Urban Gardening mitten in Kölner City: Wenn Hobby-Gärtner erzählen …

Urban Gardening ist in Köln ganz schwer angesagt. Der Frühling ließ dieses Jahr lange auf sich warten. Schlimm war das besonders für die Hobbygärtner in unserer Stadt. / copyright: Daniel Berbig / CityNEWS
Urban Gardening ist in Köln ganz schwer angesagt. Der Frühling ließ dieses Jahr lange auf sich warten. Schlimm war das besonders für die Hobby-Gärtner in unserer Stadt.
copyright: Daniel Berbig / CityNEWS

Urban Gardening ist in Köln ganz schwer angesagt. Nicht nur in den hiesigen Kleingartenanlagen herrscht momentan Hochkonjunktur. Nach dem Motto „Das Gärtnern ist des Kölners Lust“ wird auch auf Balkonen und Terrassen nach Herzenslust gebuddelt und gepflanzt. Gert van Zyl hat sich vor drei Jahren entschieden, eine der 325 Parzellen des Kleingartenvereins Flora e. V. zu mieten. „Das kostet mich für 260 m² nur 260 Euro im Jahr, inklusive Wasser und Versicherung“, erzählt der Schaffner im Schichtdienst, der jede freie Minute in seinem Garten verbringt.

Das Gärtnern im Blut

Gert van Zyl stammt aus Südafrika. Sein Vater war Landwirt, sein Großvater ein leidenschaftlicher Gärtner. „Als Kind hat mich das alles nicht so sehr interessiert“, erinnert sich der heute 45-Jährige. Das kam später, viele Tausend Kilometer von seiner Heimat entfernt: 1997 brachte ihn die Liebe nach Köln. Und das Schicksal war es auch, das ihn vier Jahre später in eine Wohnung mit Garten ziehen ließ.

„Dort hatte ich viele Zierpflanzen, noch kein Obst oder Gemüse“, erinnert sich Gert. Als wieder ein Umzug anstand, war auch der Garten weg und das Unglück darüber groß. Doch es dauerte nicht lange, bis sich der Hobbygärtner ein Herz fasste und für eine Parzelle entlang des nördlichen inneren Grüngürtels interessierte. Der Rest war reine Formsache. „Mir kribbelte es schon beim Unterschreiben in den Fingern“, lacht Gert. „Ich wollte endlich wieder meine Hände in die Erde graben.“

Urban Gardening: Hilfe beim Gemüse

Die ersten beiden Jahre seien harte Arbeit gewesen, erzählt Gert. „Hier sah es schlimm aus, ich musste ganz von vorn beginnen. Aber ich hatte ein Konzept im Kopf und damit ein Ziel vor Augen.“ Die Mühe hat sich gelohnt. Heute versorgt sich Gert größtenteils selbst. Er baut Rotkohl, Weißkohl, Blumenkohl, Möhren, Zucchini, Salat, Sellerie, Kohlrabi und vieles mehr an. Damit ihm das viele Gemüse nicht über den Kopf wächst, hat er mit Klaus Herrig mittlerweile einen ebenso engagierten Kompagnon im Garten. Seitdem kann sich Gert wieder ganz seiner großen Leidenschaft, den Zierpflanzen, widmen. Sein ganzer Stolz gilt seinem „Fairy Garden“ (Märchengarten). Hier sitzt er am liebsten nach getaner Arbeit und schaut den Tulpen, Petunien und Pfingstrosen beim Erblühen zu.

Erst Meditationsecke, dann Orchidee

„Manchmal vergesse ich vor lauter Umgraben zu essen“, sagt Gert. „Ich kann hier wunderbar abschalten. Mein Garten ist ein idealer Ausgleich zum Schichtdienst.“ Der Hobbygärtner ist übrigens das ganze Jahr über in seinem Domizil anzutreffen. „Im Winter sitze ich hier mit einem Glühwein und lese in Fachbüchern nach, was noch nicht so gut geklappt hat.“ Sein großer Traum: eine Gartenorchidee. Aber dieses Jahr soll erst mal die Meditationsecke fertig werden – mit Flusslauf und Buddha.

Weitere Infos zum Kleingartenverein Flora e.V. unter www.klgv-flora.de

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