"Es ist eine ganz andere Lebensqualität!" – Ein neues Leben dank Organspende

Zu Lebzeiten eine Entscheidung zur Organspende im Organspendeausweis dokumentieren, damit der Wille für die Hinterbliebenen und die behandelnden Ärzte transparent ist. / copyright: KfH
Zu Lebzeiten eine Entscheidung zur Organspende im Organspendeausweis dokumentieren, damit der Wille für die Hinterbliebenen und die behandelnden Ärzte transparent ist.
copyright: KfH

Zum Tag der Organspende am 6. Juni 2015 wird bundesweit auf die Situation der Menschen aufmerksam gemacht, die auf der Warteliste für ein neues Organ stehen. Von den über 10.000 Patienten, die auf eine postmortale Organspende warten, sind etwa 80 Prozent chronisch nierenkrank.

Das belegt die große Relevanz des Themas insbesondere für Dialysepatienten. Im Jahr 2014 konnten 2.128 Nierentransplantationen (dank postmortaler Spende und Nierenlebendspende) durchgeführt werden. Der Anteil der KfH‐Patienten daran liegt bei 24,6 Prozent.

Rund 18.800 chronisch nierenkranke Patienten werden in einem der über 200 Behandlungszentren des gemeinnützigen KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e. V. mit der Dialyse behandelt. „Nicht alle, aber viele unserer Patienten wünschen sich eine Nierentransplantation und wir unterstützen sie dabei“, berichtet KfH‐Vorstandsvorsitzender Professor Dr. med. Dieter Bach. „Wenn es für unsere Patienten möglich ist, wird die Nierentransplantation als das Verfahren mit der höheren Lebensqualität angestrebt.“

Renate Raucamp hatte Glück und erhielt eine Organspende. Im Alter von 47 Jahren versagten ihre Nieren wegen einer chronischen Nierenentzündung und sie war auf die regelmäßige Dialysebehandlung angewiesen. Dreimal in der Woche musste für mehrere Stunden maschinell ihr Blut gewaschen werden – eine körperlich äußerst belastende Behandlung. Eine enge Freundin entschied sich, ihr eine Niere zu spenden: Nach dreieinhalb Jahren an der Dialyse konnte Renate Raucamp im November 2000 transplantiert werden. „Es ist eine ganz andere Lebensqualität“, freut sich die heute 65‐Jährige, die sich tatkräftig um ihren neugeborenen Enkel kümmert. „Ich genieße meine wiedergewonnene Aktivität: Heute kann ich wieder jeden Tag reiten und insgesamt acht Pferde betreuen“, erzählt die passionierte Hobbyreiterin. Nur noch alle sechs bis acht Wochen geht sie zur Transplantationsnachsorge ins KfH‐Nierenzentrum Köln‐Merheim. Dort kontrolliert ihr behandelnder Arzt Dr. med. Benno Kitsche, ob die Spenderniere weiterhin gut arbeitet und der Körper keine Abstoßungsreaktionen entwickelt. „Diese Nachsorgeuntersuchungen sind ebenso wichtig wie die regelmäßige Einnahme der Medikamente, die eine mögliche Abstoßung verhindern, sowie die Selbstkontrolle des Patienten, um eventuelle Unregelmäßigkeiten sofort festzustellen und sich zeitnah behandeln zu lassen“, so der Nierenspezialist. Er betreut Renate Raucamp seit Jahren und freut sich über die erfolgreiche Lebendspende.

Aber nicht alle Patienten haben einen Angehörigen oder nahestehenden Menschen, für den eine Lebendspende denkbar und medizinisch möglich ist. Sie sind darauf angewiesen, dass Menschen nach dem eigenen Tode bereit sind, ihre Organe zu spenden. Zu Lebzeiten eine Entscheidung pro oder kontra Organspende zu treffen und diese am besten im Organspendeausweis zu dokumentieren, ist die Kernbotschaft des bundesweiten Tags der Organspende.

Das gemeinnützige KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation e.V. – Träger des KfH‐Nierenzentrums Köln‐Merheim – steht für eine qualitativ hochwertige und integrative nephrologische Versorgung nierenkranker Patienten und wurde im Jahr 1969mgegründet. In bundesweit über 200 KfH‐Zentren werden rund 18.800 Dialysepatienten sowie über 57.000 Sprechstundenpatienten, davon 6.100 Patienten in der Transplantationsnachsorge, umfassend behandelt. Um die Situation der Dialysepatienten auf der Warteliste zu verbessern, ist das KfH auch Partner der bundesweiten „Initiative Nierentransplantation“.

Weitere Infos unter www.kfh.de

Autor: Redaktion / KfH