
copyright: Matthias Meurer / Stadt Köln
Die Glasgewölbe, die sich schon seit einiger Zeit eindrucksvoll über dem Gelände der Flora und des Botanischen Gartens erheben, haben endlich Leben eingehaucht bekommen. Zehn Jahre nach der Schließung der alten, maroden Anlagen im Jahr 2016 ist es nun so weit: Am Freitag, den 12. Juni 2026, hat Oberbürgermeister Torsten Burmester die neuen, hochmodernen Schaugewächshäuser im Rahmen eines feierlichen Festakts offiziell eröffnet. Für alle Kölner und Gäste der Domstadt bedeutet das ab sofort wieder freien Eintritt in faszinierende, exotische Welten direkt vor der Haustür.
Eine botanische Weltreise auf 500 Metern Entdeckerweg

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Wer die Anlage durch den neuen, einladenden Eingang an der Palmenallee betritt, begibt sich auf eine rund 500 Meter lange, vollständig barrierefreie Weltreise. Das Kölner Planungsbüro Königs Architekten hat hier ein Meisterwerk geschaffen, das Architektur und Natur nahtlos miteinander verbindet. Durch geschickte topografische Inszenierungen, wechselnde Blickachsen und sanfte Höhenunterschiede wird der Spaziergang durch die Flora zu einem echten Abenteuer.
Die dreiflügelige Stahl-Glas-Anlage erstreckt sich über eine Fläche von rund 3.000 Quadratmetern und bietet Platz für mehr als 6.000 verschiedene Pflanzenarten. Das Besondere am architektonischen Konzept: Die parabelförmigen Bögen der stützenfreien Schalenkonstruktion ermöglichen einen maximalen Sonnengewinn bei minimalem Materialeinsatz und optimieren so die Wuchsbedingungen für die grünen Bewohner.
Vom feuchtwarmen Dschungel bis unter die Baumkronen

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Die Reise beginnt im Herzstück der Anlage: dem Tropenhaus. Beim Betreten schlägt den Besuchern sofort die charakteristische, feuchtwarme Luft entgegen. Hier dreht sich in den wechselnden Plantagen alles um das Thema “Tropische Nutzpflanzen” – Gewächse, die uns aus dem Alltag und der Ernährung zwar bestens bekannt sind, die man hier jedoch einmal in ihrer ursprünglichen Pracht erleben kann.
Über eine hölzerne Brücke führt der Weg vorbei an einem plätschernden Wasserfall und über einen idyllischen Tropenteich. Von dort aus schlängelt sich ein spektakulärer Höhenweg hinauf bis auf 5,50 Meter Höhe. Direkt unter den Kronen der tropischen Bäume, begleitet vom leisen Flöten der Pfeiffrösche, eröffnet sich eine völlig neue Perspektive auf den Dschungel. Das didaktische Konzept setzt voll auf das Erleben der Artenvielfalt.
Das Evolutionslabor Wüste: Faszinierende Überlebenskünstler

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Nach den zarten Aufsitzerpflanzen und prächtigen Orchideen des Tropenhauses folgt der radikale Klimawandel. Im sogenannten “Evolutionslabor Wüste” brennt die Sonne gefühlt unerbittlich auf raue Trockenlandschaften. Hier zeigen die skurrilsten Wasserspar-Spezialisten des Pflanzenreichs, wie sie unter extremen Bedingungen überleben.
Der Pfad führt wie durch einen Canyon hinab zu gigantischen Kakteen aus der Alten und Neuen Welt. Am Ende des Wüstenflügels wartet eine liebevoll gestaltete Lernfläche, die von südafrikanischen Pflanzenschätzen aus der Namibwüste, von Quarzflächen und den Drakensbergen umgeben ist.
Ein winterliches Farbenmeer in der Orangerie und im Subtropenhaus

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Wer es etwas gemäßigter mag, flaniert anschließend weiter durch die helle Orangerie. Dieser Bereich dient als flexible Fläche für aktuelle Wechselausstellungen und attraktive Kübelpflanzen. Er schließt direkt an das historische Subtropenhaus an, dessen wertvoller Bestand dank solider, gesunder Bausubstanz im Zuge der jahrelangen Arbeiten gesichert werden konnte.
Das Subtropenhaus verspricht das ganze Jahr über visuelle Highlights: Im Winter lockt die international ausgezeichnete Kamelien-Ausstellung mit einem wahren Farbenmeer, während im Sommer mächtige Baumfarne und eine artenreiche Fuchsien-Sammlung die Besucher ins Staunen versetzen.
Einzigartiges Konzept: Sehen, fühlen, riechen und verstehen

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Bei der Konzeption der neuen Schaugewächshäuser in Köln-Riehl wurde bewusst auf ein rein geobotanisches, starres Spezialgebiet verzichtet. Das Ziel der Stadt Köln und des engagierten Freundeskreises Botanischer Garten e.V., der das Millionenprojekt tatkräftig mit Spenden und großem Einsatz unterstützt hat, war maximale Flexibilität für zukünftige Lehre, Didaktik und Ausstellungen.
Das neue Motto der Flora lautet ganz klar: Mitmachen und mit allen Sinnen genießen. Es ist eine verführerische Live-Show der Natur, bei der das Smartphone ruhig einmal in der Tasche bleiben darf. Besucher sollen die Natur nicht nur betrachten, sondern sie spüren, riechen und die ökologischen Zusammenhänge ganz real verstehen.
Zehn Jahre Geduld haben sich für Köln gelohnt

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Die Rückkehr der Pflanzenschätze war eine logistische Meisterleistung. Seit der Schließung der alten Gewächshäuser vor zehn Jahren wurden die kostbaren, teils streng geschützten und sehr seltenen Bestände von den Kölner Gärtnern in aufwendiger Arbeit gesichert. Zur jeweils passenden Vegetationszeit wurden sie ausgegraben und in riesigen Kübeln in Sammlungs- und Foliengewächshäusern hinter den Kulissen gepflegt.
Nach Verzögerungen beim Bau – unter anderem bedingt durch Lieferengpässe während der Pandemie, die Insolvenz von Fachfirmen und die komplexe Abstimmung der hochmodernen, automatisierten Gebäudetechnik – ist das neue Highlight im Kölner Norden nun endlich fertig. Flora und Botanischer Garten sind um eine Attraktion reicher, die das gärtnerisch-botanische Fachwissen Kölns perfekt zur Schau stellt. Der Eintritt zu den neuen Gewächshäusern ist, wie für das gesamte Freigelände der Flora, für alle Besucherinnen und Besucher dauerhaft kostenlos.














































