Die Mode im Herbst und Winter: Seventies-Look, Fake Fur und kuscheliger Strick

Fake Fur hat im Herbst und Winter Hochkonjunktur (Outfit von H&M). / copyright: H&M
Fake Fur hat im Herbst und Winter Hochkonjunktur (Outfit von H&M).
copyright: H&M

Der Herbst ist angekommen und bei kühleren Temperaturen steigt die Lust auf die neuen Fashion-Trends, auf kuschelige Pullis, romantische Folklore, stylische Capes und schicke Hosenanzüge. Die Mode im Herbst und Winter hält spannende Trends bereit!

Die Designer haben sich für die kühle Jahreszeit wieder einiges einfallen lassen, so dass frau bestimmt ihr neues Lieblingskleidungsstück findet. Wir verraten, welche Farben, Muster und It-Pieces nun in jeden Kleiderschrank gehören.

Hipper Look der Seventies

Der Seventies Trend hat uns bereits durch den Sommer begleitet – auch im Herbst ebbt er nicht ab, zeigt sich mit lässigen Schlaghosen, Maxikleidern und ärmellosen Fellwesten, mit blumigen Mustern, Samt, Wildleder, romantischer Spitze und Patchwork-Elementen. Zum hippen Look der Siebziger gehören Jeansröcke in ausgestellter A-Form und sogar Latzhosen. Damit niemand frieren muss, haben viele Blümchenkleider nun lange Ärmel und einen Rollkragen. Überhaupt feiert der Rollkragen – wie auch hochgeschlossene Blusen – ein Comeback. Ein dünner Rolli passt beispielsweise prima zur Schlaghose. Mit langer Felljacke, knöchellangem Kleid im Ethno-Stil und kernigen Boots dazu beweisen sich „Fashionitas“ als Fans der Siebzigerjahre. Kontrastprogramm zum farbenfrohen Seventies-Style ist der Gothic-Look: mit viel Schwarz und durchaus schick.

It-Piece der Saison: Schluppenbluse

Auch vor den Swinging Sixties macht der Retro-Look nicht halt, zum Beispiel mit kurzen Kleidern in A-Form und grafischen Mustern. It-Piece der Saison ist eine Schluppenbluse, die sich zu Bleistiftrock und Tweed-Anzug ebenso gut macht wie zur schlichten Jeans. Geknotet wie eine Krawatte wirkt die Schluppe lässig und cool – wie ein Schal über die Schulter geworfen, sorgt sie für mondäne Eleganz. Zu den Must-Haves der Saison gehören Poncho und Cape – weit schwingend oder schmal geschnitten mit kleinen Seitenschlitze für die Arme, Uni mit Fransen oder in Ethno- und Karomustern.

Jacken zeigen sich nun besonders voluminös mit bauchigen Oversized Schnitten und XL-Kragen, Nylon-Steppjacken mit 3⁄4-Arm sind ebenso zu finden wie kuschelige Modelle aus Fake-Fur oder kurze, taillenbetonende Bomberjacken.

Modischer Wohlfühllook

Mäntel gibt es in der bekannten Formen- und Farbenvielfalt. Ob leicht taillierte Doppelreiher – zum Beispiel als Eycatcher in knalligem Gelb – knielanger Teddyfellmantel in einem warmen Rotton, schmal geschnittener Maximantel in Royalblau oder ein klassischer Kamelhaarmantel mit oder ohne Bindegürtel: Alles ist möglich. Auch bei der Strickmode ist Abwechslung angesagt, XXL-Pullis – am besten zur engen Röhre – sind ebenso ein Trendthema wie lange, schmale Strickmäntel und taillenkurze Pullis. Besonders schön wirken Modelle aus hochwertigen Materialien wie Merinowolle, Mohair und Kaschmir, gerne dürfen Fein- und Grobstrick miteinander kombiniert werden.

Von Flared Jeans bis Culotte

Auch die Hosenmode zeigt sich in allen Facetten: Neben Flared Jeans, die vor allem in Kombination mit hohen Schuhen toll aussehen, bleiben Skinny Pants angesagt, gerne in Lederoptik. Starke Konkurrenz bekommen die schmalen Hosen von den Jogpants – ob aus Jersey, in glänzender Seidenoptik, flanellig oder aus klassischen Hosenstoffen. Die Culottes – halblange weite Hosen – bleiben uns ebenfalls in verschiedensten Ausführungen erhalten. Sportlich und easy sieht der Neuling der letzten Saison jetzt in Jeansoptik aus. Bei Röcken ist von Mini über Midi bis Maxi alles erlaubt, auch der bodenlange Rock erreicht das Straßenbild, meist zu schmalen Lederjacken oder ganz modisch zu Sweatshirts kombiniert.

Hosenanzüge – sportliche wie elegante – gehören zu den It-Pieces. Dabei liegen immer noch durchgehend gemusterte Zweiteiler im Rennen, allerdings erscheinen die Prints in dieser Saison nicht mehr ganz so auffällig. Klare, gerade Schnitte und High-Waist-Bund dominieren den Klassiker. Bei den Materialien liegt vor allem Tweed hoch im Kurs. Noch etwas ungewohnt, aber besonders modisch, sind Anzüge in Jerseyqualität.

Softe Töne, Marsala und leuchtendes Blau

Klassische Herbstfarben wie Beere und Senf dürfen in der Modewelt natürlich nicht fehlen. Hinzu kommen Grüntöne und Orange, die sich perfekt miteinander kombinieren lassen. Ein Wiedersehen gibt es mit den Pastell-Nuancen, die uns bereits durch den Sommer begleitet haben. Pullis in Rosa, Jacken in Hellblau oder ein Kleid in Sand: Die soften Farben sind wahre Hautschmeichler. Starke Akzente setzt hingegen feuriges Rot, das pur – zum Beispiel als cooler Hosenanzug – oder edel mit Grau getragen wird. Auch ein Allover-Look in facettenreichen Graunuancen liegt diese Saison im Trend. Für alle, die gerne „glänzen“, ist der Metallic-Look mit schimmerndem Silber, Kupfer und Gold genau das Richtige. Zu den Trendfarben gehören außerdem Marsala, leuchtendes Azurblau, schmutzige Schlammtöne und natürlich der Evergreen Schwarz. Bei den Mustern haben Animal-Prints noch lange nicht ausgedient. Strickpullover im Leoparden-Muster sind ebenso häufig zu sehen wie Kleider und Blusen in schwarz-weißem Zebraprint. Daneben haben vor allem traditionelle schottische Tartan-Muster das Sagen.

Lässig und smart: Männermode im Herbst und Winter 2015/16

Smart-casual zeigt sich die Männermode in diesem Herbst und Winter. Vorrangig dunkle Nuancen wie Schwarz und verschiedene Grautöne – etwa Steingrau, Schiefergrau, Olivgrau oder auch Anthrazit – geben den Ton an. Daneben beherrscht Denim die Modewelt – und zwar nicht nur in Form von Jeans, sondern auch als Jacke oder Hemd. Wer den Allover-Denim-Look wählt, sollte auf die richtige Zusammenstellung achten. Monochrome Farben sind hierfür zu eintönig. Besser ist es, verschiedene Blautöne zu kombinieren. Im Strickbereich setzen kräftige Farben wie Gelb oder intensives Blau Akzente.

Die Silhouette bleibt schmal

Insgesamt bleibt die Silhouette eher schmal, sportliche Aspekte wie Kapuzen oder gestrickte Details bringen laut Deutschem Modeinstitut (DSI) auch hochwertige Looks in einen zeitgemäßen Kontext. Bei Jacken haben Männer in dieser Saison die Wahl zwischen lässigen Blousons in Leder-Optik, kurzen Bomberjacken aus Denim mit großem Teddyfell-Kragen, verschiedensten Dufflecoat-Varianten mit kariertem Innenfutter, superleichten Daunenjacken im Blazerstil, flauschigen Bouclejacken oder auch weichen Tweedblazern. Wichtiges Basic bleibt laut DMI der Parka, Kapuzen und Pelzbesätze sorgen dabei für eine sportiv-elegante Attitüde. Bei den Hemden dominieren Karos in allen Ausführungen, großformatige Checks sind ebenso zu finden wie minimalistische abstrakte oder im Webmuster dargestellte Optiken. Aber auch kleine grafische Prints und Fantasiemuster spielen eine Rolle. Besonders angesagt sind Blautöne in allen Schattierungen, bei kleinen Mustern spielt etwas mehr Farbe mit.

Sportliche Streetwear

Sportliche Streetwear mit Jogpants aus Jersey-Stoffen und Oberteilen im Trikot-Stil, kombiniert mit kurzer Bomberjacke und Sneakern, dürfte vor allem jüngeren Männern gefallen. Im Business-Bereich liegt der klassische Anzug im Trend: Dreiknopf und Zweireiher im Tailored Cut, mit schmaler Silhouette und in hochwertiger Verarbeitung. Die Hosenform bleibt eher schmal. Und natürlich dürfen auch die richtigen Accessoires in der Menswear nicht fehlen. Einstecktücher kommen mit bunten Prints, Krawattenmuster setzen Kontraste zum Hemdendessin. Auch Anstecknadeln und Manschettenknöpfe erleben ein Revival. Wer Schmuck mag, wählt lederne Armbänder mit metallischen Details.

Modespiel mit Schal, Gürtel und Tasche: Lieblings-Accessoires für die kalte Jahreszeit

Für den perfekten Herbst- und Winter-Look sorgen Accessoires: Ob Tücher, Schals, Gürtel, Hüte oder Taschen: Die Auswahl ist groß und macht Lust aufs Ausprobieren. Gürtel – häufig in Flechtoptik oder mit feinen Nieten bestückt – betonen in dieser Saison die Taille. Getragen werden sie über Mäntel, Blazer oder auch Oversize-Blusen und Pullover. Um noch deutlichere Akzente
zu setzen, können sie in der Taille mit einem großen Knoten gebunden werden.

Auch die Schmuckauswahl ist riesengroß, so dass sich für jedes Outfit das passende Teil findet. Neben großformatigem Statement-Schmuck – Armbänder und Ketten mit Anhängern in Amulettform oder Lettern – kommen nun romantischere, feine Kettchen hinzu. Auffällige Ethnoketten in Material- und Farbmix – passend zum trendigen Boho-Style – sind ebenfalls ein wichtiges Thema.

Schals und Tücher gefallen sich im Karomuster, gerne in gedeckten Farben. Animalprints in warmer Wollqualität begleiten uns ebenso durch den Winter wie grafische Muster im Sixties-Look. Handschuhe mit Fellbesatz am Bündchen sind nicht nur kuschelig weich, sondern auch ein Must-have der Saison. Echte Trendsetterinnen tragen im Herbst zum maskulinen Anzug oder Blazer übrigens eine Fliege oder Krawatte.

Die Taschendesigns zeigen auf eine neue Art Farbe: Schlichte Modelle in klassischem Schwarz oder Braun zieren jetzt Nähte, Reißverschlüsse oder kleine Applikationen in Kontrastfarben wie leuchtendes Tomatenrot, Pink oder Petrol. Durch diesen Hauch Farbe erhält auch die klassische Ledertasche einen sportlichen Touch. Zu den angesagtesten Modellen gehören neben den handlichen und aus feinem Leder gearbeiteten Mini-, Sattle- und Gürteltaschen Modelle aus Strick, Samt oder im Punklook. Auffallende Eyecatcher an eher schlichten Taschen sind zudem Bommeln, Quasten und Fransen.

Auf dicken Sohlen in den Winter: Die neuesten Trends der Schuhmode

Zurückhaltende Farben, dicke Sohlen, und kuscheliges Fell: Im Herbst und Winter zeigt sich die Schuhmode alltagstauglich und dennoch nicht langweilig. Subtiler Farben- und Materialienmix sorgt für das gewisse Etwas.

Bodenhaftung muss sein

Die Schuhmode erlaubt sich in dieser Saison einen Ausflug in die Männerwelt. „Was Männer an den Füßen tragen, wird salonfähig für die Damen“, erklärt Trendexpertin Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut (DSI). Ob mit Lochmustern verzierte Brogues, glänzende Monks oder vorne spitz zulaufende Schnürer: Die Modelle passen zum androgynen Anzug ebenso wie zu schmalen Jeans und der angesagten Culotte: „Bodenbetonung“ mit dicken Sohlen ist bei den androgynen Schuhtypen laut DSI allerdings ein Muss. Ebenso angesagt sind Chelsea-Boots, die sich nun mit schlankeren Leisten und kürzeren, knapp knöchelhohen Schäften zeigen. Auch Schnürstiefeletten liegen nach wie vor im Trend. Außerdem findet sich der romantische Westernlook im Boho-Stil mit Cowboystiefel und Moccasins mit Fransen und Ornamenten.

Sportliche Sneaker mit glitzernden Details

Auf dem Vormarsch sind sportliche Sneaker, die häufig durch Materialamix und glitzernde Details auffallen. Farblich liegen bei diesem Thema vor allem Winterweiß, sämtliche Grauschattierungen und Rosé im Trend. Dicke, geriffelte Sohlen haben übrigens nicht nur sportliche Schuhe, sogar Pumps-Absätze sind häufig eher dick und breit. Für den festlichen Auftritt allerdings wählt frau schwarze Pumps, mit dezenten Applikationen, schlanken Leisten und filigranen Absätzen.

Von Nachtblau bis Rosé

Generell bestimmen in Sachen Materialien Kontraste die Schuhe: Glatte, puristische Materialien wechseln sich mit strukturierten, haptischen Materialien ab. Farblich spielen vor allem die dunklen Töne der Nacht eine Rolle, also Schwarz, Violett und Aubergine, dunkles Rot und tiefes Blau. Metallics und glitzernde Details machen sich bei den dunklen Farben besonders gut. Allerdings fehlen auch die bekannten warmen Herbstfarben – alle Facetten der Braun- und Gelbtöne – nicht. Daneben dominieren softe Rosétöne, Mauve, Hellgrau und Winterweiß. Die hellen Töne passen zu Winterboots mit Kunstfell und harmonieren zu kuscheligen Felljacken und Strick.

Autor: Redaktion / djd