CSD Köln 2017: Über 30.000 Teilnehmer und rund 950.000 Besucher bei Demo-Parade zum ColognePride

CSD Köln 2017: Rund 30.000 Teilnehmer ziehen bei CSD-Demo-Parade durch die Kölner Innenstadt - copyright: ColognePride / Viktor Vahlefeld + Volker Glasow
CSD Köln 2017: Rund 30.000 Teilnehmer ziehen bei CSD-Demo-Parade durch die Kölner Innenstadt (Archivbild)
copyright: ColognePride / Viktor Vahlefeld + Volker Glasow

Aktualisiert am 09.07.2017 – 22:10 Uhr: Bunt, laut, ein wenig schrill und bei bester Laune! Wie ein riesiger Lindwurm zog die CSD-Demonstration mit weit mehr als 30.000 Teilnehmern durch die Kölner Innenstadt. Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel startete um 12:25 Uhr der CSD Köln 2017 aus dem rechtsrheinischen Deutz und zog über die mit Regenbogenflaggen geschmückte Deutzer Brücke an tausenden Zuschauern vorbei. Ausgelassene (Feier-)Stimmung bei hochsommerlichen Temperaturen herrschte bei den rund 950.000 Besuchern in der Kölner City.

Dabei standen neben dem Feiern auch die politischen Meinungen im Fokus, so dass die diesjährige CSD-Demo eindrucksvoll zeigte, dass es sich nicht (nur) um eine Parade oder „Karneval im Sommer“ handelte, sondern vielmehr um eine ernstzunehmende Polit-Veranstaltung. Mit einer gehörigen Portion Schminke, Glitzer und Kostümen, aber auch mit einfallsreichen Ideen und wichtigen Forderungen ganz im Zeichen des Regenbogens.

Ausgelassene Stimmung bei hochsommerlichen Temperaturen: Der CSD 2017 in Köln (Symbolbild)
copyright: ColognePride / Viktor Vahlefeld + Volker Glasow

Mit verschiedenen Forderungen zeigten die weit mehr als 30.000 Teilnehmer, dass nach dem Beschluss der Ehe für alle längst nicht alles erreicht ist. So wurde immer wieder für mehr Gleichstellung und Vielfalt, gegen Antidiskriminierung und ein größeres Miteinander geworben. Dabei ging es mitunter sehr kreativ zu. Bunt war vor allem die Mischung der Besucher und Demonstranten: Einhörner trafen auf menschliche Hunde, Drag-Queens auf lesbische Motorrad-Fahrerinnen, Cheerleader auf Ledermänner, Partei auf Großkonzern, Karnevals- auf Sportverein, Twinks auf Oldies.

Auch zahlreiche Promis mischten sich unter die Demo-Teilnehmer und rund 100 Mottowagen. So nahmen u.a. Kölns Bürgermeisterin Henriette Reker, Volker Beck und Claudia Roth (Bündnis 90 / Die Grünen), Alexander Wehrle und Toni Schuhmacher vom 1. FC Köln und Darsteller der RTL 2-Daily-Soaps „50667 Köln“ sowie „Berlin – Tag und Nacht“ teil.

CSD Köln 2017: Live-Streams, Sicherheit und ein mahnendes Motto

Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel startete um 12:25 Uhr die CSD-Demo-Parade aus dem rechtsrheinischen Köln-Deutz und zog über die mit Regenbogenflaggen geschmückte Deutzer Brücke an tausenden Zuschauern vorbei. - copyright: CityNEWS / Alex Weis
Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel startete um 12:25 Uhr die CSD-Demo-Parade aus dem rechtsrheinischen Köln-Deutz und zog über die mit Regenbogenflaggen geschmückte Deutzer Brücke an tausenden Zuschauern vorbei.
copyright: CityNEWS / Alex Weis

Für alle die nicht live vor Ort dabei sein konnten gab es einen Internet-Live-Stream (auch hier bei CityNEWS). Die Kommentatoren Uwe Lautenschläger und Marco Holtz versorgten die Zuschauer mit zahlreichen Infos zu den einzelnen Teilnehmern und gaben Hintergrundwissen zu verschiedenen Community-Themen weiter. Zudem übertrug der Radiosender kölncampus die Demo in die Welt. Der WDR zeigte am 09.07.2017 um 23:30 Uhr eine 30-minütige Zusammenfassung des ColognePride.

Der CSD in Köln gehört zu den größten Demonstrationen von Schwulen, Lesben, Bi-, Inter- und Transsexuellen in Europa. Aus Sicherheitsgründen galt in großen Teilen der Kölner Innenstadt ein umfangreiches LKW-Verbot.

Motto des diesjährigen ColognePride (die rund zweiwöchige Rahmenveranstaltung in der auch der CSD Köln stattfindet) war: „Nie Wieder!„. Der Kölner Lesben- und Schwulentag e.V. (KLuST), der Organisator des Events, will mit dem Motto an die Verfolgung und Stigmatisierung Homosexueller in der NS-Zeit erinnern. „`Nie Wieder!´ ist der gesellschaftliche Konsens seit dem Zweiten Weltkrieg. Nie wieder sollen sich die schrecklichen Ereignisse der damaligen Zeit wiederholen. Schwule und Lesben wurden stigmatisiert und verfolgt. In einer Zeit, die spürbar politisch nach rechts gewandert ist, müssen wir daran erinnern und fordern: NIE WIEDER!“, teilt der KLuST mit.

Noch bis in den späten Abend gehen die Feierlichkeiten des ColognePride 2017 weiter. In der Kölner Altstadt gibt es großes Straßenfest mit Bühnenprogramm (hier geht es zum kostenlosen Live-Stream) und auch in den Kneipen und Bars wird mit Sicherheit noch das ein oder andere Kaltgetränk konsumiert werden.

Ein Stückchen weg von der Parade – hin zur Demo

Ein Stückchen weg von der Parade - hin zur Demo - copyright: pixabay.com
Ein Stückchen weg von der Parade – hin zur Demo
copyright: pixabay.com

Der CSD in Köln ist wieder politischer geworden! Das zeigten nicht nur die (vielleicht gefühlt) zahlenmäßig gestiegenen Fußgruppen, denen die überdimensionierten Parade-Trucks ein wenig gewichen sind. Auch der Partyfaktor innerhalb der Demonstration fand eine gute Mischung zwischen ernsthaften politischen Forderungen und selbstbewussten Auftreten der zahlreichen Teilnehmer. Vielleicht wurde nun ein großer Schritt hin zur Demonstration und ein Stückchen weg von der Parade geschaffen.

Zum ColognePride / CSD gehört selbstverständlich immer ein wenig das Flair des „Karneval im Sommer“, Schaulaufen der Diven, teilweise provokanter Selbstdarstellung, Feiern, Party, aber auch stille Momente und offener (politischer) Meinungsäußerung. Dieses Jahr wurde eine sehr gute Mischung aus allen Bereichen getroffen. Nicht zu vergessen bleibt unter welchen schwierigen Voraussetzungen die Organisatoren in diesem Jahr antraten und die Aufgaben sehr gut gelöst und umgesetzt haben.

Hier alle Infos und Live-Stream zum ColognePride-Programm