UPDATE: Stadt Köln will Sicherheit am Ebertplatz sofort verbessern

Stadt Köln will Sicherheit am Ebertplatz sofort verbessern copyright: Lutz Stallknecht / pixelio.de
Stadt Köln will Sicherheit am Ebertplatz sofort verbessern
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Dieser Artikel wurde am 14.11.2017 um 19:30 Uhr aktualisiert: Um die Sicherheit am Ebertplatz spürbar zu verbessern, haben die Stadt Köln und Polizei Köln bei einer gemeinsamen Begehung in der vergangenen Woche den „Problemort“ gemeinsam begutachtet. Dabei wurden erste Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit und Aufenthaltsqualität besprochen. Zusätzlich zu einer erhöhten Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst wurde daraufhin als erste Sofortmaßnahme eine bessere Beleuchtung an bestimmten Stellen des Platzes bereits in der vergangenen Woche umgesetzt.

Stadt Köln und Polizei wollen für mehr Sicherheit am Ebertplatz sorgen

Stadt Köln und Polizei wollen für mehr Sicherheit am Ebertplatz sorgen copyright: CityNEWS / Thomas Pera (Archivbild)
Stadt Köln und Polizei wollen für mehr Sicherheit am Ebertplatz sorgen
copyright: CityNEWS / Thomas Pera
(Archivbild)

Die Stadt Köln hatte am Mittwoch, 25. Oktober 2017, begonnen, an verschiedenen Stellen des Ebertplatzes neue Beleuchtung installieren zu lassen. Mit den Arbeiten wurde die RheinEnergie AG beauftragt. Die schwächer leuchtenden Glühbirnen in den Laternen wurden in der ersten ad-hoc Maßnahme durch hellere LED-Leuchten ersetzt. Außerdem wurden am Busbahnhof zusätzliche Scheinwerfer aufgebaut, welche den Ort ausleuchten sollen.

Außerdem wird geprüft, ob und ggf. wie der westlich gelegene unterirdische Teil des Ebertplatzes geschlossen werden kann. Ziel sei es ein Bündel von Maßnahmen und mehr Präsenz von Polizei und Ordnungsdienst einzusetzen. So sollen die Anwohner und Passanten den Platz nicht mehr meiden.

Weitere kurzfristig umzusetzende Sofortmaßnahmen waren bereits am Montag, 23. Oktober 2017, beschlossen worden. Die Stadt Köln und Polizeibehörde hatten dies verabredet. So wird die Polizei ihre erhöhte Präsenz beibehalten und gezielt Personenkontrollen durchführen und insbesondere gegen Dealer und Gewalttäter konsequent vorgehen. Die Kölner Verkehrsbetriebe werden ebenfalls ihren Personaleinsatz am Ebertplatz kurzfristig ausdehnen. Die Abfallwirtschaftsbetriebe planen zusätzlich zu ihren Reinigungsintervallen zusätzliche Nassreinigungen.

Langfristig soll der Ebertplatz grundsätzlich neu gestaltet werden. Der Rat hat mit seinen Beschlüssen den Weg dafür frei gemacht. Derzeit wird das Planungsverfahren durch das Planungsamt vorbereitet.

Unterführungen sollen geschlossen werden

Einzelne Unterführungen am Kölner Ebertplatz sollen geschlossen werden. copyright: Thorsten Liers / pixelio.de
Einzelne Unterführungen am Kölner Ebertplatz sollen geschlossen werden.
copyright: Thorsten Liers / pixelio.de

Die Stadt Köln hat außerdem umgehend eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe mit den fachlich befassten Ämtern einberufen. Diese soll weitere Maßnahmen prüfen, welche im Rahmen eines Gesamtkonzepts für Übergangszeit bis zur geplanten Neugestaltung des Ebertplatzes realisiert werden können. Dabei favorisiert die Stadtverwaltung eine „sicherheitsbedingte Schließung“ der westlichen Unterführung mit ihren unübersichtlichen Gängen und Abgängen. Dieser Vorschlag wird ausdrücklich auch von der Kölner Polizei unterstützt. Bei dieser Lösung müssten allerdings die in der Unterführung gelegenen Geschäfte ebenfalls verlegt oder sogar ganz geschlossen werden.

Ziel sei nun die Erarbeitung eines schlüssigen Gesamtkonzepts für eine Übergangsgestaltung, das noch in diesem Jahr den zuständigen Ratsgremien zur Entscheidung vorgelegt werden soll. Dabei soll der Kölner Ebertplatz bereits in der Phase vor dem kompletten Umbau in seiner Funktionalität als vielseitig nutzbarer öffentlicher Raum und in seiner Attraktivität als lebendiger Aufenthaltsort aufgewertet werden.

Henriette Reker: „Maßnahmen können nur erste Schritte sein“

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Im Vorgriff auf den Abschluss der Prüfungen ist Ende letzter Woche entgegen der Absprache in der Arbeitsgruppe einem der in der Unterführung ansässigen Künstlerverein eine zu frühe Kündigung ausgesprochen worden. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker bedauert, dass damit der Eindruck erweckt wurde, die Prüfungen seien bereits abgeschlossen.

Nach der Rückkehr von einer längeren Auslandsdienstreise (u.a. in Kyoto) hatte sich Henriette Reker am Dienstag, 31. Oktober 2017, selbst ein Bild über die aktuelle Lage am Ebertplatz gemacht und stellt fest: „Vor Ort konnte ich auch mit Vertretern der Galerien sprechen. Unser Ziel muss sein, den Ebertplatz schon vor der größeren Umgestaltung, die wir jetzt beginnen zu planen, sicherer und lebendiger zu machen.

Ich bin froh, dass es uns gelungen ist, mit höherer Polizeipräsenz und einer besseren Ausleuchtung auf dem Platz schnell wirksame Maßnahmen zu treffen. Dies können aber nur erste Schritte gewesen sein. Es werden weitere Maßnahmen geprüft.

Die Notwendigkeit der Kündigungen, die ausgesprochen wurden, lasse ich noch einmal überprüfen. In den weiteren Prozess werden auch die unmittelbar betroffenen Kunst- und Kulturschaffenden – das habe ich zugesagt – sowie die zuständigen politischen Gremien einbezogen.“

Die Verwaltung will nun zügig auf eine Entscheidung über das Gesamtkonzept hinarbeiten. Bis dieses Konzept für die Übergangsphase von den zuständigen Ratsgremien beschlossen ist, werden von der Stadtverwaltung keine weiteren Kündigungen ausgesprochen. Die in der Passage ansässigen Händler und Künstler sollen frühzeitig über das weitere Vorgehen informiert werden, so die Stadt Köln.

UPDATE: Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Es mangelt am Entscheidungswillen!“

Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Rekeräußerte sich in der Ratssitzung am 14.11.2017 erneut zur Thematik "Ebertplatz". copyright: CityNEWS / Alex Weis
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Rekeräußerte sich in der Ratssitzung am 14.11.2017 erneut zur Thematik „Ebertplatz“.
copyright: CityNEWS / Alex Weis

In der Ratssitzung der Stadt Köln am 14. November 2017 sagte Henriette Reker: „Am Ebertplatz muss sich etwas ändern. Diese Erkenntnis haben wir aber nicht erst seit wenigen Wochen und Monaten, sondern schon länger. In der Vergangenheit wurde hier im Rat und auch in der Stadtgesellschaft viel über diesen für uns so zentralen Platz diskutiert. Allein es mangelte am Entscheidungswillen. Vor wenigen Wochen wurde nun endlich der notwendige Beschluss zur kompletten Umgestaltung des Eberplatzes gefasst und damit können die bereits in der Verwaltung vorbereiteten Planungsprozesse beginnen. Ich setze mich dafür ein, dass diese Planungen trotz Beteiligungs- und Ausschreibungsverfahren zügig voran gehen.

Für die Zeit bis zum ersten Spatenstich werden wir den Platz wieder so gestalten, dass Menschen ihn nicht konsequent meiden – weil sie sich unsicher fühlen. Gemeinsam mit der Polizei müssen wir für mehr Sicherheit und Ordnung sorgen. Mit Anwohnern, Politik, Vereinen und Künstlern müssen wir aber auch für mehr Belebung sorgen. Wenn wir den Platz menschenleer machen, haben wir nichts gewonnen. Im Gegenteil: wir haben verloren.

Deswegen habe ich eine Projektgruppe einberufen lassen, die sich mit allen relevanten Akteuren an einen Tisch setzt und sich zu den Themen Sicherheit, Sauberkeit, Ordnung und Belebung Gedanken macht.

Ich bin dem Stadtdirektor dankbar, das erste Maßnahmen, die in die Zuständigkeit unserer Verwaltung gehören, bereits umgesetzt wurden. Dazu gehören mehr Ordnungspersonal, eine bessere Ausleuchtung, mehr Reinigung und eine bessere Übersichtlichkeit des Platzes durch den Rückbau von Beeten und Kübeln. Gemeinsam mit der Polizei, die ihre Personalpräsenz dort weiterführt, werden wir uns Gedanken machen müssen zu baulichen Maßnahmen, die auch Schließungen der Zugänge vorsehen. Noch in diesem Jahr werden wir als Verwaltung dazu ein Konzept vorlegen, das all diese Punkte berücksichtigt.“

Stadt Köln entfernt Pflanztröge am Ebertplatz

Eine der weiteren kurzfristigen Maßnahmen zur Verbesserung der Situation am Ebertplatz wurde am Donnerstag, 9. November 2017 durchgeführt. Die Blumentröge im Grünbeet zwischen der Fahrbahn und der Busspur im Bereich zwischen den Einmündungen Neusser Straße und Sudermannstraße in Fahrtrichtung Hansaring wurden entfernt. Damit sollen Versteckmöglichkeiten minimiert und gleichzeitig mehr Übersichtlichkeit geschaffen werden.

Am Ebertplatz kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Übergriffen, Drogendelikten und fand seinen traurigen Höhepunkt in einer Messerstecherei mit einem Toten (24).


Dieser Beitrag wurde am 14.11.2017 um 19:30 Uhr aktualisiert