Berengar Pfahl dreht "Die Männer der Emden" in Wuppertal

Die Schauspieler Jan Henrik Stahlberg als Leutnant Friedrich von Schulau, Filicitas Woll als Maria von Plettenberg und Ken Duken als Leutnant Karl Overbeck (v.l.) / copyright: Mark Keppler / dapd
Die Schauspieler Jan Henrik Stahlberg als Leutnant Friedrich von Schulau, Filicitas Woll als Maria von Plettenberg und Ken Duken als Leutnant Karl Overbeck (v.l.)
copyright: Mark Keppler / dapd

Die frühere deutsche Kolonie Tsingtao in China liegt zwar einen halben Erdball von Wuppertal entfernt, doch für die Dreharbeiten von Berengar Pfahls neuem Film „Die Männer der Emden“ rückt China ins Bergische Land.

Wuppertal selbst spielt in dem Film keine Rolle, aber weil die Stadt über eine historische Stadthalle verfügt, macht das Team um den in Mülheim an der Ruhr geborenen Pfahl derzeit dort Station. „Wir haben eine wunderbare Stadthalle gesucht“, erzählt Pfahl, der neben seiner Rolle als Regisseur auch das Drehbuch für den neuen Film geschrieben hat. „Die Stadthalle wurde in einer Zeit gebaut, in der unsere Geschichte spielt“, berichtet er.

Historisches Vorbild als Filmstoff

Der etwa 110 Minuten lange Film erzählt anhand eines historischen Vorbildes von der abenteuerlichen Flucht der Besatzung des Marine-Kreuzers „Emden“, der 1914 während des Ersten Weltkrieges im Indischen Ozean von einem australischen Zerstörer versenkt wird. Es beginnt eine Odyssee der 52 Männer der „Emden“, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs auf einer nahe gelegenen Insel aufgehalten und von dort die Zerstörung ihres Schiffes verfolgt hatten. Statt sich in die Kriegsgefangenschaft zu begeben, macht sich die Mannschaft auf den 13.000 Kilometer weiten Heimweg nach Hause.

Die in Wuppertal gedrehte Szene spielt am Anfang des Films und zeigt eine Hochzeitsfeier im Deutschen Club von Tsingtao. In einem Saal der Stadthalle sitzen zahlreiche Statisten und stellen die Hochzeitsgesellschaft nach. Regisseur Pfahl erklärt, dass in der nächsten Szene die Feier unterbrochen wird, weil der Ausbruch des Ersten Weltkriegs gemeldet wird. Die Hochzeitsgäste müssen Verwunderung mimen. Und weil das Mitklatschen für das tanzende Brautpaar etwas zögerlich ausfällt, übt Pfahl mit den Darstellern gleich auch noch das rhythmische Klatschen.

Die Hauptrollen in dem Film spielen Ken Duken (Leutnant Karl Overbeck) und Felicitas Wolf (Maria von Plettenberg). Während Overbeck mit seinen Kameraden der „Emden“ die Odyssee nach Deutschland überstehen muss, flieht seine Verlobte vor den einrückenden Japanern von China nach Deutschland. In weiteren Hauptrollen sind Jan Henrik Stahlberg (Leutnant Friedrich von Schulau) und Sebastian Blomberg (Kapitänleutnant Hellmuth von Mücke) zu sehen.

Für Regisseur Pfahl ist der Film „ein Blick auf unsere Geschichte, die noch im Schatten liegt“. Vor allem aus deutscher Sicht sei der Erste Weltkrieg bislang kaum in Spielfilmen behandelt worden. Hauptdarsteller Duken lobt besonders die Tatsache, dass der Film zeige, dass sich auch sogenannte Helden „nicht unbedingt“ immer heldenhaft verhielten. Zudem setze der Film auf viele unterschiedliche Figuren, die die Geschichte tragen.

Film wird 2012 auf der Berlinale gezeigt

Pfahl ist unter anderem durch den mehrteiligen Fernsehfilm „Britta“und die Fernsehserie „Sterne des Südens“ bekannt geworden. Die Dreharbeiten für seinen aktuellen Film hatten Anfang dieses Jahres begonnen. Gedreht wurde auch in Sri Lanka, Malta, Athen und Tunesien. Der Film soll 2012 auf der Berlinale gezeigt werden und dann in die Kinos kommen. Als zweiteilige Fernsehfassung wird er im Herbst 2012 in der ARD zu sehen sein.

Autor: Redaktion/ dapd