Rente
Auf- und Abstieg der Riester Rente – aktuelle Entwicklungen
Köln. Die Riester-Rente ist zehn Jahre alt geworden. Sie soll berufstätigen Arbeitnehmern die Möglichkeit geben, schon jetzt für das Alter vorzusorgen. Denn die Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung fallen immer schmaler aus.
Viele Deutsche haben eine Riester-Rente, weil ihnen bewusst ist, dass die gesetzliche Rente für das Rentenalter nicht mehr ausreicht.
Denn die Versorgungslücke, also die Differenz zwischen gesetzlicher Rentenleistung und dem tatsächlichen finanziellen Bedarf im Alter wird immer größer. Die Altersarmut nimmt zu, da immer weniger junge Berufstätige, die Rentenlast für immer mehr ältere Mitbürger tragen müssen.
Neben einer privaten Rentenversicherung oder der Rürup-Rente, die vor allem für Selbstständige und Arbeitnehmer mit einer hohen steuerlichen Last geeignet ist, besteht die Möglichkeit eine Riester-Rente zu vereinbaren. Diese wird staatlich gefördert. So ist es möglich, staatliche Zuschüsse zu erhalten, wenn man mindestens 4 Prozent seines Bruttolohns jährlich anspart. Die Riester Rente bleibt aber sowohl in den Augen der Politiker als auch der Verbraucher hinter den Erwartungen zurück.
Welche Bilanz kann man jedoch nach zehn Jahren ziehen?
Für viele Bundesbürger ist die Riester-Rente noch immer viel zu bürokratisch und zu wenig transparent um attraktiv als Rentenversorgung zu sein. Vor allem Familien mit Kindern nutzen die Riester-Rente, da sie besonders von den staatlichen Zuschüssen profitieren können. Insgesamt ist das Potential aber bei weitem nicht ausgeschöpft. Viele Verbraucher können zum Beispiel nicht einschätzen, wieviel ihrer Beiträge tatsächlich in die Rentenvorsorge fließt. Es wird daher derzeit geprüft, wie man diese Form der Vorsorge transparenter gestalten und ob man die Höhe der Provisionen gesetzlich begrenzen kann.
Information statt mehr Förderung
Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge ist häufig jedoch mangelnde Information Grund für die mangelnde Bereitschaft zu riestern. Es sei daher empfehlenswerter die Bevölkerung besser über die Riester-Rente zu informieren als höhere Zulagen ins Auge zu fassen. Dies spiegelt sich auch bei der Verteilung der Riester-Verträge abhängig vom Bildungsstand wieder. Während nur jeder Sechste (16 Prozent) mit Hauptschulabschluss riestert, sind es bei den Menschen mit Realschulabschluss oder (Fach-)Hochschulreife immerhin 22 bis 24 Prozent. Dies liegt aber auch daran, dass eher langfristig Besserverdienende riestern, während Menschen mit einem niedrigeren Bildungsabschluss häufig weniger verdienen und daher weniger bereit bzw. in der Lage sind in ihre Altersvorsorge zu investieren.
Auch müssten mögliche Riester-Sparer stärker darüber aufgeklärt werden, mit welchen Rentenleistungen sie zu rechnen hätten. Oft fehlen hier genaue Vorstellungen, so dass die Riester-Rente vorwiegend als monatliche Belastung wahrgenommen wird, statt als Vorsorgeleistung. Erst wenn die Menschen verstehen, wie sich auch die gesetzliche Rente entwickelt, können sie das Potential von Vorsorgemaßnahmen wie der Riester-Rente richtig einschätzen. Langfristig müsse die Riester-Rente aber auch an die Entwicklungen der Altersstruktur angepasst werden, um dauerhaft mit Produkten wie der privaten Rentenversicherung konkurrieren zu können.
(Redaktion)
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