Mehr Erwerbstätige, weniger Selbstständige: Profitiert Köln von der Konjunktur?

Mehr Erwerbstätige, weniger Selbstständige: Profitiert Köln von der guten Konjunktur? copyright: pixabay.com
Mehr Erwerbstätige, weniger Selbstständige: Profitiert Köln von der guten Konjunktur?
copyright: pixabay.com

Eine gute wirtschaftliche Lage sorgte 2017 für einen starken Anstieg der Erwerbstätigkeiten. Vor allem im Dienstleistungssektor konnte eine deutliche Zunahme der Beschäftigtenzahlen verzeichnet werden. Mit der Zahl der Arbeitslosen und Unterbeschäftigten nahm jedoch auch die Zahl der Selbstständigen ab. Doch der Job-Boom und die gute Konjunktur kommt nicht bei allen an. Langzeitarbeitslose finden noch immer deutlich schwieriger eine neue Anstellung. Das stellt Politik und Wirtschaft vor eine Herausforderung.

Höchste Beschäftigtenzahl seit der Wiedervereinigung

Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, stieg die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland um 638.000 Personen bzw. um 1,5 Prozent. 2017 waren demnach rund 44,3 Millionen Menschen in der Bundesrepublik beschäftigt – damit konnte der niedrigste Arbeitslosenstand seit der Wiedervereinigung und der stärkste Anstieg der Beschäftigtenzahl seit 2007 verzeichnet werden. Spitzenreiter ist der Dienstleistungssektor, der einen Anstieg von 1,7 Prozent verbuchen konnte. Während die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zunahm, nehmen die geringfügigen Beschäftigungen weiter ab.

Zudem war auch die Zahl der Selbstständigen rückläufig: Sie sank um 0,6 Prozent auf 4,3 Millionen. Doch Selbstständige sind nicht gleich Selbstständige: Hinter dem Begriff verbirgt sich ein komplexes Geflecht unterschiedlicher Erwerbsformen. Gemeinhin werden als „Selbstständige“ sowohl Gewerbetreibende mit einem eigenen (Klein-)Gewerbe wie auch Freiberufler zusammengefasst, die laut diesem Artikel keine Gewerbeanmeldung benötigen. Das statistische Bundesamt erfasst in dieser Kategorie zudem auch „mithelfende Familienangehörige“, die in einem Familienbetrieb tätig sind.

Weiterbildungen für Langzeitarbeitslose werden wichtiger

Laut diesem Beitrag von Zeit Online sank auch die Zahl der sogenannten „Unterbeschäftigten“: Waren im Jahr 2006 noch 8,59 Millionen Menschen unterbeschäftigt, verringerte sich die Zahl auf derzeit 3,56 Millionen Menschen. In dieser Gruppe werden Personen zusammengefasst, die in Beschäftigungsprogrammen der Agentur für Arbeit stecken, sich in Weiterbildung befinden oder arbeitsunfähig sind.

Die Zahlen klingen vielversprechend, doch es gibt auch Kehrseiten. Vor allem Langzeitarbeitslose haben zunehmend Schwierigkeiten, zurück in die Arbeitswelt zu finden: „Das größte Problem auf dem Arbeitsmarkt ist die Passgenauigkeit“, zitiert Zeit Online den Arbeitsmarktforscher Enzo Weber. Denn die wenigsten Langzeitarbeitslosen sind hochqualifizierte Spezialisten. Die Herausforderung für die Politik ist, sie für die veränderten Anforderungen des Arbeitsmarktes vorzubereiten. Hier werden zunehmend Weiterbildungen erforderlich sein.

Konjunktur-Situation in Köln: Arbeitslosenzahl sinkt, auch Langzeitarbeitslose profitieren

Der bundesweite Trend ist auch in der Rheinmetropole zu spüren: Wie den aktuellen Eckdaten des Kölner Arbeitsmarktes zu entnehmen ist, ging die Arbeitslosenzahl von 47.247 im Oktober 2017 auf 46.310 im Dezember 2017 zurück. Verglichen mit Dezember 2016 nahm die Zahl innerhalb eines Jahres jedoch nur leicht um 101 Personen beziehungsweise um 0,2 Prozent ab.

In Köln profitieren auch Langzeitarbeitslose von dem Aufschwung, die mit 20.389 zwar noch immer einen großen Teil ausmachen, deren Zahl allerdings im Vergleich zum Dezember des Vorjahres sogar um 4,5 Prozent abnahm. Auch junge Menschen in Köln fanden zuletzt häufiger eine Arbeit: Bei den 15- bis unter 25-Jährigen betrug die prozentuale Abnahme zum Vorjahresmonat sogar 5,7 Prozent.