CityNEWS im Gespräch mit Dr. med. Mehmet Akbas über Busen-Klischees und Schönheits-OPs

CityNEWS im Gespräch mit Dr. med. Mehmet Akbas. / copyright: Dr. med. Mehmet Akbas
CityNEWS im Gespräch mit Dr. med. Mehmet Akbas.
copyright: Dr. med. Mehmet Akbas

Wie groß ist der deutsche Durchschnittsbusen? Sind Frauen mit großen Brüsten leidenschaftlicher? Was sagen die Herren der Schöpfung dazu? Was Sie schon immer über Brüste wissen wollten (aber nie zu fragen wagten), beantwortet Dr. Mehmet Akbas, Facharzt für plastische Chirurgie und Leiter der Arteo Klinik in Düsseldorf.

CityNEWS: Stehen alle Männer auf große Brüste?

Dr. med. Mehmet Akbas: Zunächst einmal: Es ist tatsächlich so, dass Männer sehr von Brüsten fasziniert sind. Der erste Blick gilt in der Regel nicht den Augen, obwohl viele der Herren das behaupten. Der Kurvencheck ist eine Art Urinstinkt, da Brüste – ähnlich wie der Po – Fruchtbarkeit symbolisieren und den Fortpflanzungstrieb wecken. Dass die Brüste jedoch möglichst groß sein müssen, stimmt nicht. Es ist den meisten wichtiger, dass die Brust der Frau zu ihrem Gesamterscheinungsbild passt. Es gibt allerdings auch Männer, die beispielsweise durch ihre Mutter auf große Brüste geprägt sind oder die durch eine attraktive Frau mit großen Brüsten an ihrer Seite eigene Schwächen zu kompensieren versuchen: Je attraktiver die Frau, desto interessanter wirkt nämlich auch der Mann neben ihr.

CityNEWS: Was ist die gängige Körbchengröße in Deutschland?

Dr. med. Mehmet Akbas: Laut dem Statistischen Bundesamt hat die Durchschnittsdeutsche Körbchengröße 80C.

CityNEWS: In welchem europäischen Land haben Frauen die größten Brüste? In welchem die kleinsten?

Dr. med. Mehmet Akbas: Eine Studie des Dessous-Herstellers Triumph im Jahr 2007 ergab, dass Engländerinnen die größten Brüste haben: 57 Prozent von ihnen tragen BHs der Körbchengröße D. Dagegen haben zwei Drittel aller Italienerinnen Körbchengröße B oder weniger.

Besonders in Brasilien, den USA und Italien wünschen die Frauen eine große Körbchengröße von D und E. In diesen Ländern ist die Einstellung zu Schönheitsoperationen auch eine andere als in Deutschland.

CityNEWS: Sind Frauen mit großen Brüsten eher unsportlich?

Dr. med. Mehmet Akbas: In einigen Sportarten können sehr große Brüste tatsächlich hinderlich sein, vor allem, wenn man keinen geeigneten Sport-BH trägt. Joggen beispielsweise kann nach kurzer Strecke schmerzhaft werden. Durch die Erschütterung kann es sogar zu Geweberissen in der Brust kommen. Weniger problematisch und gut geeignet sind dagegen Bewegungsformen wie Radfahren, Schwimmen, Kraftsport oder Aqua-Gym. Das heißt: Frauen mit großen Brüsten können genauso sportlich sein wie alle anderen, sie müssen nur eine ihnen angenehme und schonende Sportart finden.

CityNEWS: Sehr zierlicher Körper und große Brüste wie Victoria Beckham: Ist das der Trend?

Dr. med. Mehmet Akbas: Nach der ersten Brust-OP hatte Victoria Beckham sehr unnatürliche und aufgesetzt wirkende Brüste – was insbesondere in Deutschland absolut kein Vorbild ist. Grundsätzlich ist es so, dass viele Frauen, die sich wie Frau Beckham auf ein sehr niedriges Körpergewicht herunterhungern oder von Natur aus extrem zart gebaut sind, auch im Brustbereich in der Regel nur wenig Fettgewebe haben. Viele von ihnen wünschen sich daher mehr Oberweite. Dass es dabei um einen regelrechten Trend handelt, würde ich nicht behaupten.

CityNEWS: Kleine Brüste bleiben im Alter länger straff, stimmt das?

Dr. med. Mehmet Akbas: Das stimmt, da bei wenig Haut und Gewebe die Schwerkraft weniger wirkt, sodass die Brüste weniger stark erschlaffen. Kleine Brüste werden im Alter eher leer und platt, hängen aber weniger. Große Busen erschlaffen stärker und verformen sich häufig zu einer schlauchförmigen Hängebrust.

CityNEWS: Haben Frauen mit großen Brüsten häufiger Brustkrebs?

Dr. med. Mehmet Akbas: Dafür gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Es verhält sich allerdings so, dass größere Brüste schwieriger zu untersuchen sind. So stellt sich beispielsweise bei der Mammografie das Gewebe dichter dar.

Dies erhöht das Risiko, dass Veränderungen erst etwas später entdeckt werden. Auch lässt sich ein großer Busen oftmals schwieriger selbst untersuchen. Was im Zusammenhang mit Brustkrebs jedoch eine wesentlich größere Rollen spielt, sind unter anderem Veranlagung, Rauchen, Alkoholgenuss, Ernährung, sportliche Aktivitäten, der Zeitpunkt der ersten Geburt sowie die Anzahl der Geburten.

CityNEWS: Marilyn Monroe soll auch nachts einen BH getragen haben, um ihre Brüste in Form zu halten. Funktioniert das?

Dr. med. Mehmet Akbas: Im Liegen kann mangels Schwerkraft kaum etwas schlaff werden. Allerdings schützt ein guter Sport-BH einen sehr großen Busen durchaus vor Gewebeverletzungen, wenn die Brust der Beschleunigung oder kontinuierlichen Auf- und Abpralls ausgesetzt ist. Risse im Bindegewebe der Brust können einen Hängebusen begünstigen.

CityNEWS: Sind drahtige, kleinbusige Frauen auch dynamischer im Job?

Dr. med. Mehmet Akbas: Wenn sie im Job körperlich schnell und wendig sein müssen – vielleicht. Sonst ist diese Behauptung ähnlich unlogisch wie die These, dass ein großer Busen auf eine besonders geringe Intelligenz hindeutet.

CityNEWS: Sind Frauen mit großen Brüsten leidenschaftlicher?

Dr. med. Mehmet Akbas: Wenn sich eine Frau mit ihrer Brust wohl fühlt, wenn sie gerne ein tief ausgeschnittenes Dekolleté trägt und der Maxime “Brust raus, Bauch rein” folgt, dann wirkt sie wahrscheinlich sinnlicher und selbstbewusster als eine, die ihre Oberweite lieber versteckt. Mit der Größe der Brust muss das nicht zwangsläufig zusammenhängen. Dennoch kann ein gutes Körpergefühl sicherlich sekundär zu einem intensiveren und leidenschaftlicheren Sexleben führen.

Weitere Infos zu Brust-OPs und anderen Themen der plastischen Chirurgie unter:

Privatpraxis Dr. med. Mehmet Akbas

Luegallee 10
40545 Düsseldorf
E-Mail: post@m-akbas.de
Web: www.m-akbas.de

Arteo Privatklinik GmbH
Zentrum für Ästhetisch-Plastische Chirurgie

Bülowstr. 14
40476 Düsseldorf
E-Mail: post@arteo-klinik.de
Web: www.arteo-klinik.de

Autor: Redaktion / Dr. med. Mehmet Akbas