.30 Uhr

Führung „Von Aesculap zu Apollonia“ mit der Kuratorin Dr. Marion Euskirchen und Dr. Beate Schneider.

  • Donnerstag, 6. August 2015 (KölnTag), 16-20 Uhr

Führungen nicht nur für Erwachsene: 50 Jahre Museumsdienst Köln – Jubiläumsveranstaltung in der Sonderausstellung „MEDICUS – Der Arzt im römischen Köln“

  • 22. Oktober 2015, 18.30 Uhr

Vortrag „Neue Forschungen und Entdeckungen. Römische Arztgräber in Köln“ von Dr. Marion Euskirchen

Weitere Informationen unter www.museenkoeln.de/rgm

Autor: Redaktion / Stadt Köln