Portrait/ Geburtstag
Comedian und TV-Ikone Dirk Bach wird 50 Jahre alt
Köln. Wenn er über die Hängebrücke ins Dschungelcamp balanciert, dürfen die in Australien versammelten Ex-Prominente nicht auf Schonung hoffen. Seit zwanzig Jahren ist Dirk Bach eine feste Größe im deutschen Fernsehen. Am Samstag (23. April) wird er 50 Jahre alt.

Seit zwanzig Jahren ist Dirk Bach eine feste Größe im deutschen Fernsehen. Am Samstag (23.04.11) wird er 50 Jahre alt.
Fernsehzuschauer kennen den Kölner überwiegend als Komödiant, auf der Theaterbühne hat er sich auch als Charaktermime einen Namen gemacht - ohne jemals eine Schauspielschule absolviert zu haben. Für Dirk Bach ist die Komödie nur eine Facette seines Berufs. «Aber man wird immer schnell festgelegt, wenn man irgendwann mal in einem Bereich im Fernsehen aufgetreten ist», sagte er einmal. Er würde sich freuen, wenn er für das Fernsehen auch mal jene Rollen angeboten bekäme, die er auf der Theaterbühne verkörpere: «Ich liebe die Vielfalt und nutze sie».
Bühnen-Debüt in Heiner-Müller-Stück
Bachs Eltern arbeiteten beim WDR und sorgten dafür, dass ihr Sohn früh mit Kultur in Verbindung kam. Prompt zog es ihn zur Bühne. Das Debüt hatte er 1978 in den «wilden Jahren» des Kölner Schauspiels unter Intendant Hansgünther Heyme in Heiner Müllers «Prometheus».
Seine Bühnenpräsenz und das Improvisationstalent entwickelte Bach aber in den folgenden Jahren beim Tingeln durch die Freie- und Off-Theaterszene. Als Meilenstein erwies sich dabei die Zusammenarbeit mit dem Kölner Regisseur Walter Bockmayer, in dessen schräger Volkstheater-Travestie «Geierwally» er alleine über 300 Mal auf der Bühne steht.
Nach etlichen kleineren Fernsehrollen wurde Bach 1992 mit der «Dirk Bach Show» auf RTL bundesweit bekannt. Mit der ZDF-Sitcom «Lukas» gewann er dann den Deutschen Comedy Preis und die Goldene Kamera. Gleichzeitig machte Bach weiter ernsthaftes Theater, war unter anderem in Schillers «Räuber» zu sehen.
Im Fernsehen blieb Bach mit Formaten wie «Frei Schnauze XXL» oder «Power of 10» weiter präsent; mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg - dafür immer wieder gerne mit Weggefährtin Hella von Sinnen. Mit ihr und dem späteren WDR-Late-Night-Talker Jürgen Domian hatte Bach eine Zeit lang in Köln zusammen gewohnt.
Ungetrübtes Verhältnis zum Trash-Fernsehen
Der endgültige Aufstieg zur TV-Ikone gelang Bach mit «Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!». Seit 2004 lästert er sich an der Seite von Sonja Zietlow durch die RTL-Prominenten-Demontage - und schämt sich kein bisschen: «Gepflegtes Trash-Fernsehen wie das hier sollte man mit Freude machen. Und ich hab hier eine Menge zu lachen.» Er selbst käme für das Einöd-Camp im australischen Regenwald zwar nicht infrage, für Mitleid mit den Kandidaten sieht er aber keinen Anlass: «Das Dschungelcamp ist harmlos und tut niemandem weh. Die Menschen, die da mitmachen, sind Profis und wissen, was sie tun», betonte er einmal.
Dafür toleriert der bekennende Vegetarier auch, wenn die Dschungel-Prominenz Insekten knabbern müssen. Neben seiner Unterstützung für Tierschutzorganisationen engagiert sich Bach auch für Amnesty International und kämpft gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben.
Der Schauspieler weiß, dass ihn seine markante, kugelrunde Statur unverwechselbar macht. Eine Diät komme für ihn nicht infrage, betonte er unlängst. Zumal sein Verlobter Thomas von seiner Figur sehr angetan sein, wie er in einem Interview verriet. Seit rund 16 Jahren sind sie ein Paar. Gemeinsam mit Freunden werden sie auch Bachs Geburtstag in Florida feiern.
(Redaktion / dapd / http://bvap.de)
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