Karneval in Köln 2020: Alle Infos für Anfänger und Experten!

Karneval in Köln 2020: Alle Infos für Anfänger und Experten! copyright: KölnTourismus GmbH
Karneval in Köln 2020: Alle Infos für Anfänger und Experten!
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Dieser Artikel wurde am 10.02.2020 aktualisiert: Jedes Jahr zieht der Karneval in Köln an. Um als Nicht-Kölner am Fest des jecken Frohsinns teilzunehmen, braucht es nicht unbedingt eine “Karnevals-Anleitung”. Doch es ist sicherlich hilfreich, einige Spielregeln, Gebräuche, Tipps und Termine von Weiberfastnacht über Rosenmontag bis hin zum Aschermittwoch zu kennen. Deswegen haben wir hier bei CityNEWS alle Infos zum Kölner Karneval 2020 für Experten und Anfänger!

Das Motto der Karnevalssession 2020 in Köln

Das Karnevalsmotto der Session 2020 in Köln: Dat Hätz schleiht im Veedel copyright: Festkomitee Kölner Karneval
Das Karnevalsmotto der Session 2020 in Köln: Dat Hätz schleiht im Veedel
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Das Kölner Karnevalsmotto 2020 lautet: “Et Hätz schleiht em Veedel” (“Das Herz schlägt im Stadtteil”). “Die Veedel sind die Keimzelle aller Karnevalsaktivitäten”, erklärt Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. “Hier sind unzählige Karnevalsgesellschaften aktiv, hier haben aber auch der Schulkarneval und die Pfarrsitzungen ihr zu Hause. Quer durchs Veedel geht der handgemachte Zoch, der die Menschen schon Monate vorher zusammenbringt, um Kostüme zu schneidern und Wagen zu bauen. Und nicht zuletzt steht hier die Kneipe op d´r Eck, in der man am Abend ‘En uns´rem Veedel’ anstimmt und mit Nachbarn feiert.”

Doch das Karnevalsmotto der Session 2020 ist nicht nur eine Hommage an die 86 kölschen Veedel. Das Motto soll den vielen karnevalistischen Aktivitäten in den Stadtvierteln auch Rückenwind geben. Vor allem den rund 50 Zügen, die zwischen Weiberfastnacht und Veilchendienstag in Köln stattfinden. Hier wird das Brauchtum ganz unmittelbar gelebt und völlig selbstverständlich auch an die nächste Generation weitergegeben.

Zugleich möchte man mit dem Karnevalsmotto für die Session 2020 auch dafür werben, den Karneval und die Veedels-Kultur in der Nachbarschaft zu entdecken. “Hier läuft vielleicht die Musik manchmal vom Band und wird nicht live gespielt. Aber dafür schunkelt man mit Freunden und Familie. Und ganz nebenbei lernt man den Nachbarn oder die anderen Eltern aus der Grundschule besser kennen”, so der Festkomitee-Präsident. “Wer gerade beim Straßenkarneval Alternativen zur Kölner Altstadt oder Zülpicher Straße sucht, der muss nur etwas genauer hinsehen! In jedem echt kölschen Veedel wird wunderbar gefeiert, direkt vor der Haustür.”

Historisches zum Kölner Karneval

Historisches zum Kölner Karneval copyright: pixabay.com
Historisches zum Kölner Karneval
copyright: pixabay.com

Der Karneval in Köln ist so alt wie die Geschichte der Stadt selbst und so organisiert wie heute feiert man schon seit mehr als 190 Jahren. Griechen und Römer feierten Dionysos und Saturn zur Ehre fröhliche Frühlingsfeste. Die Germanen feierten die Wintersonnenwende und vertrieben so die bösen Winterdämonen. Später übernahmen die Christen diese heidnischen Bräuche. Die vorösterliche Fastenzeit wurde mit der Fastnacht oder dem Karneval (lat. Carne vale = Fleisch lebe wohl) eingeläutet. Im Mittelalter nahmen die Fastnachtsfreuden (die “Mummerei”) oft drastische Formen an. Verbote und Verordnungen halfen wenig, es wurde trotzdem wild und fröhlich gefeiert.

Zum heiteren Straßenkarneval gesellten sich im 18. Jahrhundert die so genannten “Redouten”, ausgelassene Maskenbälle nach venezianischem Vorbild, die zunächst nur dem Adel und dem reichen Bürgertum vorbehalten waren. Weder die französischen Revolutionstruppen, noch die strengen Preußen konnten später die Kölner davon abhalten, ihre närrische Tradition zu pflegen. In der Romantik wurde der Karneval in Köln dann verbürgerlicht und geordnet.

1823, im Jahr der Gründung des “Festordnenden Komitees”, feierte Köln seinen ersten Rosenmontagszug. Mit dem “Held Karneval”, dem heutigen Prinz, kam eine weiterer Aspekt hinzu. Nach der Gründung des Festkomitees entstand eine Karnevalsgesellschaft nach der anderen. Sitzungen mit Büttenrednern und Liedersängern halfen, die Zeit vom 11.11. (dem Beginn der Karnevalssession) bis zum Rosenmontag zu überbrücken.

Und so ist es auch noch heute…

Und so ist es auch noch heute... copyright: pixabay.com
Und so ist es auch noch heute…
copyright: pixabay.com

Mittlerweile gibt es rund 160 Karnevalsgesellschaften, Heimat- und Stadtteilvereine, die das Fest des Frohsinns in über 600 Sitzungen, Bällen und Umzügen feiern. Von Herkunft und Ziel lassen sich die Karnevalsgesellschaften grob in zwei Gruppen einteilen.

Die Korpsgesellschaften, die Uniform tragen und sich mehr oder weniger als Persiflage auf das Militär verstehen, und die Komitee-Gesellschaften, die ebenfalls gleiche Jacken in den Vereinsfarben tragen und ein geselliges, karnevalistisches Angebot für die ganze Familie sein wollen.

Der Alternative Karneval

Der Alternative Karneval copyright: pixabay.com
Der Alternative Karneval
copyright: pixabay.com

Neben dem vom Festkomitee organisierten traditionellen Karneval hat sich in den 80er Jahren der so genannte alternative Karneval herausgebildet, der längst auch schon wieder als Tradition gelten kann. Ursprünglich von den jüngeren Leuten praktiziert, zieht sich der alternative Karneval heute durch alle Generationen. Zu dem mittlerweile großen Angebot an alternativen Aktivitäten zählen unter anderem die Stunksitzung im E-Werk, der Geisterzug am Samstagabend sowie die Nubbelverbrennung am späten Dienstagabend.

Im Unterschied zu den anderen Umzügen, bei denen der gemeine Jeck zusieht, können beim Geisterzug alle in gespenstischer Verkleidung mitgehen. Die Tradition des Umzuges, der 1992 wieder eingeführt wurde, reicht bis ins Mittelalter zurück. Eine prominente Gruppe des alternativen Karnevals sind die “Ahl Säu” (Alten Säue), die jedes Jahr besonders fantasievoll kostümiert dem Rosenmontagszug voran ziehen. Auch schwule und lesbische Gruppen haben sich im Karneval organisiert. Entsprechende Sitzungen finden die ganze Session über statt.

Kneipe, Ball oder auf die Straße: Wohin geht man?

Kneipe, Ball oder auf die Straße: Wohin geht man? copyright: J. Rieger, Köln / Festkomitee Kölner Karneval
Kneipe, Ball oder auf die Straße: Wohin geht man?
copyright: J. Rieger, Köln / Festkomitee Kölner Karneval

Bei KölnTourismus z.B. gibt es eine Informationsbroschüre mit den Terminen aller Sitzungen, Bälle und den vielen Karnevalszügen in den Veedeln. Der Rahmen zwischen “repräsentativ” und “alternativ” ist dabei weit gesteckt, so dass für jeden etwas dabei ist. Einige renommierte Gesellschaften erwarten zu ihren Prunksitzungen Abendgarderobe, bei anderen ist bunte Kostümierung erwünscht. Man sollte rechtzeitig buchen, da viele Veranstaltungen sehr schnell ausverkauft sind. Die Gewinne aus den Veranstaltungen fließen in Jugendarbeit, karitative Zwecke und die Finanzierung der Umzüge.

Wer in einer Kneipe in den Veedeln (Stadtteilen) feiern möchte, sollte wissen: Lange Schlangen vor der Kneipe sind in der Regel ein Hinweis auf tolle Stimmung, und so macht Warten durchaus Sinn. Zum einen ist Köln an Karneval ein großes Wohnzimmer, so dass auch vor den Lokalen gesungen, getanzt und Kölsch getrunken wird. Zum andern wechseln die Jecken auch die Lokalität, sodass man nach einer gewissen Wartezeit bestimmt reinkommt. Hat man es endlich geschafft, darf man getrost vergessen, dass der Mensch Sauerstoff zum Atmen braucht! Aber wenn man erst einmal mittendrin ist, merkt man die tropischen Temperaturen kaum noch.

Die Kölner Mentalität

Die Kölner Mentalität copyright: CityNEWS / Thomas Pera
Die Kölner Mentalität
copyright: CityNEWS / Thomas Pera

Jedes Volk hat seine Eigenart, so auch die Rheinländer. Die Kölner sind ein Volk für sich. Als alte Römerstadt, die im Mittelalter zur größten Handelsmetropole Deutschlands wuchs, in die im Laufe der Jahrhunderte Kaufleute, Schiffer, Handwerker und Pilger strömten, beherbergt Köln eine Bevölkerung, in der die Eigenschaften vieler Völker zu einem glücklichen “Gemölsch” vereinigt sind. So erklärt sich das rheinische Naturell auch aus Toleranz gegenüber den Mitmenschen.

Außerdem ist Köln als bedeutende Kongress- und Messestadt im Umgang mit ausländischen Gästen vertraut. Die Kölner sind weltoffen, kommunikativ und schnell gut Freund. Man sagt den Kölnern auch eine gewisse Oberflächlichkeit nach, richtige Freundschaften brauchen, wie überall, etwas länger. Die Bevölkerung der Rheinmetropole teilt sich in Kölner und Kölsche. Kölner wohnen hier. Kölsche aber sind die, in deren Adern der Pulsschlag der Domstadt spürbar wird.

Kostüm: Einfach in eine andere Rolle schlüpfen!

Kostümierung: In eine andere Rolle schlüpfen! copyright: CityNEWS / Thomas Pera
Kostümierung: In eine andere Rolle schlüpfen!
copyright: CityNEWS / Thomas Pera

Der Kölner Karneval ist ein Fest der Verkleidung. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Je bunter, desto lieber, heißt das Motto. Karnevalskostüme müssen nicht ‚schön‘ sein. Wichtig ist es, guten Willen zu zeigen und dass man sich darin wohl fühlt. Der Kölner trägt ein Kostüm, mit dem er sich identifizieren kann. Er verkörpert gerne die Rolle, die er darstellt.

Für Veranstaltungen in geschlossenen Räumen wie Bälle und Sitzungen genügen luftige Kostüme. Für den Straßenkarneval sollten die Kostüme wärmer sein, so dass man auch bei einem längeren Aufenthalt draußen nicht friert. Denn vom Wetter lässt sich der richtige “Jeck” nicht abhalten! Gäste, die in letzter Sekunde anreisen, können sich in vielen Geschäften der Innenstadt noch mit Masken, Kostümen und Schminke eindecken. Im Notfall genügt auch die einfache rote Pappnase.

Kölle Alaaf ist eine Liebesbekundung

Statt von “Fasching” spricht man in Köln von “Fastelovend” oder “Fasteleer”, was wiederum der Fastnacht entsprungen ist. “Helau” ruft man in Mainz und Düsseldorf und somit unter keinen Umständen in der Domstadt Köln! Das könnte – bei aller Toleranz der Kölner – ordentlich in die Hose gehen.

Der kölsche Hochruf lautet “Kölle Alaaf”, was soviel heißt wie: All ab (All-av), ein im Mittelalter nicht nur in der Narrenzeit gebräuchlicher Trinkspruch. Sinngemäß bedeutet es: “Köln allein”, “Köln über alles”, die denkbar kürzeste Liebeserklärung an die Rheinmetropole.

Das Bützen: Weit mehr als nur ein Kuss

Das Bützen copyright: ddp/ Henning Kaiser
Das Bützen
copyright: ddp/ Henning Kaiser

Wenn Sie ein Karnevalsjeck im Überschwang der Gefühle “bützt”, sollte man nicht erschrecken. “Bützjer” sind Küsschen mit gespitzten Lippen und haben nichts mit einem echten Kuss zu tun. Das Bützje ist keine blöde Anmache, sondern im Karneval absolut wichtig und üblich. Im Allgemeinen scheinen die Menschen im karnevalistischen Freudentaumel leichter zueinander zu finden, denn so manche Beziehung und Freundschaft nimmt zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch ihren Anfang.

Essen und Trinken: Jet zo müffelle und zu süffelle

Essen und Trinken: Jet zo müffelle und zu süffelle copyright: CityNEWS / Alex Weis
Essen und Trinken: Jet zo müffelle und zu süffelle
copyright: CityNEWS / Alex Weis

Der echte Karnevalsjeck trinkt, weil er feiert, nicht umgekehrt, und auch in diesem Zusammenhang gilt die Devise ‚weniger ist mehr‘. Wichtig ist: Bier heißt in Köln immer “Kölsch”, alle anderen Biersorten und härtere Getränke werden an Karneval in den Kneipen ohnehin nicht ausgeschenkt, meistens noch nicht einmal auf Nachfrage. Rufen Sie im Brauhaus auch nie nach dem Kellner, er heißt hier “Köbes”.

Eine wichtige vorbereitende Maßnahme vor dem ausgelassenen Feiern ist das Schaffen einer Grundlage, zum Beispiel in Form von deftiger kölscher Hausmannskost. Nach einer guten Portion “Rievkoche” (Reibekuchen) oder “Himmel und Ääd” (Kartoffelpüree mit Apfelmus und gebratener Blutwurst) ist man sicherlich ausreichend gestärkt.

Echt Kölsch: Traditionelle Brauhauskultur copyright: KoelnTourismus GmbH / Andreas Möltgen
Echt Kölsch: Traditionelle Brauhauskultur
copyright: KoelnTourismus GmbH / Andreas Möltgen

Und der Kölner an sich is(s)t und feiert gerne in Gesellschaft. Daher auch der bekannte Spruch: “Drink doch ene met” (Trink doch einen mit). Wundern Sie sich also nicht, wenn Ihnen ein Fremder in der Kneipe, auf einem Ball oder der Straße ein Kölsch in die Hand drückt. Denn Kölsch fließt eigentlich immer in Runden und das heißt für Anfänger-Jecke: Nie ein Kölsch für sich alleine bestellen!

Prinz, Bauer und Jungfrau: Das Kölner Dreigestirn

Prinz, Bauer und Jungfrau: Das Kölner Dreigestirn copyright: Festkomitee Kölner Karneval / Costa Belibasakis
Prinz, Bauer und Jungfrau: Das Kölner Dreigestirn
copyright: Festkomitee Kölner Karneval / Costa Belibasakis

Der Prinz, der Bauer und die Jungfrau, die zusammen das Kölner Dreigestirn bilden, sind die offiziellen Regenten über das närrische Volk und repräsentatives, gesamtstädtisches Aushängeschild während einer Session des Kölner Karnevals. Das Dreigestirn wird auch als Trifolium (“Dreiblatt”, von lat. tres “drei” und folium “Blatt”, botanisch: Kleeblatt) bezeichnet. Die darstellenden Personen werden jährlich neu bestimmt.

Prinz Karneval

Prinz Karneval copyright: Festkomitee Kölner Karneval
Prinz Karneval
copyright: Festkomitee Kölner Karneval

“Seine Tollität”, der Kölner Prinz Karneval, ist der höchste Repräsentant des Kölner Karnevals. Der Name löste im Verlauf des 19. Jahrhunderts die Bezeichnung Held Carneval ab. Der Prinz oder Held ist seit 1823 die wichtigste Figur des Rosenmontagszugs. Bei der Proklamation (immer Anfang Januar) durch den Kölner Oberbürgermeister/in erhält er als Symbol die Pritsche, die er über sein närrisches Volk schwingt. Prinz Karneval fährt im Rosenmontagszug immer auf dem allerletzten Wagen, sozusagen als Höhepunkt des närrischen Lindwurms. Sein Wagen ist der prunkvollste und größte des Zuges.

Kölner Bauer

Kölner Bauer copyright: Festkomitee Kölner Karneval
Kölner Bauer
copyright: Festkomitee Kölner Karneval

Der Kölner Bauer (kölsch: Buur) wird als “Seine Deftigkeit” angesprochen und symbolisiert die Wehrhaftigkeit der alten Reichsstadt Köln. Er steht insbesondere auch für die Befreiung Kölns aus der Macht der Erzbischöfe in der Schlacht von Worringen. So trägt er als Stadtbewahrer auch die Stadtschlüssel an seinem Gürtel, die er bei der Proklamation vom Kölner Oberbürgermeister verliehen bekommt. Des Weiteren trägt der Kölner Bauer einen Dreschflegel in der linken Hand. Auf seinem mächtigen Hut trägt er 125 Pfauenfedern, die die Unsterblichkeit der Stadt Köln darstellen sollen. Die Figur bezieht sich auf den Reichsstand Kölns in der Frühen Neuzeit und reicht weit in die Geschichte der Stadt zurück. In Bezug auf den Karneval setzte sich der Bauer wie die Jungfrau in den 1870er Jahren als fester Bestandteil durch.

Kölner Jungfrau

Kölner Jungfrau copyright: Festkomitee Kölner Karneval
Kölner Jungfrau
copyright: Festkomitee Kölner Karneval

Die Kölner Jungfrau, “Ihre Lieblichkeit”, wird als beschützende Mutter Colonia im Kölner Dreigestirn immer von einem Mann dargestellt und wurde 1870 dem Kölner Bauern zur Seite gestellt. Aus diesem Grund fahren Bauer und Jungfrau an Rosenmontag immer gemeinsam auf einem prunkvollen Wagen. Um der weiblichen Rolle gerecht zu werden, ist ein Bart oder ein Schnäuzer nicht erlaubt.

Die Kölner Jungfrau trägt eine Krone, die wie ein Zinnenkranz aussieht (auch Mauerkrone genannt). Ihre Krone und ihre Jungfräulichkeit symbolisieren die Uneinnehmbarkeit der Stadt Köln, als diese noch von einer halbkreisförmigen Stadtmauer umschlossen war. Das römische Gewand der Jungfrau erinnert an die römische Kaiserin Agrippina die Jüngere, die gemäß den Annalen des Tacitus als die Gründerin der Stadt Köln gilt. Bei der Proklamation erhält die Kölner Jungfrau als Symbol einen silbernen Spiegel. Den Spiegel bekommt die Jungfrau erst seit 1993 bei der Proklamation überreicht, “damit sie ihre Schönheit und ihren Charme kontrollieren kann”. Das Symbol geht auf eine Idee von Oberbürgermeister Norbert Burger zurück, damit die Jungfrau nicht leer ausging, wenn der Prinz die Pritsche und der Bauer die Stadtschlüssel erhielten.

Kalender: Das sind die Highlights an den tollen Tagen

Die Highlights an den tollen Tagen copyright: CityNEWS / Thomas Pera
Die Highlights an den tollen Tagen
copyright: CityNEWS / Thomas Pera

Ab Weiberfastnacht herrscht in Köln der Ausnahmezustand und die Jecken übernehmen das Regiment der Domstadt. Hier geben wir Ihnen einen Überblick was wann und wo ansteht!

Weiberfastnacht (Donnerstag, 20.02.2020)

An Weiberfastnacht (Wieverfastelovend) führen offiziell die Frauen das Regiment. Am Donnerstag vor Rosenmontag, dem ersten der sechs Straßenkarnevalstage, ist der Karneval in seiner ursprünglichen Form zu erleben. Frühmorgens füllen sich die Straßen mit kostümierten Jecken, die ins Büro, an die Arbeitsstelle oder ins Geschäft gehen und ab 10 Uhr in Scharen zum Alter Markt ziehen. Um 11:11 Uhr wird dort der Straßenkarneval durch die Oberbürgermeisterin und das Kölner Dreigestirn – bestehend aus den traditionellen Figuren Prinz, Bauer und Jungfrau – eröffnet. Es gilt, früh genug da zu sein, sonst kommt man nicht nahe genug an die Bühne heran, auf der Mundartgruppen, kölsche Stars und verschiedene Redner ihr Programm zum Besten geben.

Jan und Griet

Jedes Jahr an Weiberfastnacht veranstaltet der Reiter-Korps “Jan von Werth” ein Historienspiel am Severinstor (Chlodwigplatz) mit anschließendem Zug durch die Kölner Südstadt. Erzählt wird die Legende um Jan un Griet. Jan war ein einfacher Knecht, der sich in Griet, eine ebenso einfache Magd verliebt und sie heiraten möchte. Ihr aber ist Jan nicht gut genug. Jan ist so enttäuscht, dass er den Bauernhof verlässt und in den Krieg zieht.

Als hoch dekorierter General kehrt er 1637 hoch zu Ross nach Köln zurück. Als er durch die Severinstorburg einzieht, trifft er auf Griet, die dort Äpfel und Kastanien verkauft. Sie erkennt ihn nicht, aber er hält ein und sagt zu ihr den berühmten Satz (in hochdeutscher Übersetzung): “Griet, wenn du es doch getan hättest!” Sie antwortet: “Wenn ich es gewusst hätte!” Die Legende gehört zu Köln wie der Dom, das Kölsch und der Rhein und so ist es immer wieder ein Erlebnis, die Straßenumzüge mit dem traditionellen Spiel um Jan un Griet zu eröffnen.

Karnevalsfreitag (Freitag, 21.02.2020)

Dieser Tag gilt eigentlich als Ruhetag. Trotzdem trifft man hier und da noch Überlebende der Weiberfastnacht und abends finden zahlreiche Sitzungen und Bälle statt. In der Kölner Altstadt findet zudem ein besonderes Event statt: Der Sternmarsch.

Um den vielen Jecken der Veedelsvereine und Stammtische für ihr ehrenamtliches Engagement zu danken wird auf dem Alter Markt in der Altstadt an Karnevalsfreitag eine große Open-Air-Party gefeiert. Vom Eisenmarkt, Heumarkt, Laurenzplatz und dem Bollwerk aus ziehen über 1.500 Jecke aus rund 45 Stammtischen und Karnevalsgruppen in ihren Kostümen der letzten Session (die neuen werden natürlich erst am Sonntag präsentiert) mit Musik und Gesang sternförmig zum Alter Markt.

Traditionell wird das Fest gegen 18 Uhr mit dem Aufzug des Kölner Dreigestirns und Kinderdreigestirns eröffnet und das Tanzpaar der Session ausgezeichnet. Im Anschluss beginnt ein buntes Bühnenprogramm für die ganze Familie und mit vielen bekannten Karnevalskünstlern, zu dem die Jecken sich warmschunkeln und tanzen.

Karnevalssamstag (Samstag, 22.02.2020)

Nach einem kölschen Frühschoppen geht es zum Funkenbiwak auf den Neumarkt. Jedes Jahr schlagen die Roten Funken hier, wo 1823 der erste Kölner Rosenmontagszug stattfand, ihr Zeltlager (Biwak) auf. Zu Ähzezupp (Erbsensuppe) und Kölsch wird ein tolles Bühnenprogramm geboten. Die Musikzüge der anderen Korpsgesellschaften marschieren auf, das Kölner Dreigestirn kommt zu Besuch, bevor “et beste kölsche Leed” ausgezeichnet wird. Traditioneller Höhepunkt ist der Stippeföttche-Tanz der Roten Funken. An dem Nachmittag ist die Stadt wieder von Jecken überschwemmt.

Karnevalssonntag (Sonntag, 23.02.2020)

Am Karnevalssonntag kommt der “kleinere” Vorbote des großen Highlights am Rosenmontag. Ab 11:11 Uhr ziehen jedes Jahr die Schull- un Veedelszöch (Schul- und Stadtteil-Zug) durch die Kölner Innenstadt. Unter der Schirmherrschaft der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums sind sie ein fester Bestandteil des Kölner Karnevals. Mit über 8.000 aktiven Teilnehmern ziehen sie auf dem Zugweg des Rosenmontagszuges durch die Stadt – und mehr als 250.000 Jecke am Straßenrand sind jedes Jahr dabei.

Das Markenzeichen der Schull- un Veedelszöch sind die ausgefallenen, bunten, selbstgemachten Kostüme der Gruppen und die oftmals (gesellschafts-)kritischen Themen und Gruppenmottos. Zahlreiche Musikgruppen sorgen zusätzlich für gute Stimmung. Längst finden sich neben Veedelsvereinen und Schulle auch Stammtische, Sportvereine und große Familien in diesem bunten durch viel Einfallsreichtum und Witz geprägten Umzug. Ein besonders schöner Brauch: Die durch eine Jury ermittelten besten Gruppen der Veedelszöch dürfen am Tag darauf beim Rosenmontagszug mitgehen.

Rosenmontag (Montag, 24.02.2020)

Über eine Million Menschen drängen sich zum Kölner Rosenmontagszug in die Stadt, um den bunten Zug zu erleben. Das jährlich wechselnde Sessionsmotto zieht sich durch den gesamten Zug hindurch und ist immer wieder zu erkennen. Populäre und aktuelle Themen aus Politik, Sport, Wirtschaft aber auch Gesellschaft und Stadtleben werden anhand der Persiflagewagen parodiert.

Fest- und Prunkwagen repräsentieren den Stolz und Prunk des Karnevals und seiner zugehörigen Gesellschaften. Die Gesellschaften mit ihren bunt kostümierten Mitgliedern und Tanzgruppen, die Traditionskorps in ihren Uniformen mit den Kutschen und Prunkwagen, die stattlichen Reiterkorps, die vielen Kapellen und Spielmannszüge aus Deutschland und den Nachbarländern ziehen 3,5 Stunden an den Zuschauern vorbei und feiern sich und ihre Rheinmetropole. Das Kölner Dreigestirn – Prinz, Bauer und Jungfrau – zeigt sich zum letzten Mal in der Session seinem närrischen Volk. Wenn der Schrei tönt “Dr Prinz kütt”, ist der Schluss- und Höhepunkt des Zuges erreicht.

Eröffnet wird der Kölner Rosenmontagszug traditionell von den Blauen Funken (Kölner Funken-Artillerie von 1870 e.V. blau-weiß), die stolz verkünden: “Mer han de Spetz” (“Wir haben die Spitze”). Die letzten beiden Gruppen bilden immer die Ehren-Garde der Stadt Köln 1902 e.V., die vor dem Prunkwagen von Bauer und Jungfrau reitet, und die Prinzen-Garde Köln 1906 e.V., die den Prinzen begleitet.

Beste Sicht auf das bunte Treiben

Beim Platzeinnehmen am Zugrand ist die Reihenfolge des Eintreffens maßgebend. Durch Vordrängeln macht man sich nur unbeliebt. Die vorderste Reihe gehört natürlich den Kindern die lauthals die Zugteilnehmer mit “Kamelle”-Rufe auf sich aufmerksam machen. Und die Reihe dahinter passt auf alle Kinder auf, denn trotz der “Wagenengel” ist der Sicherheitsabstand zu den großen Prunkwagen manchmal gefährlich gering.

Das typische Wurfmaterial besteht aus “Strüßjer” (Blumensträußchen) und “Kamelle” (Bonbons / Süßigkeiten). Aber auch Schokolade, Pralinen, Kölnisch-Wasser-Fläschchen und unzählige andere kleine Präsente werden in die Zuschauerreihen geworfen.

Tipp: Man sollte nicht in der Nähe des Kölner Doms stehen bleiben. Hier stauen sich die in letzter Minute mit dem Zug angereisten Besucher. Es gibt gemütlichere Stellen am rund 7 Kilometer langen Zugweg. Am Aufstellplatz beispielsweise kann man die Gruppen in aller Ruhe bestaunen.

Mehr als nur Kamelle und Strüßjer

Wer aber glaubt, allein der Kölner Rosenmontagszug sei sehenswert, der hat sich geirrt. Am Rosenmontag sollten Besucher rechtzeitig anreisen, denn bevor sich der “Zoch” in Bewegung setzt, beginnt bereits das bunte Treiben. Gruppen von Narren ziehen in bunten Kostümen durch die Straßen; man singt, lacht und schunkelt sich warm. Nach dem Umzug verlagert sich die Fröhlichkeit in die Kneipen und die Stimmung ist nur dort richtig gut, wo es eng zugeht. Mitmachen ist angesagt: Karneval ist keine intellektuelle Leistung, sondern kommt aus dem Bauch! Man kann sich auch einer der kostümierten Gruppen anschließen, die hinter einer dicken Trommel – der “decken Trumm”, dem Wahrzeichen des Karnevals – tanzend nach dem Motto durch die Straßen ziehen.

Karnevalsdienstag (Dienstag, 25.02.2020)

Am Dienstag stehen vor allem sehr viele Karnevalszüge in den verschiedenen Veedel an. Ehe der Alltag am Aschermittwoch zurückkehrt, als sei nie etwas gewesen, wird an vielen Stellen der Stadt der “Nubbel” verbrannt, eine Strohpuppe als Sündenbock für alle Verfehlungen, die sich die Kölner im Karneval haben zuschulden kommen lassen. Die Fackelzüge in der Nacht vom Karnevalsdienstag auf den Aschermittwoch mit dem anschließenden Zeremoniell sind ein einmaliges Erlebnis. Eindrucksvolle Nubbelverbrennungen finden rund um die Agneskirche sowie in Nippes und in der Südstadt, im “Kwartier Latäng” und in der Kölner Altstadt statt.

Aschermittwoch (Mittwoch, 26.02.2020)

Am Morgen des Aschermittwochs holen sich die Katholiken als Zeichen der Buße ihr Aschenkreuz in der Kirche und abends wird die Session traditionell bei einem Fischessen in geselliger Runde beendet. Die wichtigste Regel im Kölner Karneval lautet: “Am Aschermittwoch ist alles vorbei!”. Die Session ist zu Ende, das Kölner Dreigestirn hat in der Nacht zuvor seine Insignien der Macht und seine Ornate (Amtskleidung) abgelegt. Die Fastenzeit vor dem Osterfest beginnt und die Pappnase hat Pause bis zum nächsten 11. im 11., wenn wieder Sessionseröffnung gefeiert wird.

Viele Kölner Karnevalsgesellschaften richten an Aschermittwoch oder den Tagen bis zum folgenden Wochenende ein Fischessen aus. Im Kreis der Gesellschaft wird die abgelaufene Session reflektiert, doch gefeiert wird dabei nicht mehr, es beginnt die ruhige Zeit.  Für das nicht-organisierte Jeckenvolk bieten viele Kneipen und Restaurants Fischessen an, bei dem man die Session ruhig ausklingen lassen kann.

Kölner Rosenmontagszug 2020: Alle Infos und die Strecke

An Rosenmontag heißt es: D´r Zoch kütt! copyright: KölnTourismus GmbH / Dieter Jacobi
An Rosenmontag heißt es: D´r Zoch kütt!
copyright: KölnTourismus GmbH / Dieter Jacobi

Höhepunkt des Karnevals in der Rheinmetropole ist seit jeher der Kölner Rosenmontagszug, dessen Motto jedes Jahr wechselt. Dabei bewegen sich knapp 13.000 Menschen in über 60 Gruppen in dem singenden, klingenden “Zoch” durch die weiträumig abgesperrte Kölner Innenstadt.

Millionen erleben die Triumphfahrt des Kölner Dreigestirns im Rosenmontagszug, der immer wieder versucht, den des Vorjahres an Ideen, Witz, Farbe und Kostümen zu übertreffen. Zum Start wird die Spitze des Rosenmontagszug am 24.02.2020 mit “D´r Zoch kütt” begrüßt.

Das Motto des Zochs in diesem Jahr

Da schleiht et Hätz höher: Den roten Faden im Kölner Rosenmontagzug 2020 bildet anlässlich des diesjährigen Sessions-Mottos “Et Hätz schleiht em Veedel” und des runden Jubiläums der Bläck Fööss der Karnevalsklassiker “En unserem Veedel”. Die Textzeilen der Hymne von 1973 schmücken alle großen Persiflagewagen im Zoch. So wird das typisch kölsche Gefühl, dass viele mit dem Lied, den Bläck Fööss und ihrem eigenen Veedel verbinden, durch die ganze Stadt transportiert. Gleichzeitig erhält jede Textzeile eine neue, zweite Bedeutungsebene durch ihre Verknüpfung mit politischen und gesellschaftlichen Themen für die Persiflagen.

Route des Kölner Rosenmontagszugs 2020

Die Spitze des Rosenmontagszuges setzt sich um 10 Uhr in Bewegung und zieht durch folgende Straßen:

  • Chlodwigplatz durch das Severinstor,
  • Severinstraße,
  • Löwengasse,
  • Weberstraße,
  • Follerstraße,
  • Mathiasstraße,
  • Mühlenbach,
  • Hohe Pforte,
  • Hohe Straße,
  • Schildergasse,
  • Neumarkt,
  • Apostelnstraße,
  • Mittelstraße,
  • Rudolfplatz durch die Hahnentorburg,
  • Hohenzollernring,
  • Friesenplatz,
  • Magnusstraße,
  • Zeughausstraße,
  • Burgmauer,
  • Neven-DuMont-Straße,
  • Appellhofplatz,
  • Neven-Du Mont-Straße,
  • Breite Straße,
  • Tunisstraße,
  • Brückenstraße,
  • Obenmarspforten,
  • Quatermarkt,
  • Gürzenichstraße,
  • Heumarkt,
  • Unter Käster,
  • Alter Markt,
  • Bechergasse,
  • Am Hof,
  • Wallrafplatz,
  • Unter Fettenhennen,
  • Trankgasse,
  • Bahnhofsvorplatz,
  • Domprobst-Ketzer-Straße,
  • Marzellenstraße,
  • An den Dominikanern,
  • Unter Sachsenhausen,
  • Kattenbug,
  • Zeughausstraße,
  • in der Mohrenstraße löst sich der Rosenmontagszug auf.

Alle Angaben ohne Gewähr. Änderungen und Irrtümer nicht ausgeschlossen.

Sicherheit im Rosenmontagszug

Sicherheit im Rosenmontagszug copyright: CityNEWS / Thomas Pera
Sicherheit im Rosenmontagszug
copyright: CityNEWS / Thomas Pera

Die Sicherheit im Kölner Rosenmontagszug hat einen extrem hohen Stellenwert. Ein umfassendes Sicherheitskonzept wird im Vorfeld mit allen sicherheitsrelevanten Behörden (Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr etc.) abgestimmt und dem Ordnungsamt vorgelegt. So wird auch 2020 z.B. wieder ein umfangreiches LKW-Fahrverbot geben.

Jeder Fest- und Persiflagewagen, sowie alle Traktoren und Kutschen werden vor Rosenmontag vom TÜV Rheinland abgenommen. An jedem Fest- und Persiflagewagen sowie den Kutschen, auch denen der Korpsgesellschaften, werden Wagenbegleiter eingesetzt – pro Rad ein Wagenbegleiter. Das Festkomitee Kölner Karneval erhält im Rosenmontagszug von über 800 Wagenbegleitern – auch Wagenengel genannt – Unterstützung. Die Stadt Köln hat zudem die Kontrolle von Pferden im Rosenmontagszug verschärft. Dennoch ist es zu einem Unfall mit einer Pferdekutsche im Karnevalszug 2018 gekommen.

Kölsch-Wörterbuch für Imis und Anfänger

Kölsche Sprache ist ein wichtiges Stück Heimat copyright: Hans-Georg Plümer / pixelio.de
Kölsche Sprache ist ein wichtiges Stück Heimat
copyright: Hans-Georg Plümer / pixelio.de

Man sollte nicht verzweifeln, wenn man die Kölner nicht auf Anhieb versteht. Kölsch gilt als eine der eigenwilligsten Mundarten und ist übrigens die einzige Sprache, die man auch trinken kann. Und trotzdem, die Ohren werden sich schnell an den Dialekt gewöhnen. Nur eines sollte beachtet werden: den kölschen Dialekt einfach zu imitieren wird nicht gern gesehen! Worte bedeuten im Karneval nicht alles, auf die richtigen Gesten kommt es an! In dieser Hinsicht sind die Kölner tolerant, ganz im Sinne von “Jede Jeck es anders”. Die Sprache des “Fasteleers” ist international. Und für alle die ein Wörtchen mitreden möchten empfehlen wir unser kleines Kölsch-Wörterbuch.

A – E

  • Ähzezupp: Erbsensuppe
  • Alaaf: Ausruf der Jecken – ist das wichtigste Wort im Kölner Karneval und ein Hochruf auf die Stadt Köln
  • Äppelschloot: Kartoffelsalat
  • Baas: Meister, Chef, Direktor, Vorgesetzter
  • Büdchen: Kiosk
  • Büggel: Beutel (Wichtig für das Sammeln von Kamelle)
  • Bütt: Rednerpult bei Karnevakssitzungen
  • Bützje: Ein Bützje ist eine wunderbare Wertschätzung! Bützen gehört zum Fastelovend wie das Salz in der Suppe.  Doch Achtung: “E lecker Bützje” ist unverfänglich und hat nichts mit Anmache zu tun. Es ist ein gehauchter Kuss ohne rechte Berührung auf die Wange, nicht auf den Mund! Gebützt wird zum Dank für einen Orden in der Sitzung, für ein Strüßje beim Zug, für ein Kölsch oder einfach nur, weil der Nachbar in der Sitzung oder beim Kostümball so fröhlich und nett ist.
  • Brootwoosch: Bratwurst
  • Büdche: Der fast 24-Stunden-Supermarkt der Kölner. Kiosks findet man eigentlich an jeder Straßenecke und sie bieten fast alles für den täglichen Bedarf und Gelüste (Kölsch, Kamelle und Kaffee).
  • Decke Trumm: Die dicke Trommel ist das wichtigste Instrument im Straßenkarneval. Nicht nur Lappenclowns, auch viele Jecken haben sich eine Trommel von ungefähr einem Meter Durchmesser vor den Bauch geschnallt oder eine solche auf einem alten Kinderwagen befestigt, um mit dicken Klöppeln den Rhythmus der Karnevalslieder zu unterstützen.
  • Doosch: Durst
  • Elfter im Elften um Elf Uhr Elf: An dem jecken Datum im November (11.11.) wird auf der großen Straßensitzung am Alter Markt die Karnevalssession offiziell eröffnet. Zehntausende  Jecken strömen in der Altstadt zusammen, um pünktlich um 11:11 Uhrdie fünfte Jahreszeit einzuläuten

F bis K

  • Fasteleer/Fastelovend: Karneval
  • Fisternöllchen: Kleine, heimliche Liebelei
  • Flönz: Blutwurst ist eine typische Spezialität aus Köln
  • Fooderkaat: Speisekarte
  • Funkemariechen: Wenn die Korpsgesellschaften in den Festsaal einziehen, ist immer auch eine Frau dabei: Das Funkemariechen. Zusammen mit dem Tanzoffizier auf der Bühne zeigt das “Leckerchen” ihr tänzerisches Können.
  • Hämmche: Gekochte Schweinehaxe mit Kartoffelpüree und Sauerkraut
  • Halve Hahn: Roggenbrötchen mit einer Scheibe mittelaltem Holländer Käse, Butter und Senf
  • Hätz: Herz
  • Himmel un Äd: Gebratene Flönz (Blutwurst) mit Kartoffelbrei und Apfelmus
  • Imi: Abkürzung für den imitierten (zugereisten) Kölner
  • Jeck: Allgemeiner Begriff der das Feiern im Kölner Karneval beschreibt
  • Kamelle: Süßigkeiten
  • Klaaf: Schwätzchen
  • Kniesbüggel / Kniesköpp: Geizhals – so werden gerne die Zugteilnehmer lautstark “beschimpft” die keine Kamelle und Strüßjer werfen
  • Knubbel: Beule, Menschenansammlung
  • Köbes: Bezeichnet den launigen Kellner in Kneipen und Brauhäusern
  • Kölsch: Das Nationalgetränk der Kölner ist ein helles, obergäriges Bier, das frisch gezapft und gekrönt von festem, weißem Schaum und in schlanken Stangen zu 0,2 l serviert wird.
  • Kölsche Kaviar: Ein Stück Flönz (Blutwurst) mit Zwiebelringen
  • Kopping: Kopfschmerzen

L bis R

  • Litschrede: Karnevalistische Rede, die bewusst auf Spott- und Schmährufe und Unmutsbezeigungen des Publikums angelegt ist
  • Muutzepuckel: Karnevals- und Spaßverweigerer
  • Nubbel: Von Weiberfastnacht an hängt über der Eingangstür oder aus den Fenstern vieler Kneipen eine große Strohpuppe. Das ist der Nubbel oder auch Zacheies genannt, der eine ganz besondere Funktion hat: Er ist nämlich der Sündenbock, der an allen Sünden schuld ist, die im Karneval begangen werden. Am Karnevalsdienstag um Mitternacht wird er unter lautem Geheule und Wehklagen verbrannt, und damit werden nach dem Volksglauben auch die Schandtaten der letzten Tage symbolisch zu Grabe getragen. Das ist eine höchst praktische Erfindung und ähnelt dem Sündenablass der Katholischen Kirche.
  • Öllig: Zwiebel (gerne auf dem Grundnahrungsmittel Mettbrötchen zu finden)
  • Pänz: Kinder
  • Pittermännchen: Kleines Fässchen Kölsch
  • Pluutemann: Der Lappenclown ist die Nr. 1 unter den Kostümen im Kölner Karneval. Hunderte von bunten Stoffresten werden hierbei in viereckiger Form wie überlappende Dachziegel an (eine möglichst alte) Jacke und Hose genäht. Dazu gehören eine rote Wollperücke und ein bunt geschminktes Gesicht!
  • Quetschenbüggel: Ziehharmonika
  • Raderdoll: Total verrückt
  • Rhing: Rhein
  • Rievkooche: Reibekuchen / Kartoffelpuffer

S bis Z

  • Schabau: Schnaps
  • Schäl Sick: Rechtsrheinisches Köln
  • Schnüss: Mund
  • Soorbrode: Sauerbraten aus Rind- oder Pferdefleisch, dazu Klöße, Rotkohl und einer dunklen Sauce mit Rosinen
  • Spillmannszoch: Musikzug mit Flötisten und Trommlern
  • Stippeföttche: Bei diesem Tanz stellen sich zwei Funken Rücken an Rücken auf und strecken die Kehrseite ihres Körpers, auf Kölsch “Föttche” (Gesäß) heraus oder “stippen et erus”, wie man in Köln sagt. Gestützt auf ihre “Knabüß” (Gewehr), in deren Lauf ein “Strüüßje” (Sträußchen) steckt, wibbeln (wackeln) sie so zur Musik.
  • Strüßjer: Blumensträußchen
  • Tröt: Trompete
  • Trömmelche: Kleinerer Vertreter der “Decke Trumm”
  • Tünnes und Schäl: Obwohl Tünnes und Schäl weder in einem Taufbuch noch in einem Sterberegister stehen, werden sie als Ur-Kölner angesehen. Und so sagt der Volksmund, in jedem Kölschen stecke ein Stück von Tünnes und ein Quäntchen Schäl. In Wirklichkeit aber sind sie im 19. Jahrhundert im Hänneschen-Theater entstanden.

    Dabei vertritt der Tünnes (die kölsche Form von Anton) als “Fuss” (Rothaariger) mit der dicken Knollennase den Typus des einfachen Bauern. Er ist ein harmloser, gutmütiger Kerl, dessen Bauerschläue nicht unterschätzt werden sollte. Schäl (ein doppeldeutiger Name, der “schielend”, im Kölschen aber auch “schlecht” oder “falsch” bedeutet) ist die schlankere Gestalt im Frack und ein Schlitzohr, das mit absoluter Vorsicht genossen werden sollte. Er ist noch arbeitsscheuer als Tünnes, schwadroniert gerne, ist dem Alkohol und auch Schlägereien nicht abgeneigt. Mit Tünnes verbindet ihn eine Art Hassliebe: Keiner der beiden kann ohne den anderen auskommen.

  • Wieverfastelovend: Weiberfastnacht
  • Weetschaff: Wirtschaft, Kneipe
  • Wiever: Sind die raderdollen Frauen und Mädchen im Kölner Karneval
  • Zappes: Bierausschank, Bierzapfer
  • Zoch: So werden die Karnevalsumzüge in Köln genannt

Weitere Begriffe zum “Söke un Finge” (Suchen und Finden) gibt es im kostenlosen Kölsch-Wörterbuch der Akademie för uns kölsche Sproch der SK Stiftung Kultur.

Das Kölsche Grundgesetz

Das Kölsche Grundgesetz copyright: KölnTourismus GmbH
Das Kölsche Grundgesetz
copyright: KölnTourismus GmbH

Das Rheinische Grundgesetz (Et rheinisch Jrundjesetz), auch das Kölsche Jrundjesetz, wird eine Zusammenstellung elf mundartlicher Redensarten aus dem Rheinland bezeichnet. CityNEWS zeigt Ihnen hier die “Gesetze” der Kölner – die Übersetzungen und Interpretationen der Leitsätze können allerdings je nach Bedeutuung auch variieren.

  1. Et es wie et es!
    Es ist, wie es ist!
    Bedeutung: Sieh den Tatsachen ins Auge!
  2. Et kütt, wie et kütt!
    Es kommt, wie es kommt!
    Bedeutung: Habe keine Angst vor der Zukunft!
  3. Et hätt noch immer jot jejange!
    Es ist noch immer gut gegangen!
    Bedeutung: Lerne aus der Vergangenheit!
  4. Wat fott es, es fott!
    Was weg ist, ist weg!
    Bedeutung: Jammere den Dingen nicht nach!
  5. Et bliev nix wie et wor!
    Nichts bleibt, wie es war!
    Bedeutung: Sei offen für Veränderungen!
  6. Kenne mer nit, bruche mer net, fott domet!
    Kennen wir nicht, brauchen wir nicht, weg damit!
    Bedeutung: Sei kritisch, wenn Neuerungen überhandnehmen!
  7. Wat wellste maache?
    Was willst Du machen?
    Bedeutung: Füge Dich Deinem Schicksal!
  8. Mach et jot ävver nit ze off!
    Mach es gut aber nicht zu oft!
    Bedeutung: Achte auf Deine Gesundheit!
  9. Wat soll dä Quatsch?
    Was soll der Blödsinn?
    Bedeutung: Hinterfrage Ungereimtheiten!
  10. Drinkste eine met?
    Trinkst Du einen mit?
    Bedeutung: Sei gastfreundlich!
  11. Do laachste Dich kapott!
    Da lachst Du Dich kaputt!
    Bedeutung: Bewahre Dir eine gesunde Einstellung zum Humor!

Dieser Artikel wurde am 10.02.2020 aktualisiert. Alle Angaben ohne Gewähr.