21.06.2012  10:41 Uhr

Kunst
Museum Ludwig in Köln würdigt Pop-Art-Künstler Claes Oldenburg mit Ausstellung

Köln. Wer an einem Kunstwerk von Claes Oldenburg vorbei möchte, muss sich ducken oder zur Seite weichen: Wuchtige, metergroße Stromstecker ragen von der Decke in den Eingang zur neuen Ausstellung "Claes Oldenburg - The Sixties". Skulpturen von alltäglichen Gegenständen machten Oldenburg berühmt.

Das Museum Ludwig in Köln zeichnet mit der bisher umfangreichsten Schau den Werdegang des Künstlers nach.

Rund 250 Arbeiten, die er zwischen den späten 1950er bis Mitte der 1970er Jahre geschaffen hat, werden ab Samstag (23. Juni) präsentiert. Skulpturen, Installationen, Kurzfilme, Fotoaufnahmen und Zeichnungen unterstreichen diese stilprägende Phase des in Stockholm geborenen Künstlers. Alle wichtigen Gruppen sind dabei.

Den Beginn macht "The Street", eine Sammlung von Figuren aus Pappe, mit denen Oldenburg das trostlose Leben von Obdachlosen und Prostituierten in Manhattan dokumentiert. Eine abstrakte Figur kauert sitzend an einer Wand, Frauen tragen hochhackige Schuhe - die braunen, schmutzigen Farben wirken bedrückend. Ganz im Gegenteil zur Reihe "The Store" (1961), eine Sammlung von Kleidung und Speisen, wie man sie in einem üblichen Laden ersteigern kann. Hier geht es bunt zu: Da hängt ein klobiger Anzug, aus zwei überdimensionalen Hamburgern quillen die Frikadelle und der Salat heraus und eine Kasse steht vollkommen schief auf dem Tresen.

In "The Home" kippt ein Medizinschrank nach vorne. Daneben steht ein lebensgroßer Staubsauger. Ein Ventilator lässt die Flügel hängen. Selbst der Badewanne, dem Waschtisch und dem WC hat sich der inzwischen 83-jährige Oldenburg gewidmet. So banal wie die Auswahl der Gegenstände sind auch die Namen: "Soft toilet" (Weiche Toilette), "Spoon in Egg" (Löffel im Ei) oder "Sausage" (Wurst) heißen seine Arbeiten lapidar.

Arbeiten mit Millionenwert

Einfachheit war die Methode der Pop-Art um Oldenburg, Andy Warhol und Roy Lichtenstein: Kunst vom hohen Ross holen und populär, lebensnah machen. Dafür traten sie in den 60ern ein. Heute werden ihre Werke gefeiert und auf dem Kunstmarkt für Rekordsummen versteigert.

Ein Höhepunkt der Ausstellung ist das Mouse Museum, eine zehn mal neun Meter große schwarze Box, die bereits 1972 auf der Documenta zu sehen war. Hier hat Oldenburg 385 skurrile Gegenstände gesammelt - vom Kugelschreiber in Form eines Frauenbeins bis zur übergroßen Zahnbürste - und in Vitrinen deponiert.

Die umfassende Ausstellung war zuvor in Wien zu sehen. Nach Köln wandert sie weiter nach Bilbao und anschließend ins New Yorker Museum of Modern Art. Für Museumsdirektor Kasper König ist die Ausstellung etwas ganz Besonderes. Im Alter von 23 Jahren kuratierte König erstmals Claes Oldenburg. In wenigen Monaten geht König, einer der profiliertesten Ausstellungsmacher in Deutschland, in Rente.

Die Ausstellung "Claes Oldenburg - The Sixties" ist vom 23. Juni bis 30. September 2012 im Museum Ludwig geöffnet.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr,
jeden ersten Donnerstag im Monat von 10.00 bis 22.00 Uhr, Montag geschlossen

Eintritt:
Erwachsene 10,00 Euro
ermäßigt 7,00 Euro.

Weitere Infos unter: www.museum-ludwig.de


 

(dapd / BMELV/ MKULNV Redaktion)

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Fotokennzeichnung:
Bild Nr. 1 © Hermann J. Knippertz / dapd



 


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