02.05.2012  11:49 Uhr

Lärm
Schwerstarbeit für die Ohren

Köln. Autos, Straßenbahnen, Flugzeuge, Presslufthammer, Rasenmäher, Diskotheken: Jeden Tag sind die Menschen einer Vielzahl von Geräuschquellen ausgesetzt, denn das Gehör arbeitet permanent. Der Dauereinsatz sorgt dafür, dass das Gehör besonders strapaziert ist. CityNEWS hat zahlreiche Tipps für etwas mehr Ruhe.

Subjektives Empfinden von Lärm

Obwohl Geräusche zu unserem täglichen Leben dazugehören, empfinden wir viele als lästig. Allerdings wird Lärm nicht von jedem Menschen gleich empfunden. Denn neben der Schalldosis und der Art des Lärms ist es vor allem die subjektive Einstellung, die dafür ausschlaggebend ist, ob der Lärm als störend empfunden wird: So kann einem bereits das Geräusch eines einzelnen Rasenmähers in Nachbars Garten auf die Nerven gehen, wenn man selbst gerade lesen möchte. Mäht man hingegen zum gleichen Zeitpunkt selber Rasen, werden die Geräusche kaum als störend wahrgenommen, obwohl die Dezibelzahl ja nun viel höher liegt. Sitzt man mit Freunden im Biergarten und unterhält sich laut, macht dies Spaß, wohnt man hingegen neben einem Biergarten oder Café, nerven die Gespräche der Gäste. Haben wir also selbst einen Nutzen von dem Lärm, empfinden wir ihn meist nicht als störend. Besonders empfindlich reagieren wir hingegen, wenn bestimmte Erwartungen nicht erfüllt werden. Etwa im Urlaub, in dem ein Hotel in sehr ruhiger Lage ohne Animationsprogramm gebucht wurde und einen stattdessen Musik, hupende Autos und grölende Gäste erwarten.

Unser Gehör arbeitet permanent und ist täglich einer Vielzahl an Geräuschquellen ausgesetzt., Copyright: Viking / djd
Unser Gehör arbeitet permanent und ist täglich einer Vielzahl an Geräusch­quellen ausgesetzt.

Lästiger Straßenverkehr

Lärm selber ist nicht messbar, wohl aber der Schall. Das menschliche Gehör nimmt Schallwellen im Frequenzbereich von 20 Hertz bis maximal 20.000 Hertz (Hz) wahr, die Maßeinheit des Schalls ist Dezibel (dB). Eine seit 2002 jährlich durchgeführte Online-Lärmumfrage des Bundesumweltamtes zeigt, dass sich die Mehrzahl der Deutschen vom Straßenverkehr am meisten belästigt fühlt, gefolgt von Flug- und Zuglärm. Daneben wurden Baustellen, Sportanlagen und Nachbarn als häufigste Lärmquellen genannt. Steht man direkt an einer stark befahrenen Straße, ist man einem Lärmpegel von 70 bis 80 Dezibel ausgesetzt. Rauscht ein Lastwagen vorbei, kommt er auf rund 90 Dezibel. Hebt ein Flugzeug ab, dröhnt es mit 120 bis 130 Dezibel, unterhalten wir uns, schallt unsere Stimme mit etwa 60 bis 70 Dezibel. In Diskotheken liegen die Schallpegel oft über 100 Dezibel, bei Musikgroßveranstaltungen sogar noch höher. Aber auch MP3-Player werden häufig auf mehr als 90 Dezibel aufgedreht.

Schlechte Raumakustik in Schulen

Eine Lärmquelle, die nicht zu unterschätzen ist, ist die Schule. Die Raumakustik der Klassenzimmer ist oftmals so schlecht, dass unnötig hohe Geräuschpegel erzeugt werden und die Sprachverständlichkeit beeinträchtigt wird. So haben verschiedene Untersuchungen gezeigt, dass Schüler und Lehrer oftmals einem durchschnittlichen Lärmpegel von 85 Dezibel ausgesetzt sind. Das ist etwa so laut wie eine Bohrmaschine. Die Geräuschkulisse in den Klassenzimmern kann dazu führen, dass die Schüler langsamer lernen und ihre Merkfähigkeit beeinträchtigt ist.

Schutz am Arbeitsplatz

Lärm macht krank. Starker Dauerlärm erhöht den Blutdruck und die Gefahr eines Herzinfarktes., Copyright: Wörwag Pharma / djd
Lärm macht krank. Starker Dauerlärm erhöht den Blutdruck und die Gefahr eines Herzinfarktes.

Am Arbeitsplatz regelt die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung die Arbeitnehmer vor zu großem Lärm. Darin hat der Gesetzgeber festgelegt, dass dem Arbeitnehmer ein Geräuschpegel von über 80 Dezibel nicht ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen wie Schallisolierungen an Maschinen und Produktionshallen oder aber ein Gehörschutz für die Mitarbeiter selbst, zugemutet werden kann. Einem belastendem Lärmpegel ausgesetzt sind häufig Arbeitnehmer in Großraumbüros. Vor allem Beschäftigte in Serviceagenturen, wo sich oftmals mehrere Personen gleichzeitig unterhalten oder per Telefon und Handy kommunizieren, leiden darunter.


 
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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1, 4 © Wörwag Pharma / djd
Bild Nr. 2 © Viking / djd
Bild Nr. 3 © Wernersgruener / djd



 


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