Das Krebsrisiko reduzieren durch Selen in der Ernährung

Austern: Meeresfrüchte haben das Spurenelement Selen, welches das Krebsrisiko reduziert - copyright: pixabay.com
Austern: Meeresfrüchte haben das Spurenelement Selen, welches das Krebsrisiko reduziert
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Durch einen hohen Anteil des Spurenelements Selen im Blut vermindert sich das Krebsrisiko. Zu diesem Schluss kommen Forscher und Wissenschaftler der Charité – Universitätsmedizin Berlin in Kooperation mit der International Agency for Research on Cancer. Die aktuelle Studie hat auch weitere Risikofaktoren einbezogen und den Einfluss der Versorgung von Selen auf die Entwicklung anderer Krebsarten betrachtet.

Krebsrisiko: Mangel befördert Leberkrebs

Durch eine selenreiche Ernährung oder eine angemessene, gezielte und ergänzende Aufnahme einzelner Nährstoffe (Supplementation) neben der gewöhnlichen Nahrung entstehen keine Nachteile. Selenmangel dagegen kann ein Risikofaktor für eine Reihe von Erkrankungen sein, so die Forscher. „Wir konnten nachweisen, dass ein Mangel an Selen einen starken Risikofaktor für Leberkrebs darstellt. Das Drittel der Bevölkerung mit dem stärksten Selenmangel hat unseren Daten entsprechend ein fünf- bis zehnfach höheres Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom, auch Leberkrebs genannt“, sagt Lutz Schomburg vom Institut für Experimentelle Endokrinologie.

Aus rund 477.000 Probanden haben die Berliner Forscher diejenigen identifiziert, die in den folgenden zehn Jahren ein hepatozelluläres Karzinom entwickelt hatten. Die Blutprobenanalyse auf den Status von Selen erfolgte, als die Probanden noch gesund waren. „Unsere Studie zeigt nicht direkt, dass eine Supplementation mit Selen vor Leberkrebs schützt. Sie untermauert allerdings erneut die Wichtigkeit einer ausgewogenen Ernährung, in der das Spurenelement nicht fehlen darf“, erläutert Schomburg. Studien hatten bereits Zusammenhänge des Status von Selen und Darmkrebs sowie Schilddrüsenerkrankungen ermittelt.

Selen: Bedeutendes Spurenelement

Das Spurenelement ist unter anderem in Fisch, Meeresfrüchten, Fleisch, Milch und Eiern enthalten, auch südamerikanische Nüsse wie die Paranuss sind Selenquellen. Das Element findet seinen Weg über den Boden und die Pflanzen im Zuge der Ernährung in Mensch und Tier. Im Gegensatz zu anderen Regionen der Erde sind die europäischen Böden eher selenarm. Dies schlägt sich in einem mehr oder weniger stark ausgeprägten Mangel des Spurenelements der Bevölkerung nieder. In Deutschland wird das Spurenelement daher in der Tiermast ergänzt.