Richtig bewerben – die wichtigsten aktuellen Tipps

Was in eine perfekte Bewerbung gehört / copyright: Erwin Wodicka / BilderBox / wodicka@aon.at
Was in eine perfekte Bewerbung gehört
copyright: Erwin Wodicka / BilderBox / wodicka@aon.at

Lehrstelle, erster oder neuer Job – nur mit einem gelungenen Bewerbungsschreiben fängt heute eine gute berufliche Zukunft an. Was in eine perfekte Bewerbung gehört, welche wichtigen Aspekte zu beachten sind, welche Fehler man unbedingt vermeiden muss und was man verschweigen darf – hier die wichtigsten aktuellen Tipps.

Einfach drauflos schreiben – das ist für eine Bewerbung das falsche Konzept. Personalchefs wollen heute so schnell wie möglich die Persönlichkeit des Bewerbers einschätzen können. Manche nehmen sich für die erste Durchsicht einer Bewerbung gerade mal zwei Minuten Zeit. Andere sogar nur 30 Sekunden, ergab eine Umfrage. Es kommt also darauf an, kurz und knapp, aber dennoch präzise seinen Lebenslauf zu schreiben.

  • Unbedingt vermeiden: Rechtschreibfehler! Die meisten Personalchefs legen die Bewerbung sofort zur Seite, wenn sie welche entdecken.
  • Wichtig: Die aktuelle Tätigkeit muss am Anfang des Lebenslaufs stehen. Personalchefs wollen leicht erkennen, was der Bewerber gerade macht.
  • Übersicht: Der Lebenslauf sollte übersichtlich gegliedert sein. Bei jeder voran gegangenen Tätigkeit Arbeitgeber und Arbeitsort sowie Aufgabenbereich nennen.
  • Länge: Ein Lebenslauf sollte auf keinen Fall länger als drei DIN-A4-Seiten sein. Und er sollte auch „Lücken“ erklären. Es ist keine Schande, eine Zeitlang arbeitslos gewesen zu sein, sagen die Experten.
  • Was nicht in den Lebenslauf gehört: Der Familienstand (verheiratet, ledig, geschieden), auch bereits vorhandene Kinder nicht erwähnen, ein Foto nur dann hinzufügen, wenn der Job mit vielen Kundenkontakten verbunden ist. Auch welche Hobbys man pflegt, geht Personalchefs nichts an.
  • Sie raten eher dazu: Nicht zu persönlich werden. Der Lebenslauf soll informieren, zu viele Details können jedoch der Bewerbung schaden.
  • Achtung: Personalchefs sind geschult. Sie erkennen meist auf Anhieb, ob jemand in seiner Bewerbung geschummelt hat. Das ist meist das „Aus“ für die Bewerbung. Keine Chance hat auch derjenige, der den Text aus der Stellenanzeige exakt in seine Bewerbung übernimmt. Hier muss man schon selbst eine passende Formulierung finden.
  • Vorsicht: Lange und schwer lesbare Textblöcke mögen Personalchefs gar nicht. Aussortiert werden auch Bewerbungen ohne korrektes Anschreiben. In dem sollte zumindest der Name des Personalchefs stehen. Gut im Lebenslauf sind erwähnte Begriffe wie „strategisches Planen“, „Produktivität“, „Führung“, „Teamarbeit“ und „Internet“. Personalchefs mögen kommunikative Fähigkeiten und Kompetenz bei Problemlösungen.

Wie eine Bewerbungs-Mappe aussehen sollte

  • Die Mappe: Sie sollte zweiteilig sein, mit freiem Blick aufs Deckblatt. Am besten ist eine Kunststoffmappe mit durchsichtigem Deckel. Alle Unterlagen lose in die Mappe legen, die Seiten nummerieren.
  • Das Deckblatt: Ist immer ein guter Einstieg für die Bewerbung. Es sollte eine Überschrift, den Ausbildungsberuf, Ihren Namen, Ihre Adresse, Ihre E-Mail, Ihre Telefonnummer und (falls erforderlich) Ihr Foto enthalten.
  • Das Foto: Investieren Sie ein paar Euro in ein professionelles Foto von einem Fotografen (Format 6×9). Der erste, optische Eindruck ist immer wichtig.
  • Das Anschreiben: Es wird nicht in die Mappe eingeheftet, sondern lose mit der Mappe eingetütet. Es sollte an den konkreten Ansprechpartner (Personalchef oder Unternehmer) gerichtet sein. Bewerbungen mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ werden heute meist aussortiert. Im Text sollte Sie deutlich machen, warum Sie gerade diese Ausbildung und dieses Unternehmen gewählt haben. Sie sollten konkret beschreiben, warum gerade Sie die richtige Person für die Ausbildungsstelle oder den Job sind. Stellen Sie Ihre besonderen Qualitäten, Interessen oder Erfahrungen, die Sie dafür mitbringen wollen, hervor. Das Anschreiben sollte eine DIN-A4-Seite nicht überschreiten. Und es sollte Lust auf Sie als Bewerber machen. Am Ende höflich um ein persönliches Gespräch bitten. Denn das Vorstellungsgespräch ist das eigentliche Ziel der Bewerbung.
  • Der Anhang: Hier hinein gehört alles, was Ihre Befähigung für diese Ausbildung oder diesen Job noch unterstreicht. Das können neben dem letzten Zeugnis auch Praktikumsnachweise oder Arbeitszeugnisse sowie – wenn relevant – Arbeitsproben sein. Nicht die Originale, sondern Kopien verschicken. Denn leider kommen heute nicht immer die Bewerbungsunterlagen auch an Sie zurück.
  • E-Mail-Bewerbung: Wenn eine E-Mail-Bewerbung erwünscht ist, sollte sie genauso wie eine Bewerbungsmappe aufgebaut sein. Am besten in eine PDF-Datei umwandeln. Die sollte nicht größer als zwei Megabite und nicht gezippt sein. Die Datei sollte eine Zuordnung unter Ihrem Namen (z.B. Klaus Müller Bewerbung Vertrieb) enthalten. In der E-Mail nur kurz und freundlich auf die beigefügte Bewerbung hinweisen – nicht Ihr Anschreiben dort wiederholen.

Hilfe bei der Erstellung eines perfekten Lebenslaufs, speziell für Schüler und angehende Azubis, bieten heute die Berufsberater der Agentur für Arbeit oder speziell die Jugendberufsagentur, die es schon in einigen Bundesländern gibt.

Wichtig! Internet-Portal nutzen!

Unter www.planet-beruf.de bietet die Agentur für Arbeit allen Bewerbern, Schülern/innen, Studenten/innen ein kostenloses interaktives Bewerbungstraining an.

Autor: Redaktion/ Bundesagentur für Arbeit