Tanz sieht man, Kritiken liest man! Neue Ausstellung im Tanzmuseum Köln

Tanz sieht man, Kritiken liest man! Neue Ausstellung im Tanzmuseum Köln copyright: Janet Sinica
Tanz sieht man, Kritiken liest man! Neue Ausstellung im Tanzmuseum Köln
copyright: Janet Sinica

Beliebt? Verschmäht? Geachtet? Das journalistisch-literarische Genre der Tanz-Beurteilung, der kritischen Beobachtung, ist bei Künstlern und Zuschauern umstritten. Ebenso die Kritiker und ihre Beschreibungen, Betrachtungen, Interpretationen und Wertungen des künstlerischen Schaffens. Im Feuilleton, in Fachmagazinen oder im Internet finden sie Podium und Publikum. Jenseits der Tagesaktualität schreiben Kritiker aber auch Tanzgeschichte. Sie erzählen Geschichten aus Vergangenheit und Gegenwart dieser Kunst und verleihen ihrer Liebe zu dieser Kunstform bisweilen sogar literarischen Glanz. Mit seiner Jahresausstellung 2019 / 2020 unter dem Titel “TANZ! KRITIK! Von Kritikern, Päpsten und Liebenden” erweist das Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs in Köln daher den Beurteilungen und ihren Protagonisten seine Reverenz.

Begleitet wird die bis zum 26.01.2020 laufende Ausstellung zudem von einem Rahmenprogramm, das zeitgenössische Kritiker dieses Bereiches vorstellt, zu Wort kommen lässt und im Gespräch die aktuelle Situation thematisiert. Einmal mehr speist sich die Ausstellung aus den reichhaltigen Beständen des Archivs. Diese stellen – aufgrund der Vielfalt der Bestände – die wichtigste Sammlung zur Geschichte und Gegenwart des Tanzes in Deutschland dar.

Tanzgeschichte vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart

Tanzgeschichte vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart<br /> Rolf Hiller und Mitglieder der Tanzgruppe „Hiller-Girls“ bei Studium der neuesten Tanzkritiken.  1920er Jahre, Fotograf unbekannt, Courtesy: Deutsches Tanzarchiv Köln
Tanzgeschichte vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart
Rolf Hiller und Mitglieder der Tanzgruppe „Hiller-Girls“ bei Studium der neuesten Tanzkritiken.
1920er Jahre, Fotograf unbekannt, Courtesy: Deutsches Tanzarchiv Köln

In einem Archiv kann man beides – aller Flüchtigkeit der Kunst zum Trotz! Anhand von Filmen, Fotografien, Zeichnungen erhält man dadurch zumindest eine Ahnung von tänzerischer Bewegung, choreographischer Struktur und individueller Bewegungsgestaltung. Die Presseberichterstattung in Form von Beurteilungen, Berichten und Interviews bietet wiederum eine Vielzahl von Informationen zu einer Aufführung. Und das von der an die Entstehungszeit gebundenen individuellen Rezeption eines Stückes bis hin zu begleitenden Informationen über Elemente des Stückes wie tänzerische Gestaltung, Bühnenbild und Co.

Einmal mehr speist sich die Ausstellung aus den reichhaltigen Beständen des Archivs. copyright; Janet Sinica
Einmal mehr speist sich die Ausstellung aus den reichhaltigen Beständen des Archivs.
copyright; Janet Sinica

Die Ausstellung im Kölner Tanzmuseum vereint Materialien und Dokumente vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Diese bestehen aus einer Sammlung von über 600.000 Zeitungsausschnitten, über 500 Nachlässen (darunter über 20 Bestände zu Persönlichkeiten der schreibenden Zunft) sowie der Kunstsammlung.

Zwischen Filmen und Führungen: Tanz-Kritik als Kunstform

Zwischen Filmen und Führungen: Tanz-Kritik als Kunstform copyright: Janet Sinica
Zwischen Filmen und Führungen: Tanz-Kritik als Kunstform
copyright: Janet Sinica

Last but not least kommt dazu die Filmsammlung zu einer Bild-, Ton- und Textmontage. Diese ermöglicht, u.a. am Beispiel der Rezeption von Isadora Duncan, Mary Wigman und frühen Arbeiten von Pina Bausch, einen Einstieg in die Vielfalt der kritischen Reflektion über die Kunstform.

Begleitend zur Ausstellung finden zudem – neben monatlichen Führungen – alle zwei Monate Gespräche mit zeitgenössischen Kritikern im Foyer statt. Eine Filmreihe im Museum bietet darüber hinaus die Möglichkeit, Persönlichkeiten, Orte und Episoden aus der Geschichte näher kennenzulernen. Vom Labor der Moderne auf dem Monte Verità über das Studio der Compagnie von Merce Cunningham in New York bis hin zur zeitgenössischen Choreographin Anne Teresa De Keersmaeker …

Die Welt des Tanzes an einem Ort: Das Kölner Tanzmuseum im Mediapark

Mit seiner Jahresausstellung 2019 / 2020 erweist das Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs in Köln den Beurteilungen und ihren Protagonisten seine Reverenz. copyright: Janet Sinica
Mit seiner Jahresausstellung 2019 / 2020 erweist das Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs in Köln den Beurteilungen und ihren Protagonisten seine Reverenz.
copyright: Janet Sinica

Das Tanzmuseum im Kölner Mediapark versteht sich als Ort des kulturellen Gedächtnisses, als Ort der Vermittlung, aber auch als Stätte der Begegnung und des Austauschs. Die Spannbreite der Themen wie auch die Vielfalt der Exponate – Fotografien, Programmzettel, Kritiken, Plakate, Filme, Tagebücher und Briefe von Tänzern und Choreographen, Kostüme und Bühnenbildskizzen sowie Zeugnisse der Auseinandersetzung von Bildenden Künstlern mit dem Thema “Tanz” – beweisen jedes Mal aufs Neue, wie informativ, spannend und anregend “Tanz im Museum” sein kann.

Die Welt des Tanzes an einem Ort: Das Kölner Tanzmuseum im Mediapark copyright: Janet Sinica
Die Welt des Tanzes an einem Ort: Das Kölner Tanzmuseum im Mediapark
copyright: Janet Sinica

So möchte das Tanzmuseum in Köln seine Besucher motivieren, die Wirklichkeit des Tanzes “mit anderen Augen” zu sehen. Aus diesem Grund stellt das Museum in seinen thematischen Ausstellungen immer wieder grundlegenden Fragen: Was sehen wir, wenn wir Tanz sehen? Was prägt unser Bild vom Tanz? Warum sehen wir Tanz so, wie wir ihn sehen? Fragen, die auch den Besucher anregen wollen, weiter zu fragen und zu forschen, nach Antworten zu suchen. Dies ist im Archiv, aber auch in den begleitenden Veranstaltungen im Tanzmuseum möglich, die das Thema der Ausstellung vertiefen und den Besucher anregen, die Ausstellungen danach noch einmal mit anderen Augen zu sehen.

Tipp: Am ersten Montag im Monat können Sie das Tanzmuseum bei freiem Eintritt besuchen!

Tanzmuseum des Deutschen Tanzarchivs Köln

Im Mediapark 7
50670 Köln

Öffnungszeiten
täglich außer mittwochs, von 14 Uhr bis 19 Uhr geöffnet

Kontakt

Tel.: 0221 – 88 89 54 44
E-Mail: tanzarchiv@sk-kultur.de

Weitere Informationen und Eintrittspreise finden Sie unter: www.deutsches-tanzarchiv.de