Sturm Burglind richtet zahlreiche Schäden in Köln an

Sturm Burglind richtet zahlreiche Schäden in Köln an. copyright: pixabay.com
Sturm Burglind richtet zahlreiche Schäden in Köln an.
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Im gesamten Stadtgebiet von Köln hat Sturm Burglind enorme Schäden angerichtet. Bis 13:30 Uhr wurden bei der Feuerwehr Köln am 03.01.2018 insgesamt 387 wetterbedingte Schäden durch den Sturm gemeldet, von denen bereits mehr als die Hälfte vollständig abgearbeitet sind. 220 Kräfte von Berufsfeuerwehr und Freiwilliger Feuerwehr arbeiten derzeit die Schäden des Unwetters ab. Die Dringlichkeit wurde von Erkundungskräften priorisiert. Ein Schwerpunkt der Einsatzmaßnahmen ist nach wie vor die Beseitigung von Bäumen und Ästen im Bereich der Straßen. Aber es gab auch zahlreiche andere Einsätze.

In der Wiersbergstraße in Kalk wurde das Dach der Turnhalle der Kaiserin-Theophanu-Schule stark beschädigt und teilweise abgedeckt. Teile stürzten in die dritte Etage eines benachbarten Wohnhauses. Verletzt wurde niemand, die Häuser wurden abgesichert. Auf dem Höhenberger Ring wurde bei einem Unfall, bei dem zwei Autos mit Bäumen kollidierten, eine Person leicht verletzt. Auf dem Deutzer Ringer stürzte eine Oberleitung auf einen LKW. Die Oberleitung wurde geerdet und alle Beteiligten blieben unverletzt.

In der Vogelsanger Straße in Ehrenfeld stürzte eine Baumkrone auf ein Dach im Hinterhof. Der Bereich wurde abgesperrt. Auf der Zoobrücke mussten Absperrgitter befestigt werden, die auf die Straße ragten und umzustürzen drohten. In einem Asylheim in der Eygelshovener Straße wurde das Dach eines Wohncontainers abgerissen. Es wurde niemand verletzt und die Container können weiterhin bewohnt werden. In der Vogteistraße droht eine 25 Meter hohe Linde durch die Sturmeinwirkungen umzustürzen. Angrenzende Wohngebäude wurden geräumt und die Fällung der Linde vorbereitet.

Sturmschäden an Sportanlagen

In der vergangenen Nacht und am heutigen Morgen sind vielerorts Bäume umgestürzt. Die Sportanlagen Zaunanlagen, Gebäude und Sportbeläge sind in Mitleidenschaft gezogen. Am stärksten wurden die Stadtteile Kalk und Höhenberg getroffen. Im Sportpark Höhenberg muss die vom TuS rechtsrheinisch genutzte Anlage bis zum Abschluss der Arbeiten gesperrt werden.

Auch im restlichen Stadtgebiet muss in den nächsten Tagen noch mit Einschränkungen des Sportbetriebs gerechnet werden. Die Mitarbeiter des Sportamtes arbeiten mit Hochdruck daran, die Verkehrssicherheit auf den Sportanlagen wiederherzustellen. Auf der Sport- und Erholungsanlage Fühlinger See sind bis auf umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste keine weiteren Schäden (insbesondere Hochbauschäden) zu verzeichnen. Auch im Sportpark Müngersdorf ist der Sportbetrieb nicht beeinträchtigt.

Etliche städtische Gebäude wurden durch Sturm Burglind beschädigt

Schäden gibt es an mindestens neun Kindertagesstätten. So stürzten abgebrochene Äste und Bäume auf das Dach der Kita Hovenstraße, neben der Kita Burgwiesenstraße stürzte ein Baum der Nachbarschule auf das Gerätehaus der Kita und an der Kita St.-Tönnis-Straße wehte ein großes Blech vom Dach.

Auch an neun Schulen hat Sturm Burglind Spuren hinterlassen. So wurde am Gymnasium Thusneldastraße ein Baum gespalten und Äste brachen ab. An der Realschule Euskirchener Straße löste sich ein Teil des Daches und an der Hauptschule Nürnberger Straße fielen Dachpfannen herunter. An der Schule in der Vietorstraße wurde eine Dachluke beschädigt und der Schule Burgwiesenstraße sorgte ein abgebrochener Platanenast für einen beschädigten Zaun der den Gehweg versperrte. Das Kaiserin-Theophanu-Gymnasium in Kalk hat besonders schlimm gestroffen. Hier wurden ein Flachdach und Dachziegel am Hauptgebäude beschädigt sowie ein Klimagerät, ein Blitzschutz und ein Pavillon demoliert.

Umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste im gesamten Kölner Stadtgebiet

Das Sturmtief Burglind hat zu hohen Verlusten an Straßenbäumen, in Parkanlagen und auf Friedhöfen geführt. Derzeit konzentrieren sich die rund 200 Mitarbeiter der Grünunterhaltung – unterstützt von beauftragten Baumpflegefirmen – vor allem noch darauf, akute Unfallgefahren wie teilentwurzelte und umgestürzte Bäume zu beseitigen. Bisher liegen keine Meldungen über Verletzte vor.

Ein Schadensschwerpunkt ist der Bereich Äußerer Grüngürtel/Militärring. Hier sind rund 70 Bäume vom Sturm teilentwurzelt, hängen in anderen Bäumen beziehungsweise sind umgestürzt. Das Gebiet ist weiträumig abgesperrt.

Ein besonderer Schwerpunkt im Straßenraum war der Bereich Ehrenfeldgürtel und Melatengürtel, wo mehrere Stämmlinge beziehungsweise Kronenteile von Platanen auf die Straße gefallen waren. Die Rheinuferstraße, die Severinsbrücke und der Militärring waren in den frühen Morgenstunden wegen umgestürzter Bäume kurzfristig gesperrt.

Kölner Friedhöfe stark beschädigt

Größere Schäden wurden auch auf mehreren Friedhöfen wie beispielsweise dem Ostfriedhof festgestellt. Einzelne Friedhöfe wurden aufgrund der Sturmschäden geschlossen, alle Beisetzungen fanden jedoch statt. Wegen Schadensbewertungen und -beseitigungen müssen am Donnerstag, 4. Januar 2018, die Friedhöfe Kalk, Mülheim, Ostfriedhof, Junkersdorf und Weiden alt noch geschlossen bleiben. Die vier vorgesehen Beisetzungen können stattfinden, die Besucher dieser Beisetzungen werden über den Friedhof begleitet und müssen ihn im Anschluss wieder verlassen.

Im städtischen Forst lag der Schadensschwerpunkt im Stadtteil Brück/Brücker Heide bis Dellbrück. Hier sind im Bereich der Brücker Hardt und Brücker Heide alle Waldwege versperrt.

Im gesamten Stadtgebiet sind zudem Wege in Grünanlagen und Parks sowie auf Friedhöfen teilweise versperrt. Die Aufräumarbeiten werden mindestens noch die nächste Woche in Anspruch nehmen.

Die Stadt Köln warnt Bürger davor, abgesperrte Bereiche zu betreten, und ruft dazu auf, Wälder und öffentliche Grünanlagen, Parks und Friedhöfe in den nächsten Tagen zu meiden. Es können auch nach dem Sturm noch Bäume umstürzten und an- oder abgebrochene Äste aus den Kronen der Bäume herausbrechen und herunterfallen.

Das Amt für Landschaftspflege und Grünflächen bittet die Bevölkerung, beschädigte oder umgestürzte öffentliche Bäume an die Stadt Köln zu melden per E-Mail an gruenflaechenamt@stadt-koeln.de.

Viele Straßen in Köln mussten zeitweise gesperrt werden

Die Stadt Köln musste wegen des Unwetters etliche Straßen sperren: Wegen umgestürzter Bauzäune wurden die Fußgänger- und Radwege auf der Zoobrücke in Fahrtrichtung Buchheim gesperrt, in den letzten Stunden konnten die zuständige Fachfirma und das Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau bereits wieder einen verkehrssicheren Zustand herstellen. Die Rheinuferstraße bzw. das Konrad-Adenauer-Ufer musste in Höhe des Zoos ebenso wie die Vogelsanger Straße in Köln-Ehrenfeld sowie die Severinsbrücke temporär gesperrt werden.

Durch den Sturz einer Oberleitung auf einen LKW kam es auf dem Deutzer Ring zu Verkehrseinschränkungen. Zurzeit ist der Dellbrücker Mauspfad in Höhe Mielenforster Kirchweg gesperrt. Die Militärringstraße musste im Bereich Aachener Straße gesperrt werden.

Der Bauhof des Amtes für Straßen und Verkehrstechnik hat zahlreiche umgestürzte Schilder, Bauzäune, Absperrungen sowie abgebrochene Äste beseitigt. Auch der Ordnungsdienst half bei der Beseitigung der Sturmschäden. Wegen herabfallender Dachziegel sicherten in Kalk und in der Severinstraße Außendienstkräfte Gehwege. Im Bezirk Mülheim unterstützten sie die Polizei bei Absperrmaßnahmen.

Steigender Rheinpegel: Hochwasser erwartet

Wegen des steigenden Rheinpegels sind die Mitarbeiter des Verkehrs- und Ordnungsdienstes an gefährdeten Uferabschnitten im Dauereinsatz. Kritische Bereiche in Rheinnähe wurden vom Amt für Straßen und Verkehrstechnik bereits ausgeschildert. Zum Beispiel ist ab einem Stand von 5,50 Meter Kölner Pegel das Ufer an der Bastei gefährdet, ab 6,50 Meter Bereiche in Porz und Rodenkirchen und ab 7 Meter rechtsrheinische Flächen zwischen Zoobrücke und Mülheimer Brücke. Der Verkehrsdienst kontrolliert die Einhaltung der Verbote und räumt bei Überschwemmungsgefahr die Uferbereiche frei.

Ein Pkw musste am Ufer in Höhe der Bastei am Dienstagabend, 2. Januar 2018, durch den Verkehrsdienst abgeschleppt werden, weil Überflutung drohte. Am Mittwoch, 03.01.2018, trat das Wasser dort über die Ufer. Spezielle Hochwasserschutz-Kontrollen führt ein Kradfahrer des Verkehrsdienstes ab 5,50 Meter Kölner Pegel durch und ab 6,50 Meter zusätzlich ein Zweier-Team. Sie überprüfen die Einhaltung der Sperrungen und Beschränkungen, rücken verschobene Absperrbaken wieder ein und lassen vom Hochwasser bedrohte Fahrzeuge abschleppen.

Der Ordnungsdienst kontrolliert unabhängig davon die ufernahen Bereiche. Die Kräfte kümmern sich beispielsweise um die Sicherheit von Obdachlosen, die sich dort aufhalten. Im Rahmen der allgemeinen Gefahrenabwehr sichern auch sie gefährdetes Eigentum wie Fahrzeuge und Anhänger. Außerdem veranlassen sie, dass große Gegenstände entfernt werden, die im Hochwasserfall zum gefährlichen Treibgut werden können.

Hochwasserschutz-Maßnahmen und Entwicklung des Rheinwasserstandes

Die Wasserstände am Ober- und Mittelrhein steigen derzeit langsam an. Der Wasserstand in Köln steigt mit 1 bis 2 cm in der Stunde. Am 3. Januar 2018 um 10:30 Uhr betrug der Wasserstand am Kölner Pegel (KP) 6,47 m. Im Laufe des Tages wird der Wasserstand am Kölner Pegel weiter steigen. Am Donnerstag wird am späten Nachmittag ein Rheinwasserstand von ca. 7 m KP erwartet.

Aufgrund der Wetterlage im gesamten Rheineinzugsgebiet und der erwartenden Niederschläge wird mit einem weiter steigenden Rheinwasserstand in Köln gerechnet. In den kommenden 48 Stunden ist ein Wasserstand am Kölner Pegel zwischen 7 und 8 m KP nicht auszuschließen. In Abhängigkeit der weiteren Niederschlagsentwicklung sind auch weiter steigende Pegelstände möglich.

Durchgeführte Maßnahmen:

  • Im Kanalnetz wurden Hochwasserschutzmaßnahmen durchgeführt (Schieber und Pumpwerke).
  • Vorarbeiten für mobile Wände (Aufbau von Stützen) in Köln-Rodenkirchen wurden geleistet und mobile Verschlüsse an den Häusern in Köln-Rodenkirchen angebracht.
  • Der Parkplatz an der Bastei, der Rheinboulevard sowie der Rodenkirchener Leinpfad wurden gesperrt.
  • Vier Hochwasserpumpwerke sind in Betrieb.

Anstehende Maßnahmen:

  • In Köln-Rodenkirchen wird das Hochwasserschutz-Hubtor geschlossen.
  • Die mobilen Hochwasserschutzwände in Köln-Rodenkirchen im Bereich Barbarastraße und Walther-Rathenau-Straße werden aufgebaut und das Querschott in der Barbarastraße geschlossen.
  • Die Zugänge zum Rhein werden geschlossen.
  • Der Aufbau der mobilen Wände im Bereich des Markplatzes in Köln-Porz-Zündorf wird vorbereitet. Über den Aufbauzeitpunkt wird bis Morgen Mittag entschieden.
  • Zur Steuerung der rund 100 Maßnahmen im Kanalnetz wird ab Donnerstag die Abflusssteuerzentrale der StEB Köln in den 24-Stunden-Einsatz gehen.

Sturm sorgt für Störungen bei der KVB

Seit 5:40 Uhr kam es am Mittwochmorgen zu wetterbedingten Störungen des gesamten KVB-Betriebs durch das über Köln hinwegziehende Sturmtief Burglind. Betroffen waren zunächst sämtliche Stadtbahn-Strecken. Heruntergefallene Äste oder umgefallene Bäume hatten die Oberleitungen in vielen Bereichen beschädigt oder lagen in einigen Fällen auf den Gleisen. Bis zum frühen Vormittag konnte ein Teil der Schäden behoben und der Stadtbahnverkehr in zuvor zeitweise nicht befahrbaren Abschnitten wieder aufgenommen werden.

Um 9:30 Uhr waren noch sieben der insgesamt 12 Linien betroffen. Überall dort, wo es zu Störungen des Individualverkehrs kam, war auch der Busverkehr beeinträchtigt. Da viele Menschen noch in den Weihnachtsferien sind, war das Fahrgastaufkommen in der morgendlichen Hauptverkehrszeit deutlich geringer als an sonstigen Werktagen. Es kam daher nicht zu problematischen Situationen an den Haltestellen oder auf den Bahnsteigen. Die KVB geht davon aus, dass die Situation sich im Laufe des Tages weiter verbessert. Gegen 12 Uhr war die Strecke der Linien 3 und 4 z. B. wieder in ganzer Länge befahrbar.

Verspätungen und Ausfälle bis in den Abend möglich

Die meisten Störungen entstanden durch heruntergefallene Äste und umgefallene Bäume, die die Oberleitungen beschädigten. Strecken, in denen die Stromversorgung wieder hergestellt ist, müssen zunächst langsam abgefahren werden. So wird überprüft, ob weitere Schäden vorhanden sind, sich gegebenenfalls noch Gegenstände auf den Gleisen befinden oder schräggestellte Bäume umzufallen drohen und daher entfernt werden müssen.

Die Situation im Fahrbetrieb ändert sich beständig. Der reguläre Fahrplan kann daher bisher noch nicht wieder eingehalten werden. Voraussichtlich wird es noch bis in die Abendstunden hinein zu Unregelmäßigkeiten und Verspätungen kommen. Auch der Busverkehr ist in den Bereichen betroffen, in denen es Schäden auf den Straßen gibt, die Feuerwehr im Einsatz ist oder das Verkehrsaufkommen sehr hoch. Wo es die verkehrliche Situation zulässt, wurden und werden Ersatzbusse eingesetzt.

Etwa 80 Mitarbeiter der KVB und externer Firmen, die zur Unterstützung hinzugezogen wurden, arbeiten an der Schadensbeseitigung. Weitere 50 Mitarbeiter aus dem Bereich „Service“ sind zur Kundeninformation im gesamten Gebiet eingesetzt. Der Sturm richtete erhebliche Sachschäden an, die zum Teil auch noch in den nachfolgenden Tagen zu reparieren sein werden. Menschen kamen zum Glück nicht zu Schaden. Das Unternehmen weist seine Fahrgäste jedoch vorsorglich darauf hin, dass die endgültige Beseitigung der Schäden noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Auch in den kommenden Stunden wird weiterhin zu Unregelmäßigen und Verspätungen im Kölner Bus- und Bahnverkehr führen.

Aktuelle Infos finden Sie unter: www.kvb.koeln