Alle Infos zum Karneval in Köln für Insider, Imis und Anfänger

Alle Infos zum Karneval in Köln für Insider, Imis und Anfänger copyright: KölnTourismus GmbH
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Dieser Artikel wurde am 14.02.2018 aktualisiert: Jahr für Jahr kommen Millionen Besucher zum Karneval nach Köln. Um als Nicht-Kölner am Fest des jecken Frohsinns teilzunehmen, braucht es nicht notwendigerweise eine “Karnevals-Anleitung”. Doch es ist sicherlich hilfreich, einige Spielregeln und Gebräuche zu kennen. So muss man nicht enttäuscht wieder abreient, weil die Erwartungen an die “Tollen Tage” nicht erfüllt wurden. Unser CityNEWS-Karnevals-Ratgeber soll Fragen klären wie: Was heißt es eigentlich, in Köln Karneval zu feiern? Wohin geht man? Wie feiert man wo und mit wem? Außerdem will unser kleine Ratgeber Verständnis für die Eigenart des kölschen Humors wecken, damit man den Kölner Karneval unbeschwert und in all seiner Vielfalt erleben kann! Und natürlich gibt es alle Infos zum Highlight im Kölner Karneval: Der Rosenmontagszug!

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Kölsch-Wörterbuch für Imis und Anfänger

Kölsch-Wörterbuch für Immis und Anfänger copyright: Hans-Georg Plümer / pixelio.de
Kölsch-Wörterbuch für Immis und Anfänger
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Man sollte nicht verzweifeln, wenn man die Kölner nicht auf Anhieb versteht. Kölsch gilt als eine der eigenwilligsten Mundarten und ist übrigens die einzige Sprache, die man auch trinken kann. Und trotzdem, die Ohren werden sich schnell an den Dialekt gewöhnen. Nur eines sollte beachtet werden: den kölschen Dialekt zu imitieren wird nicht gern gesehen! Worte bedeuten im Karneval nicht alles, auf die richtigen Gesten kommt es an, in dieser Hinsicht sind die Kölner tolerant, ganz im Sinne von “Jede Jeck es anders”. Die Sprache des “Fasteleers” ist international. Und für alle die ein Wörtchen mitreden möchten empfehlen wir unser kleines:

Kölsch-Wörterbuch

A – E

  • Ähzezupp: Erbsensuppe
  • Alaaf: Ausruf der Jecken – ist das wichtigste Wort im Kölner Karneval und ein Hochruf auf die Stadt Köln
  • Äppelschloot: Kartoffelsalat
  • Baas: Meister, Chef, Direktor, Vorgesetzter
  • Büdchen: Kiosk
  • Büggel: Beutel (Wichtig für das Sammeln von Kamelle)
  • Bütt: Rednerpult bei Karnevakssitzungen
  • Bützje: Ein Bützje ist eine wunderbare Wertschätzung! Bützen gehört zum Fastelovend wie das Salz in der Suppe.  Doch Achtung: “E lecker Bützje” ist unverfänglich und hat nichts mit Anmache zu tun. Es ist ein gehauchter Kuss ohne rechte Berührung auf die Wange, nicht auf den Mund! Gebützt wird zum Dank für einen Orden in der Sitzung, für ein Strüßje beim Zug, für ein Kölsch oder einfach nur, weil der Nachbar in der Sitzung oder beim Kostümball so fröhlich und nett ist.
  • Brootwoosch: Bratwurst
  • Büdche: Der fast 24-Stunden-Supermarkt der Kölner. Kiosks findet man eigentlich an jeder Straßenecke und sie bieten fast alles für den täglichen Bedarf und Gelüste (Kölsch, Kamelle und Kaffee).
  • Decke Trumm: Die dicke Trommel ist das wichtigste Instrument im Straßenkarneval. Nicht nur Lappenclowns, auch viele Jecken haben sich eine Trommel von ungefähr einem Meter Durchmesser vor den Bauch geschnallt oder eine solche auf einem alten Kinderwagen befestigt, um mit dicken Klöppeln den Rhythmus der Karnevalslieder zu unterstützen.
  • Doosch: Durst
  • Elfter im Elften um Elf Uhr Elf: An dem jecken Datum im November (11.11.) wird auf der großen Straßensitzung am Alter Markt die Karnevalssession offiziell eröffnet. Zehntausende  Jecken strömen in der Altstadt zusammen, um pünktlich um 11:11 Uhrdie fünfte Jahreszeit einzuläuten

F bis K

  • Fasteleer/Fastelovend: Karneval
  • Fisternöllchen: Kleine, heimliche Liebelei
  • Flönz: Blutwurst ist eine typische Spezialität aus Köln
  • Fooderkaat: Speisekarte
  • Funkemariechen: Wenn die Korpsgesellschaften in den Festsaal einziehen, ist immer auch eine Frau dabei: Das Funkemariechen. Zusammen mit dem Tanzoffizier auf der Bühne zeigt das “Leckerchen” ihr tänzerisches Können.
  • Hämmche: Gekochte Schweinehaxe mit Kartoffelpüree und Sauerkraut
  • Halve Hahn: Roggenbrötchen mit einer Scheibe mittelaltem Holländer Käse, Butter und Senf
  • Hätz: Herz
  • Himmel un Äd: Gebratene Flönz (Blutwurst) mit Kartoffelbrei und Apfelmus
  • Imi: Abkürzung für den imitierten (zugereisten) Kölner
  • Jeck: Allgemeiner Begriff der das Feiern im Kölner Karneval beschreibt
  • Kamelle: Süßigkeiten
  • Klaaf: Schwätzchen
  • Kniesbüggel / Kniesköpp: Geizhals – so werden gerne die Zugteilnehmer lautstark “beschimpft” die keine Kamelle und Strüßjer werfen
  • Knubbel: Beule, Menschenansammlung
  • Köbes: Bezeichnet den launigen Kellner in Kneipen und Brauhäusern
  • Kölsch: Das Nationalgetränk der Kölner ist ein helles, obergäriges Bier, das frisch gezapft und gekrönt von festem, weißem Schaum und in schlanken Stangen zu 0,2 l serviert wird.
  • Kölsche Kaviar: Ein Stück Flönz (Blutwurst) mit Zwiebelringen
  • Kopping: Kopfschmerzen

L bis R

  • Litschrede: Karnevalistische Rede, die bewusst auf Spott- und Schmährufe und Unmutsbezeigungen des Publikums angelegt ist
  • Muutzepuckel: Karnevals- und Spaßverweigerer
  • Nubbel: Von Weiberfastnacht an hängt über der Eingangstür oder aus den Fenstern vieler Kneipen eine große Strohpuppe. Das ist der Nubbel oder auch Zacheies genannt, der eine ganz besondere Funktion hat: Er ist nämlich der Sündenbock, der an allen Sünden schuld ist, die im Karneval begangen werden. Am Karnevalsdienstag um Mitternacht wird er unter lautem Geheule und Wehklagen verbrannt, und damit werden nach dem Volksglauben auch die Schandtaten der letzten Tage symbolisch zu Grabe getragen. Das ist eine höchst praktische Erfindung und ähnelt dem Sündenablass der Katholischen Kirche.
  • Öllig: Zwiebel (gerne auf dem Grundnahrungsmittel Mettbrötchen zu finden)
  • Pänz: Kinder
  • Pittermännchen: Kleines Fässchen Kölsch
  • Pluutemann: Der Lappenclown ist die Nr. 1 unter den Kostümen im Kölner Karneval. Hunderte von bunten Stoffresten werden hierbei in viereckiger Form wie überlappende Dachziegel an (eine möglichst alte) Jacke und Hose genäht. Dazu gehören eine rote Wollperücke und ein bunt geschminktes Gesicht!
  • Quetschenbüggel: Ziehharmonika
  • Raderdoll: Total verrückt
  • Rhing: Rhein
  • Rievkooche: Reibekuchen / Kartoffelpuffer

S bis Z

  • Schabau: Schnaps
  • Schäl Sick: Rechtsrheinisches Köln
  • Schnüss: Mund
  • Soorbrode: Sauerbraten aus Rind- oder Pferdefleisch, dazu Klöße, Rotkohl und einer dunklen Sauce mit Rosinen
  • Spillmannszoch: Musikzug mit Flötisten und Trommlern
  • Stippeföttche: Bei diesem Tanz stellen sich zwei Funken Rücken an Rücken auf und strecken die Kehrseite ihres Körpers, auf Kölsch “Föttche” (Gesäß) heraus oder “stippen et erus”, wie man in Köln sagt. Gestützt auf ihre “Knabüß” (Gewehr), in deren Lauf ein “Strüüßje” (Sträußchen) steckt, wibbeln (wackeln) sie so zur Musik.
  • Strüßjer: Blumensträußchen
  • Tröt: Trompete
  • Trömmelche: Kleinerer Vertreter der “Decke Trumm”
  • Tünnes und Schäl: Obwohl Tünnes und Schäl weder in einem Taufbuch noch in einem Sterberegister stehen, werden sie als Ur-Kölner angesehen. Und so sagt der Volksmund, in jedem Kölschen stecke ein Stück von Tünnes und ein Quäntchen Schäl. In Wirklichkeit aber sind sie im 19. Jahrhundert im Hänneschen-Theater entstanden.

    Dabei vertritt der Tünnes (die kölsche Form von Anton) als “Fuss” (Rothaariger) mit der dicken Knollennase den Typus des einfachen Bauern. Er ist ein harmloser, gutmütiger Kerl, dessen Bauerschläue nicht unterschätzt werden sollte. Schäl (ein doppeldeutiger Name, der “schielend”, im Kölschen aber auch “schlecht” oder “falsch” bedeutet) ist die schlankere Gestalt im Frack und ein Schlitzohr, das mit absoluter Vorsicht genossen werden sollte. Er ist noch arbeitsscheuer als Tünnes, schwadroniert gerne, ist dem Alkohol und auch Schlägereien nicht abgeneigt. Mit Tünnes verbindet ihn eine Art Hassliebe: Keiner der beiden kann ohne den anderen auskommen.

  • Weetschaff: Wirtschaft, Kneipe
  • Wiever: Sind die raderdollen Frauen und Mädchen im Kölner Karneval
  • Zappes: Bierausschank, Bierzapfer
  • Zoch: So werden die Karnevalsumzüge in Köln genannt

Weitere Begriffe zum “Söke un Finge” (Suchen und Finden) gibt es im kostenlosen Kölsch Wörterbuch der Akademie för uns kölsche Sproch der SK Stiftung Kultur.

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Hier haben wir für Sie einen kostenlosen 360 Grad Livestream vom Kölner Rosenmontagszug. So können Sie weltweit live und hautnah dabei sein!

Dieser Artikel wurde am 14.02.2018 aktualisiert.