Video: Jecker Karnevals-Gottesdienst im Kölner Dom auf Kölsch

Kardinal Woelki fordert beim Karnevals-Gottesdienst im Kölner Dom zum Tanz auf copyright: CityNEWS / Alex Weis
Kardinal Woelki fordert beim Karnevals-Gottesdienst im Kölner Dom zum Tanz auf
copyright: CityNEWS / Alex Weis

Der Gottesdienst für Karnevalisten inm Kölner Dom markiert für viele Anfang Januar den Übergang von der besinnlichen Weihnachtszeit zur jecken Karnevalssession. Diese findet mit der Proklamation des designierten Kölner Dreigestirns nur wenig später ihren ersten Höhepunkt. Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki machte den vielen kostümierten kölschen Karnevalisten diesen Übergang mehr als leicht, indem er sie – inmitten des noch weihnachtlich geschmückten Kölner Doms – mit „Leev Fastelovends-Fründe“ in der Kirche begrüßte.

Zum Gottesdienst im stimmungsvoll erleuchteten Dom drehte sich alles um das Sessionsmotto „Mer Kölsche danze us der Reih“. Ob im Evangelium oder der Predigt, immer wieder nahmen Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki und Stadtsuperintendent Rolf Domning die beiden Aspekte des Sessionsmottos in den Blick. Im wörtlichen Sinne der Tanz als Ausdruck der Freude, im übertragenen Sinne als Aufforderung aus der Reihe zu tanzen und über die Stränge zu schlagen.

Erzbischof Kardinal Woelki begrüte die Karnevalisten im Kölner Dom mit "Leev Festelovends-Fründe". copyright: bilder-erzbistum-koeln.de
Erzbischof Kardinal Woelki begrüte die Karnevalisten im Kölner Dom mit „Leev Festelovends-Fründe“.
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„Im Alltag müssen wir oft die Rolle annehmen, die uns zugewiesen wird“, so der Erzbischof in seiner Predigt. „Im Karneval können wir auch mal aus der Reihe tanzen. Denn das Leben ist ein Fest, da muss man immer mal aus der Reihe tanzen und dabei Kraft schöpfen. Am besten – wie Cat Ballou es singt – immer, immer widder!“ Gleichzeitig weiß Kardinal Woelki auch darauf hin, dass alles seine Zeit habe und auch der Karneval nur dann wirklich Spaß macht, wenn er irgendwann endet, um das Besondere zu erhalten.

Christoph Kuckelkorn beim Gottesdienst: „Kein Alaaf im Sommer oder im Advent“

Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval. copyright: Festkomitee Kölner Karneval
Christoph Kuckelkorn, Präsident des Festkomitees Kölner Karneval.
copyright: Festkomitee Kölner Karneval

Diesen Gedanken nahm auch Festkomitee-Präsident Christoph Kuckelkorn, der schon zu Beginn des Gottesdienstes eine vom Kölner Kinderdreigestirn mitgestaltete Karnevalskerze entzündet hatte, in seinen Dankesworten auf: „Um aus der Reihe tanzen zu können, benötigt man erst einmal eine Reihe, eine Ordnung, eine Struktur. Für uns Karnevalisten heißt das: kein Alaaf im Sommer, kein Alaaf im Advent. Und ab Aschermittwoch jonn mir Kölsche dann zoröck in de Reih.“

Damit bis dahin alles glatt läuft, erteilte der Erzbischof den Karnevalisten seinen Segen. Zum Dank überbrachten Kinder und Jugendliche der Nippeser Bürgerwehr, die in diesem Jahr das Kölner Dreigestirn stellt, Kardinal Woelki Geschenke mit. Neben dem Mottoschal und Orden durften auch die Pappnase, das Kölsch-Fässchen und das Krätzchen der Nippeser Bürgerwehr nicht fehlen. Dies setzte sich der Kölner Erzbischof unter dem Applaus der Kölner Karnevalisten natürlich auch auf.

Die Kollekte ging in diesem Jahr auf Wunsch von Kardinal Woelki an einen ganz besonderen Verein. Die Karnevalsnäherei casa blanca. Diese ist ein Projekt für Frauen, die aufgrund langer Arbeitslosigkeit oder anderer Vermittlungshemmnisse Probleme beim Wiedereinstieg in den Beruf haben. Einmal jährlich werden die neuen Kollektionen vorgestellt.