
copyright: Kliniken Köln / Citrus3D
In Köln-Merheim entsteht in den kommenden Jahren einer der spannendsten Medizinstandorte in Nordrhein-Westfalen: der Gesundheitscampus. Die Kliniken der Stadt Köln bündeln hier ihre Angebote und entwickeln den Standort zu einem modernen Zentrum der Maximalversorgung für Köln und die gesamte Region weiter.
Inhaltsverzeichnis
- Warum der Gesundheitscampus Köln Merheim so wichtig ist
- Drei Krankenhäuser werden am Standort gebündelt
- Gesundheitscampus: Mehr Zusammenarbeit, bessere Abläufe
- Weniger Betten, dafür moderne Versorgung
- Sanierung und Modernisierung in Köln-Merheim
- Neubauten als Herzstück des Gesundheitscampus Köln Merheim
- Bessere Erreichbarkeit und Logistik
- Integriertes Notfallzentrum als Herz des Akutbereichs
- Vorbereitung auf Krisen, Katastrophen und Pandemien
- Nachhaltigkeit und Klimaanpassung
- Finanzierung und Zeitplan des Großprojekts
- Der Zeitplan für den Gesundheitscampus Köln Merheim sieht mehrere Etappen vor:
- Ein Zukunftsprojekt für Köln und die Region
Warum der Gesundheitscampus Köln Merheim so wichtig ist
Viele Krankenhäuser in Deutschland arbeiten noch in Gebäuden, die für eine völlig andere Zeit der Medizin geplant wurden – mit langen Wegen, verstreuten Funktionsbereichen und Strukturen, die heutigen Anforderungen kaum noch gerecht werden. Auch die Kliniken der Stadt Köln stehen vor genau diesen Herausforderungen: veraltete Bausubstanz, doppelte Strukturen an mehreren Standorten und komplexe Abläufe, die Personal wie Patientinnen und Patienten gleichermaßen belasten.
Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Qualität, Komfort und Sicherheit in der stationären Versorgung. Moderne Medizin braucht spezialisierte Zentren, interdisziplinäre Teams, digitale Vernetzung und Hightech-Medizintechnik – und genau darauf setzt der Gesundheitscampus in Köln-Merheim. Hinzu kommt der demografische Wandel: Eine älter werdende Bevölkerung mit mehr chronischen und komplexen Erkrankungen macht eine eng verzahnte Versorgung über mehrere Fachrichtungen hinweg unverzichtbar.
“Das Projekt soll nicht nur neue Gebäude hervorbringen, sondern auch die Struktur der medizinischen Versorgung grundlegend verändern”, betont Daniel Dellmann, Geschäftsführer der Kliniken der Stadt Köln. Kürzere Wege, eine kluge Bündelung der Angebote und moderne Infrastruktur sollen die Kliniklandschaft in Köln nachhaltig zukunftsfähig machen.
Drei Krankenhäuser werden am Standort gebündelt

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Herzstück des Konzepts ist die Zusammenführung von drei großen Häusern der Kliniken der Stadt Köln auf dem Gesundheitscampus Köln Merheim:
- Klinikum Merheim
- Krankenhaus Holweide
- Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße
Heute unterhalten diese Standorte jeweils eigene Notaufnahmen, Radiologien, Intensivbereiche und Verwaltungseinheiten – ein System mit vielen Doppelstrukturen und hohen Kosten. Der Rat der Stadt Köln hat deshalb 2023 beschlossen, die medizinischen Angebote schrittweise in Merheim zu bündeln und so einen leistungsstarken, zentralen Gesundheitscampus Köln Merheim aufzubauen.
Durch die Konzentration der Angebote sollen Abläufe effizienter werden, Wartezeiten sinken und die medizinische Versorgung weiter an Qualität gewinnen. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das in Zukunft: ein zentraler Anlaufpunkt, mehr spezialisierte Expertise am gleichen Ort und besser abgestimmte Behandlungswege – von der Notaufnahme über Diagnostik und Operation bis zur Nachsorge.
Gesundheitscampus: Mehr Zusammenarbeit, bessere Abläufe
Ein großer Vorteil des neuen Gesundheitscampus ist die räumliche Nähe der Fachbereiche. Spezialistinnen und Spezialisten aus unterschiedlichen Disziplinen können sich schneller abstimmen, gemeinsame Visiten durchführen und Therapiepläne direkt miteinander besprechen – ein Plus vor allem bei komplexen Krankheitsbildern wie Schlaganfällen, schweren Unfällen oder Tumorerkrankungen.
Auch in der Personalplanung schafft der Gesundheitscampus Köln Merheim neue Möglichkeiten. Statt mehrerer voneinander getrennter Dienste können Teams standortübergreifend geplant, Dienstzeiten flexibler organisiert und Fachkräfte gezielt in interdisziplinären Zentren eingesetzt werden. Moderne Arbeitsplätze, digitale Prozesse und neue Medizintechnik sollen helfen, qualifiziertes Personal langfristig an Köln zu binden.
Weniger Betten, dafür moderne Versorgung

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Im Zuge der Neuordnung wird die Zahl der Planbetten um rund 313 reduziert – eine Entwicklung, die bundesweit im Einklang mit der Krankenhausplanung steht. Hintergrund: Durch medizinischen Fortschritt lassen sich heute viele Eingriffe ambulant oder tagesstationär durchführen, längere stationäre Aufenthalte sind oft nicht mehr nötig.
Auch neue Vergütungssysteme wie die sogenannten Hybrid-DRGs stärken den Trend zur ambulanten Behandlung im Krankenhaus. Für die Patientinnen und Patienten heißt das jedoch nicht weniger Versorgung, sondern ein anderes Versorgungsmodell: weniger klassische Betten, dafür mehr spezialisierte Behandlungsbereiche mit darauf optimierten Abläufen.
Im Gesundheitscampus Köln Merheim sollen Prozesse so gestaltet werden, dass Patientinnen und Patienten gezielt dort ankommen, wo sie die passende Behandlung erhalten – sei es in der Notaufnahme, im OP, in der Tagesklinik oder in spezialisierten Zentren.
Sanierung und Modernisierung in Köln-Merheim
Parallel zur strukturellen Neuaufstellung werden die bestehenden Gebäude am Standort Merheim umfangreich modernisiert. Im Bettenhaus entstehen aus bisherigen Mehrbettzimmern zeitgemäße Zwei-Bett-Zimmer, jeweils mit eigener Nasszelle. Das erhöht Komfort und Privatsphäre und entspricht zugleich aktuellen Hygieneanforderungen.
Zudem werden speziell ausgerichtete Bereiche für ältere und demenziell erkrankte Patientinnen und Patienten geschaffen, in denen Architektur, Abläufe und Pflegekonzept auf deren besondere Bedürfnisse abgestimmt sind. Ein neues zentrales Patientenmanagement soll Untersuchungen und Abläufe vor Operationen bündeln, Wartezeiten verringern und viele stationäre Voraufnahmen überflüssig machen.
Neubauten als Herzstück des Gesundheitscampus Köln Merheim

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Das sichtbarste Zeichen für den Aufbruch ist ein großer Neubaukomplex nördlich des bestehenden Klinikums Merheim. Er umfasst zwei Schlüsselgebäude des Gesundheitscampus Köln Merheim:
- ein neues Kinderkrankenhaus
- einen Erweiterungsbau für die Erwachsenenmedizin
Im neuen Kinderkrankenhaus entstehen unter anderem ein integriertes Kindernotfallzentrum, spezielle Ambulanzen, eine eigene Kinderradiologie und ein Sozialpädiatrisches Zentrum. Damit wird Köln zu einem noch stärkeren Anlaufpunkt für Kinder- und Jugendmedizin in der Region.
Besonders hervorzuheben ist das geplante Perinatalzentrum Level 1: Hier werden Geburtshilfe, Neonatologie und Kinderintensivmedizin räumlich zusammengeführt, um Mütter, Früh- und Risikoneugeborene auf höchstem Niveau versorgen zu können. Kurze Wege zwischen Kreißsaal, OP, Intensivstation und Familienzimmern erhöhen die Sicherheit und schaffen ein Umfeld, in dem medizinische Spitzenversorgung und familienorientierte Betreuung Hand in Hand gehen.
Bessere Erreichbarkeit und Logistik
Damit der Gesundheitscampus Köln Merheim nicht im Verkehr erstickt, ist auch an die Infrastruktur rund um das Gelände gedacht. Ein neuer Service-Hub an der südlichen Wilhelm-Griesinger-Straße nahe der LVR-Klinik soll den täglichen Liefer- und Logistikverkehr vom eigentlichen Campus fernhalten.
Außerdem ist eine neue ÖPNV-Haltestelle am künftigen Haupteingang geplant, die die Anreise für Patientinnen, Angehörige und Mitarbeitende erleichtert. Die Wegeführung auf dem Campus wird barrierefrei und übersichtlich gestaltet – inklusive klarer Beschilderung, kurzer Routen und gut erreichbarer Eingänge.
Integriertes Notfallzentrum als Herz des Akutbereichs
Ein zentrales Element des Gesundheitscampus Köln Merheim ist das neue Integrierte Notfallzentrum (INZ). Es wird künftig die gemeinsame Anlaufstelle für alle Notfallpatientinnen und -patienten des Campus – rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr.
Das INZ ist in drei Versorgungsbereiche gegliedert:
- High-Care für lebensbedrohliche Notfälle
- Intermediate-Care für schwer, aber stabil erkrankte oder verletzte Personen
- Low-Care für leichtere Notfälle
Direkt angebunden sind moderne radiologische Einrichtungen mit CT, MRT und Röntgen, sodass lebenswichtige Diagnostik ohne Zeitverlust möglich ist. Zu den medizinischen Schwerpunkten des Gesundheitscampus Köln Merheim gehören unter anderem ein überregionales Traumazentrum, ein Zentrum für Schwerbrandverletzte, eine Stroke Unit, eine Chest Pain Unit sowie ein Neuro-Zentrum.
Vorbereitung auf Krisen, Katastrophen und Pandemien
Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig krisenfeste Strukturen in der Gesundheitsversorgung sind. Der Gesundheitscampus Köln Merheim trägt dieser Erfahrung Rechnung und wird gezielt auf zukünftige Krisen vorbereitet. Geplant sind moderne Isolationsstationen mit separatem Zugang und spezielle Infektionsbereiche, die bei Bedarf kurzfristig erweitert werden können.
Besonders innovativ ist das Konzept eines unterirdischen Krisenzentrums: Eine zweigeschossige Tiefgarage soll technisch so vorbereitet werden, dass sie im Ernstfall als Behandlungszentrum bei einem Massenanfall von Verletzten genutzt werden kann. Dieses Konzept hat in Deutschland Pilotcharakter und gilt als wichtiger Baustein zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Kölner Kliniken.
Nachhaltigkeit und Klimaanpassung
Der Gesundheitscampus Köln Merheim setzt nicht nur medizinisch, sondern auch ökologisch auf Zukunftsfähigkeit. Geplant sind begrünte Dächer und Fassaden, energieeffiziente Gebäude, moderne Wärmerückgewinnungssysteme und klimaangepasste Grünflächen auf dem Gelände.
Diese Maßnahmen sollen den Energieverbrauch senken, das Mikroklima verbessern und den Campus auf steigende Temperaturen in dicht besiedelten Stadtgebieten vorbereiten. Gleichzeitig schaffen Grünflächen und Aufenthaltszonen im Freien Orte der Erholung – für Patientinnen, Angehörige und Mitarbeitende.
Finanzierung und Zeitplan des Großprojekts
Der Gesundheitscampus in Köln gehört zu den größten Investitionsprojekten in die Krankenhausinfrastruktur in NRW. Eine entscheidende Grundlage ist eine Förderzusage des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Jahr 2024: Rund 250 Millionen Euro fließen in Modernisierung und Neubauten.
Zusätzlich investiert die Stadt Köln als Gesellschafterin der Kliniken Köln erhebliche eigene Mittel in das Projekt. Da der Ausbau in mehreren Bauphasen bis in die frühen 2030er Jahre erfolgt, stehen die endgültigen Gesamtkosten derzeit noch nicht endgültig fest.
Der Zeitplan für den Gesundheitscampus Köln Merheim sieht mehrere Etappen vor:
- Erste modernisierte Stationen im Bettenhaus: Ende 2026
- Abschluss der Sanierung des A-Strangs: 2027
- Spatenstich für die Neubauten: 2027
- Geplante Fertigstellung des Gesundheitscampus: 2031
- Zusätzliches Service- und Logistikzentrum: voraussichtlich bis 2032/2033
Allein der Neubau des Kinderkrankenhauses und des Erweiterungsbaus umfasst rund 95.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche – eine Dimension, die zeigt, welche Bedeutung dem Gesundheitscampus Köln Merheim beigemessen wird.
Ein Zukunftsprojekt für Köln und die Region
Mit dem Gesundheitscampus Köln Merheim entsteht in der Rheinmetropole ein medizinischer Großstandort, der die Versorgung in der Domstadt und weit darüber hinaus nachhaltig verändern wird. “Wir schaffen jetzt mit dem Gesundheitscampus Merheim zukunftsweisende Voraussetzungen für eine moderne, vernetzte und hochprofessionelle Spezialmedizin, die ihresgleichen sucht”, sagt Geschäftsführer Prof. Dr. Axel Goßmann.
Die Kombination aus gebündelten Kompetenzen, modernen Gebäuden, innovativen Notfallstrukturen und nachhaltiger Planung macht den Gesundheitscampus Köln Merheim zu einem der wichtigsten Zukunftsprojekte der städtischen Kliniken. Mit seinem umfassenden Ansatz kann der Standort zum Modell für moderne Krankenhausstrukturen in ganz Deutschland werden – und zeigt schon heute, wie die “Klinik der Zukunft” in Köln aussehen wird.


















































