Diese sechs Urlaubstypen kennt jeder! Was sie ausmacht und wo man sie trifft

Diese sechs Urlaubstypen kennt jeder! Was sie ausmacht und wo man sie trifft  / copyright: Murat BAYSAN - Fotolia.com
Diese sechs Urlaubstypen kennt jeder! Was sie ausmacht und wo man sie trifft
copyright: Murat BAYSAN – Fotolia.com

Man sieht sie am Urlaubsort oder hat sie als Begleiter an seiner Seite: Die Vertreter verschiedener Spezies von Reisenden, die besonders jetzt im Sommerurlaub mit ihren ganz besonderen Vorstellungen vom perfekten Urlaub auftauchen.

Der Online-Reiseanbieter Bravofly hat sechs Urlaubstypen zusammengestellt, die man entweder liebt oder hasst und stellt diese hier bei CityNEWS vor.

1. Das Faultier

Das Faultier zählt zu den anspruchslosen Touristen: Solange es Strand, Meer und Sonnenschein gibt, ist es zufrieden. Seine erste Handlung am Urlaubsort ist die Errichtung eines Basislagers an einem sonnigen Plätzchen, bestehend aus einer Liege, einem Buch und einer Kühltasche für Getränke. Der Ort dieses Lagers ist dabei von strategischer Bedeutung: Nur wenn sich die Liege in der Mitte eines Dreiecks aus Hotel, Meer und Kiosk befindet, ist gewährleistet, dass das Faultier nicht mehr als 100 Schritte pro Tag tätigen muss. Ein Urlaub ist schließlich zur Entspannung da und jede Bewegung stört dabei. Optisch lässt sich der typische Faulenzer erst gegen Ende seines Urlaubs eindeutig identifizieren, wenn er nach vielen Tagen in der prallen Sonne den Teint einer Rostbratwurst angenommen hat.

  • Findet man in: Italien, Türkei, Spanien – solange es warm ist, das Hotel am Strand liegt und es einen Shuttleservice am Flughafen gibt, ist der Ort egal
  • Kennzeichen: überwiegend in waagerechter Position anzutreffen; drei Bücher mit mindestens 700 Seiten im Koffer; schläft circa 18 Stunden über den Tag verteilt

2. Der Überorganisierte

Der Überorganisierte zeichnet sich durch ein Zuviel an Planung aus: Dank seiner Gürteltasche und seines Brustbeutels hat er alles Wichtige griffbereit. In seiner Hand hält er den Reiseführer, der ihm wie eine Bibel den Weg weist. Optisch wirkt der eingefleischte Planungsfetischist, als hätte er einen Altkleidercontainer aufgebrochen. Aber das Aussehen ist zweitrangig. Viel wichtiger ist, dass die Sachen bequem sind. Wie soll man sonst um Punkt acht Uhr morgens das Hotel verlassen, um alle 528 Sehenswürdigkeiten aus dem Reiseführer abzuhaken? In einer Gruppe ist er gerne der totalitäre Anführer.

  • Findet man in: Wien, Rom, Paris – überall, wo der Reiseführer mindestens 300 Seiten umfasst
  • Kennzeichen: Sandalen mit weißen Socken; ein Rucksack mit Regenschirm, Wasserflasche und Ersatzkleidung, falls es doch kälter wird; fotografiert jedes Gebäude 20-mal, um später das beste Bild auswählen zu können

3. Der Social Networker

Was er nicht im Netz geteilt hat, hat er nicht erlebt. Die Grundregel des Social Networkers. Selbstverständlich werden alle Schnappschüsse des Tages sofort mit Freunden und Verwandten geteilt – auf Instagram, Facebook und Twitter. Es soll schließlich jeder wissen, dass er es sich bestens ergehen lässt. Wichtig ist ihm deshalb auch die Auswahl der Fotos: Schnappschüsse von Cocktails in Szenekneipen, Selfies mit wilden Tieren und jeden Abend ein Bild vom „atemberaubenden“ Sonnenuntergang sollen vermitteln, das der Social Networker massig Geld in seine Luxusreise investiert hat. Dass er die übrige Zeit Fast Food isst und Leitungswasser trinkt, muss ja keiner wissen. Der krönende Abschluss ist das „Bester Urlaub aller Zeiten“-Fotoalbum bei Facebook mit 752 Fotos, die alle Highlights von den Sicherheitshinweisen beim Abflug bis zur verzweifelten Gepäcksuche bei der Rückkehr dokumentieren.

  • Findet man in: New York, Los Angeles, Dubai – Städte, die sich seine Freunde nicht leisten können
  • Kennzeichen: bewegt sich nur in Gebieten mit Internetverbindung; muss ständig checken, ob es schon Likes und Faves für seine Bilder gibt; bewertet Sehenswürdigkeiten nach Fotowert

4. Der kultivierte Abenteurer

Ein waschechter Abenteurer traut keinem Ort, den er per Direktflug in unter zehn Stunden erreichen kann. Zu groß ist die Gefahr, auf andere Touristen zu treffen, ja im schlimmsten Fall in einer Hotelsiedlung zu landen. Hat er dann nach 20 Stunden im Flugzeug Tadschikistan erreicht, geht es hinaus, um die – selbstverständlich unberührte – Natur zu ergründen. Ab und zu muss natürlich auch ein Abenteurer zurück in die Zivilisation, um sich beispielsweise Nahrung zu besorgen. Das macht er am liebsten in kleinen Dörfern, in denen die Bewohner noch traditionell leben. Was auch immer das bedeuten mag. Hauptsache sie tragen irgendeine exotische Tracht. Das macht sich gut auf Fotos, mit denen der kultivierte Abenteurer zu Hause beweist, dass er die „einzigartige Kultur“ Tadschikistans erlebt hat. Ob das stimmt, ist nicht wichtig; das Land kennt ja niemand.

  • Findet man in: Kirgisistan, Tadschikistan, Osttimor – das Wichtigste ist, dass niemand im Freundeskreis das Land auf einer Weltkarte verorten kann
  • Kennzeichen: Zelt, Gaskocher und all das, was ihm der gerissene Verkäufer aus dem Outdoorgeschäft aufschwatzen konnte; sagt ständig „ich bin hier, um neue Menschen kennenzulernen“

5. Der Koma-Säufer

Der erste Weg des Tages führt den Koma-Säufer frühmorgens zum Getränkeautomaten im Speisesaal seines Hotels. Dort werden drei Becher des wässrigen Multivitaminsaftes heruntergespült. Wer nach zehn Liter Bier und einem Eimer Sangria völlig dehydriert ist, trinkt, was er in die Finger bekommt. Anschließend geht es wieder zurück ins Bett. Den restlichen Rausch ausschlafen. Gegen 15 Uhr kommt der Tag allmählich in Fahrt. Mit einem Sangria-Eimer geht es an den Strand zum Vorglühen für den Abend, um nach Sonnenuntergang sternhagelvoll zur Partymeile weiterzupilgern. Schließlich wird im Club der Höhepunkt des Tages erreicht: der allabendliche Paarungstanz in der Hoffnung, jemanden an seiner Seite zu wissen, wenn Bier und Sangria sich den Weg aus dem Bauch wieder nach oben bahnen.

  • Findet man in: Mallorca, Lloret de Mar, Bulgarien – Hauptsache es gibt Alkohol
  • Kennzeichen: Sonnenbrand am gesamten Körper; eine auffallend schlecht gefälschte Markensonnenbrille; mindestens fünf leere Bierflaschen in seiner Umgebung

6. Der Wiederholungstäter

„Hier stand doch im vergangenen Jahr noch ein Baum?!“ – jegliche Veränderungen sind für den Wiederholungstäter problematisch: Er fährt schließlich nicht ohne Grund jedes Jahr im selben Monat auf denselben Campingplatz. Da weiß er, was er hat, alles andere wäre Risiko. Der Wiederholungstäter kennt jeden Bäcker im Urlaubsort mit Vornamen, findet ohne Navi zu allen Restaurants und spricht die Landessprache fließend in zehn Sätzen. Die Urlaubstage verbringt der Wiederholungstäter vorm Campingwagen oder in einschlägigen Cafés, wo er sich mit den Müllers von nebenan zu Kaffee und Kuchen trifft. Nach 14 ereignislosen Tagen geht es wieder zurück in die vertraute Heimat. Zwei Wochen Abenteuer im Jahr sind schließlich genug.

  • Findet man in: Mallorca (natürlich nur der Norden), den Niederlanden, Dänemark, Deutschland
  • Kennzeichen: immer an denselben Orten anzutreffen, hat einen Fernseher oder anderen Hausrat dabei, wird auf Hochzeiten und Geburtstage der Ortsansässigen eingeladen

Autor: Redaktion / Bravofly