Unwetter-Bilanz in Köln: Sturm Friederike richtete viele Schäden an

Unwetter-Bilanz in Köln: Sturm Friederike richtete viele Schäden an copyright: pixabay.com (Symbolbild)
Unwetter-Bilanz in Köln: Sturm Friederike richtete viele Schäden an
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Aktualisiert am 18.01.2018 -19:45 Uhr: Sturm Friederike zog am Donnerstag, 18. Januar 2018, mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 120 km/h über Köln hinweg. Es kam zu erhebliche Unwetter-Schäden im gesamten Stadtgebiet. So meldeten zahlreiche Schulen, städtische Gebäude, Sportanlagen und Parks zum Teil schwere Sturmschäden. CityNEWS gibt Ihnen einen Überblick zu den Folgen des Unwetters in der Domstadt.

Feuerwehr und Ordnungsdienst im Dauereinsatz

Die Feuerwehr Köln hat bereits gegen 10:30 Uhr Sonderalarm ausgelöst copyright: pixabay.com
Die Feuerwehr Köln hat bereits gegen 10:30 Uhr Sonderalarm ausgelöst
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Bis zum späten Nachmittag wurden der Feuerwehr Köln insgesamt 628 wetterbedingte Schäden gemeldet. Die rund 400 Kräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr arbeiten derzeit die Schäden ab – die Dringlichkeit wurde von Erkundungskräften priorisiert. Ein Schwerpunkt der Einsatzmaßnahmen war die Beseitigung von Bäumen und Ästen im Bereich der Straßen. Mehrere Personen wurden durch den Sturm verletzt.

So lief der Tag für die Feuerwehr Köln

Bis um 15:45 Uhr war der Ordnungsdienst im Einsatz, um durch den heutigen Sturm entstandene Gefahren abzuwehren und Hilfe zu leisten. Im Zuge der Schließung des Nordportals der Hohen Domkirche wurde die Domtreppe am Bahnhofsvorplatz durch den Ordnungsdienst abgesperrt. Zusätzlich wurde die Sperrung der Domplatte zur Sicherung der unmittelbaren Domumgebung durch zwei Teams des Ordnungsdienstes unterstützt. Die Sperrungen am Kölner Dom wurden gegen 14 Uhr wieder aufgehoben.

Städtische Gebäude in Mitleidenschaft gezogen

Sturm Friederike richtet zahlreiche Schäden in Köln an. copyright: pixabay.com
Sturm Friederike richtet zahlreiche Schäden in Köln an.
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Auch an städtischen Gebäuden sind durch den Sturm zahlreiche Schäden entstanden. Ein Teil der Dachhaut des Kalk-Karree (Flachdach) hat sich im Bereich des zentralen Aktendepots gelöst und muss von einem Dachdecker wieder befestigt werden. Feuerwehr und Polizei sicherten den Bereich. Der Ordnungsdienst der Stadt unterstützte die Einsatzkräfte. In Abstimmung mit der Polizei wurde die Rolshover Straße von der Ecke Dillenburger Straße bis zur Sieversstraße gesperrt. Gegen 14:50 Uhr konnte die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden. Der Dienstbetrieb der in Kalk ansässigen Teile der Stadtverwaltung konnte weiter aufrecht erhalten werden. Eine Dachdeckerfirma wird die Dachhaut in Kürze reparieren. Auch die Glastür des Personaleingangs zum Anbau im Kalk-Karree wurde beschädigt und zwischenzeitlich repariert.

Auch am Gebäude des Bürgeramtes Porz entstanden Schäden an mehreren Fenstern und am Flachdach über dem Verwaltungseingang. In einer Unterkunft für Geflüchtete in der Eygelshovener Straße in Rodenkirchen wurden einzelne Dächer abgedeckt.

Mindestens sechs Kindertagesstätten betroffen

An mindestens sechs Kindertagesstätten entstanden Schäden durch den Sturm. Bäume stürzten auf die Gebäude der Kita Gothaer Platz (Höhenberg) und der Kita Hunoldstraße (Porz). In beiden Kitas können ein beziehungsweise zwei Gruppen morgen nicht genutzt werden, die Kinder werden aber alle innerhalb des Hauses betreut. In der Kapuzinerstraße (Weidenpesch) lösten sich Dachpappen vom Außengerätehaus, in der Johanniterstraße (Buchheim) löste sich ein Sichtschutz eines Zauns.

Zahlreiche Schulen durch Sturm Friedericke beschädigt

Insgesamt entstanden an mindestens 22 Schulen Schäden, vornehmlichdurch umgestürzte Bäume. Am Hildegard-von-Bingen-Gymnasium brach etwa der Ast eines Baumes, der knapp auf dem Schulgelände steht, auf die Leybergstraße. Dachschäden entstanden außer in Esch und in Buchheim. Auch an der Stephan-Lochner-Schule in der Kölner Südstadt sowie an der Kaiserin-Augusta-Schule am Georgsplatz, wo Material von der Dachsanierung auf den Schulhof wehte kam es zu Unwetterschäden. Und auch an der Hauptschule Nürnberger Straße in Höhenberg, an der Förderschule Redwitzstraße und an der Realschule Euskirchener Straße kam es es zu Sturmschäden.

Stahl zum Biegen hat Sturm Friederike an der Willy-Brandt-Gesamtschule in Köln-Höhenhaus gebracht. Hier hat der starke Wind eine Zarge aus Stahl eines Ballfang-Zauns umgeknickt. Kleinere und mittlere Schäden meldeten das Schulzentrum in Weiden, die Schulen Soldiner Straße, Merianstraße (Chorweiler), Garthestraße (Riehl), die Kardinal-Frings-Grundschule sowie das Berufskolleg Eumeniusstraße in Deutz.

Das Flachdach der Turnhalle des Herder Gymnasiums in der Kattowitzer Straße in Buchheim wurde vom Sturm ganzflächig abgedeckt und auf den Schulhof beziehungsweise das Grundstück der Schule geweht. Die Feuerwehr wurde alarmiert, der Bereich großräumig abgesperrt. Der Unterricht kann stattfinden, da die Schule zwei Schulhöfe hat. Schul- und Vereinssport sind jedoch bis auf Weiteres nicht mehr möglich.

In der Gemeinschaftsgrundschule Martinusstraße in Esch wurden zwei Drittel der Dacheindeckung heruntergeweht. Die Schulleitung hat entschieden, dass am Freitag kein Unterricht stattfinden wird, damit die Aufräum- und Reparaturarbeiten stattfinden können. Ein Sachverständiger ermittelt den Schaden.

Die Schulen und Kitas hatten die Kinder und Jugendlichen vorsorglich und frühzeitig nach Hause entlassen.

Kölner Sportanlagen blieben weitesgehend verschont

Auf den Sportanlagen sind zum jetzigen Zeitpunkt keine größeren Schäden erkennbar. Lediglich auf der Sport- und Erholungsanlage Fühlinger See im Kölner Norden ist einer der sogenannten KV-Kästen (Stromunterverteilung für die Regatta-Strecke) durch Sturm umgekippt sowie eine der Lichtkuppeln vom Dach des Bootshauses weggeflogen. Die Reparaturen laufen.

An den Sporthallen ist zum jetzigen Zeitpunkt außerdem ein Schaden in Form einer defekten Glasscheibe der Eingangstür zur Sporthalle Herler Ring in Köln-Mülheim bekannt. Dort hatte ein Müllcontainer die Scheibe zerstört. 

Zahlreiche Unwetter-Schäden auf Kölns Straßen

Unwetter in Köln: Sturm Frederike sorgt für viele Feuerwehr- und Rettungseinsätze copyright: pixabay.com
Unwetter in Köln: Sturm Frederike sorgt für viele Feuerwehr- und Rettungseinsätze
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Auch das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen verzeichnet zahlreiche Schäden. Die Feuerwehr forderte immer wieder Mitarbeiter an, um Bäume zu zerlegen und von den Fahrbahnen zu räumen. In den meisten linksrheinischen Stadtbezirken gab es nur relativ wenige gemeldete Schäden, lediglich in Nippes mehr. An der Rennbahnstraße in Weidenpesch ist eine große Platane auseinandergebrochen, die Fahrbahn wird dort zurzeit geräumt. Auch in der Jakobusstraße in Pesch liegt ein Baum über der Straße, das Ausmaß des Schadens ist noch nicht abzuschätzen. Die Amsterdamer Straße ist gesperrt, weil ein Baum aus dem Johannes-Giesbergs-Park auf einen Straßenbaum fiel und dieser nun umzustürzen droht.

An der Boltensternstraße in Riehl sind Äste aus Baumkronen ausgebrochen, die Heinrich-Heine-Straße in Rodenkirchen ist geräumt, nachdem zwei Birken quer auf der Fahrbahn lagen. Am Melatengürtel hat ein abgebrochener Ast ein Auto beschädigt, in der Straße „Am Rosengarten“ in Bickendorf ist ein Straßenbaum in einen Privatgarten gestürzt. Der Kinderverkehrsgarten an der Neusser Straße in Nippes wurde durch umgefallene Bäume in Mitleidenschaft gezogen.

Viele ungeknickte und entwurzelte Bäume

An der Junkersdorfer Straße/Ecke Karl-Winkler-Weg liegen zwei Fichten über der Straße, drei weitere hat der Sturm teilentwurzelt, die Beseitigung läuft. Die Militärringstraße an der Kreuzung Dürener Straße ist wieder frei, nachdem auch hier Bäume auf die Fahrbahn gestürzt waren, in Longerich auf Höhe der Kaserne bleibt er jedoch weiterhin gesperrt. Ein Ahorn mit 60 Zentimetern Durchmesser stürzte über beide Fahrspuren und traf ein Auto, dessen Fahrerin eingeklemmt wurde. Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen fällt dort weitere teilentwurzelte Bäume.

Die Güterverkehrsstrecke der Häfen und Güterverkehr Köln im Stadtwald musste kurzfristig gesperrt werden, weil Bäume auf den Gleisen lagen. Am „Dreizehn-Linden-Platz“ im Stadtwald ist ein Baum auf eine Parkbank gefallen, im Umfeld sind Äste aus den Baumkronen gebrochen. Der Bereich ist wegen Unfallgefahr gesperrt. Ebenfalls wegen Sturmschäden unterbrochen ist der Fahrrad- und Fußweg durch das Cranachwäldchen am Rheinufer zwischen Mülheimer Brücke und Niehler Hafen. Hier sind viele Bäume aus der Allee ausgebrochen. Aus Gründen der Arbeitssicherheit kann die Räumung erst morgen beginnen. Auch am Niehler Ei gibt es starke Schäden, hier sind weitere Kontrollen erforderlich.

Parks und Grünanlagen beschädigt

Im Rechtsrheinischen wurden in fast allen Stadtteilen ebenfalls einige Schäden gemeldet. Zurzeit räumt Straßen NRW zahlreiche Bäume von der Düsseldorfer Straße (B8) zwischen Mülheim und Stammheim. Dagegen ist die Donarstraße in Rath/Heumar, die ebenfalls von einem Baum blockiert war, wieder befahrbar. Auf den Zaun des Wildgeheges in Dünnwald sind Bäume gestürzt, ebenso im benachbarten Waldgebiet. Die verschiedenen Mauspfade waren kurzfristig gesperrt, weil einige Bäume über der Fahrbahn lagen, die Straßen sind aber wieder frei. Auch die durch einen Baum blockierte Lückerather Straße in Höhenhaus konnte wieder freigegeben werden.

Auf dem Westfriedhof hat  Sturm Friederike Bäume umgeworfen, die anderen Begräbnisstätten sind ebenfalls betroffen. Auf dem Ostfriedhof fielen 34 Bäume um, Unwetter Burglind hatte dort Anfang des Monats bereits Hunderte von Bäumen zu Fall gebracht. Aus Sicherheitsgründen hat die Friedhofsverwaltung um 12 Uhr sämtliche städtische Begräbnisstätten geschlossen und kann sie auch morgen noch nicht wieder freigeben. Sie arbeitet mit Hochdruck daran, dass die für morgen und Samstag angesetzten Beerdigungen stattfinden können. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass einzelne Termine abgesagt werden müssen.

Im städtischen Wald besteht durch teilentwurzelte Bäume und angebrochene Äste erhöhte Gefahr. Die Forstverwaltung warnt deshalb dringend davor, Waldgebiete zu betreten. In einem vorläufigen Fazit ist festzustellen, dass es zwar im gesamten Stadtgebiet erhebliche Schäden gab, die Lage aber nicht vergleichbar mit dem Ausmaß von „Burglind“ ist.

Sturm Friederike führt zu etlichen Straßensperrungen

Sturm Friederike führt zu etlichen Straßensperrungen copyright: romelia / pixelio.de
Sturm Friederike führt zu etlichen Straßensperrungen
copyright: romelia / pixelio.de

Die Stadt Köln musste wegen des Sturms etliche Straßen sperren. Betroffen waren unter anderem der Bensberger Markweg mitsamt der Zuwege/Seitenstraßen, Junkersdorfer Weg (mitsamt Zufahrten), Düsseldorfer Straße in Fahrtrichtung Mülheim. Bei allen Sperrungen befindet sich die Stadt bei der Beseitigung der Gefahrenquellen in enger Abstimmung mit Polizei, Feuerwehr und Straßen.NRW. Des Weiteren kam es zu kleineren Maßnahmen und Meldungen. Es wurden die Sperrschilder für die Sperrung bei Schnee und Eisglätte im Bereich des Rheinboulevards sicherheitshalber entfernt, die Hochwas-serabsperrung wurde zusätzlich gesichert, mehrere Baustellensignalanlagen (Wilhelm-Sollmann-Straße und Luxemburger Straße) sind umgestürzt.

Die Zoobrücke wurde zwischenzeitlich in Fahrtrichtung stadtauswärts vollständig gesperrt. Die Rad-und Gehwege auf beiden Brückenseiten (Oberstrom und Unterstrom) waren ebenfalls komplett gesperrt. Mittlerweile läuft der Verkehr auf der Zoobrücke wieder in beide Fahrtrichtungen dreispurig. Die gemeinsame Rad- und Gehwege sind momentan eingeschenkt nutzbar, Absperrmaterial liegt zum Teil noch auf dem Gehweg und muss abtransportiert werden.

Unwetter hat KVB-Betrieb erheblich beeinträchtigt

Sturm hat KVB-Betrieb erheblich beeinträchtigt Foto: Stephan Anemüller
Sturm hat KVB-Betrieb erheblich beeinträchtigt
Foto: Stephan Anemüller

Auch bei der KVB kam es zu zahlreichen Schäden, Verspätungen und Ausfälle durch Sturm Friederike. Auf fast allen Stadtbahnlinien kam es im Laufe des Tages zu Fahrleitungsstörungen durch heruntergefallene Äste oder umgestürzte Bäume. Dadurch konnten die Bahnen zeitweise nicht ihren gewohnten beziehungsweise gesamten Linienweg fahren.

Da die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK) gegen Mittag für knapp drei Stunden den Betrieb auf ihren Strecken eingestellt hatte, konnten die Linien 7, 16, 17 und 18 nicht nach Bonn, Frechen beziehungsweise Rodenkirchen fahren. Gegen 14:40 Uhr waren die Strecken wieder frei.

Die Aufräum- und Reparaturarbeiten gingen zügig voran. Das Personal sowohl zur Reparatur der Fahrleitungen als auch in der Leitstelle wurde aufgestockt. Außerdem waren Mitarbeiter unterwegs, die die Äste und Bäume beseitigen konnten. Zahlreiche Fahrer haben länger Dienst geleistet, um den Fahrbetrieb aufrechterhalten zu können. Am Nachmittag lief der Betrieb auf den meisten Strecken wieder normal.

Lediglich auf der Stadtbahnlinie 1 (Bensberg), den Linien 3 und 18 (Dellbrück/Thielenbruch) sowie auf der Linie 4 (Bereich Leuchterstraße) dauerten die Arbeiten länger. Die Aufräumarbeiten sind aber mittlerweile beendet und die Strecke ist wieder frei. 

Eine aktuelle Übersicht gibt es direkt bei den Kölner Verkehrs-Betrieben. Die Deutsche Bahn hat den Betrieb aus Sicherheitsgründen komplett bis zum 19.01.2018 eingestellt.

Wochenmärkte und Museen ausgefallen

Die heute stattfinden Wochenmärkte haben alle vorzeitig den Verkauf eingestellt. Der Wochenmarkt auf dem Wiener Platz wurde von der Wochenmarktaufsicht aufgrund der Sturmgefahr geräumt. Der bis 18 Uhr auf dem Chlodwigplatz stattfindende Wochenmarkt findet eingeschränkt statt.

Auf dem städtischen Großmarktgelände hatten sich zwei oberirdisch verlaufende und gespannte Datenkabel losgerissen und die Fahrbahn blockiert, so dass der LKW-Verkehr blockiert wurde. Die Unfallgefahr konnte beseitigt werden. Das Römisch-Germanische Museum musste heute wegen Sturmböen auf dem Roncalliplatz geschlossen werden.

Die Stadt Köln warnt weiter davor, abgesperrte Bereiche zu betreten, und ruft dazu auf, Wälder und öffentliche Grünanlagen, Parks und Friedhöfe in den nächsten Tagen zu meiden. Es können auch nach dem Sturm noch Bäume umstürzten und an- oder abgebrochene Äste aus den Kronen der Bäume herausbrechen und herunterfallen.

So lief der Tag für die Feuerwehr Köln

Dieser Artikel wurde am 18.01.2018 um 19:45 aktualisiert.