22.04.2010 12:16 Uhr
CityNEWS Experten-Telefon
Nachbericht Expertentelefon "Agil statt senil" - 60 Jahre und so jung wie nie
Leserfragen am Expertentelefon zu: "Agil statt senil"
- Nächtliche Wadenkrämpfe bringen mich oft um den Schlaf. Was steckt dahinter?
Stefanie Mollnhauer: Wadenkrämpfe sind unkontrollierte Muskelkontraktionen, die meist auch auf einen Mangel an Magnesium zurückzuführen sind. Mit einem hoch dosierten Präparat aus der Apotheke können Sie der Ursache wirksam begegnen. Sie sollten darauf achten, dass die tägliche Dosierung mindestens 300 mg Magnesium beträgt, wie es auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. Zusätzlich sollte auf eine ausreichende Kochsalz- und Flüssigkeitsversorgung geachtet werden. - Wenn ich im Stress bin, fängt mein Lid heftig an zu zucken. Kann ich dem vorbeugen?
Dr. Tiedemann: Zuckungen des Augenlids können Anzeichen eines Magnesiummangels sein. Denn durch das – häufig auch stressbedingte – Absinken des Magnesiumspiegels kommt es zu einer Funktionsbeeinträchtigung, die sich vor allem durch eine erhöhte Erregbarkeit der Muskulatur bemerkbar macht. - Meine Mutter ist Mitte 60 und ernährt sich fast ausschließlich von Fertiggerichten. Das macht mir Sorgen. Ist nicht gerade der Nährstoffbedarf im Alter besonders hoch und deshalb eine ausgewogene Kost wichtig?
Dr. Gaber: Auch wenn mit zunehmendem Alter oft die körperliche Aktivität sinkt, bleibt jedoch der Bedarf an Mikronährstoffen (Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen) unverändert hoch. Ältere Menschen sollten daher auf eine ausreichende Zufuhr achten. Besonders nährstoffreich sind Obst und Gemüse. Sollte der tägliche Bedarf über die Nahrung nicht gedeckt werden, empfiehlt es sich in jedem Fall, zusätzlich Präparate aus der Apotheke einzunehmen. Wichtig dabei ist, dass diese hoch dosiert sind. - Mein Arzt sagt, als Diabetiker habe ich einen erhöhten Mineralstoffbedarf. Worauf muss ich besonders achten?
Stefanie Mollnhauer: Der Magnesiumbedarf beim Diabetiker ist deutlich erhöht, weil Magnesium vermehrt aus dem Körper ausgeschwemmt wird. Gleichzeitig ist die Magnesiumversorgung des Diabetikers jedoch häufig sehr schlecht, weil weniger mit der Nahrung zugeführt wird. Sie sollten daher täglich auf eine hoch dosierte Mineralstoffzufuhr achten. Für Diabetiker empfehlen sich spezielle, zuckerfreie Produkte, die Sie in der Apotheke erhalten. - Weil ich auch mit 60 noch viel Sport treibe, hat mir meine Freundin zur Einnahme von Magnesium geraten. Wozu soll das gut sein?
Dr. Tiedemann: Gerade bei sportlicher Betätigung wird Magnesium vermehrt über den Schweiß ausgeschieden. Daher ist es für Sportler besonders wichtig, die entstandenen Magnesiumverluste auszugleichen und den im Sport erhöhten Magnesiumbedarf (5 mg Magnesium pro kg Körpergewicht) zu decken. Andernfalls zeigen sich typische Mangel-Symptome in Form einer neuromuskulären Übererregbarkeit mit vermehrt auftretenden Muskelzuckungen und Muskelkrämpfen sowie einer erhöhten Anfälligkeit für Muskelverspannungen, Zerrungen und Muskelfaserrissen. Allerdings kann die Einnahme von hoch dosiertem Magnesium vor dem Sport aufgrund der leicht relaxierenden und manchmal auch stuhlerweichenden Wirkung die sportliche Leistungsfähigkeit unter Umständen beeinträchtigen. Es empfiehlt sich daher, das Mineral in hoher Dosierung erst in der Regenerationsphase nach dem Sport einzunehmen. - Mein Arzt hat mir Magnesium empfohlen. Doch in Apotheken und Drogerien werden so viele Präparate angeboten – worauf kommt es beim Kauf an?
Prof. Vormann: Neben der täglichen Dosierung von mindestens 300 mg Magnesium ist für die Wirksamkeit eines Präparates vor allem die Art der enthaltenen Verbindungen (Salze) entscheidend. Die Wirkunterschiede verschiedener Magnesiumsalze beruhen in erster Linie auf deren unterschiedlicher Bioverfügbarkeit. Dabei hat sich besonders der Wirkstoff Magnesiumcitrat – wie er beispielsweise in Magnesium-Diasporal 300 enthalten ist – bewährt. Hier handelt es sich um eine körpereigene Verbindung, die vom Organismus schnell aufgenommen wird und besonders gut verträglich ist.
- Bestimmte Mineralstoffe wie beispielsweise Calcium sollen nicht gemeinsam mit Magnesium eingenommen werden. Wieso?
Dr. Gaber: Bei gleichzeitiger Einnahme von Magnesium und Calcium in hoher Dosierung (z.B. 300 mg Magnesium und 1000 mg Calcium) können sich beide Mineralstoffe bei der Aufnahme im Darm gegenseitig beeinträchtigen. Daher ist es ratsam, zwischen der Einnahme von hoch dosierten Magnesium- und Calciumpräparaten zwei bis drei Stunden Abstand zu halten. Empfohlen wird, Calcium morgens und Magnesium abends einzunehmen. Für niedriger dosierte Kombinationspräparate gilt dies im Übrigen nicht. - Woran kann ich erkennen, ob ich ausreichend mit Mineralstoffen, beispielsweise Magnesium, versorgt bin?
Prof. Vormann: Einen Magnesiummangel erkennen Sie am besten anhand seiner Symptome. Entsprechende Anzeichen können sich beispielsweise durch Verspannungen der Hals-, Nacken- und Schultermuskulatur sowie durch Waden- und Fußkrämpfe äußern. Auch bei Migräne-Patienten oder spannungsbedingten Kopfschmerzen kann häufig eine Magnesiumunterversorgung festgestellt werden. - Sollte man Magnesium regelmäßig über einen längeren Zeitraum nehmen oder reicht eine kurzzeitige Einnahme, um einen Mangel auszugleichen?
Stefanie Mollnhauer: Eine kurzzeitige Einnahme ist nicht sinnvoll. Denn um eine langfristige Normalisierung der Magnesiumkonzentration im Körper zu gewährleisten, müssen die Mineralstoffspeicher wieder aufgefüllt werden. Dazu sollte über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen die tägliche Zufuhr in der von der WHO empfohlenen Dosis von 300 mg Magnesium erfolgen. - Kann man Magnesium auch überdosieren?
Dr. Gaber: Die bekannteste Nebenwirkung von Magnesiumpräparaten ist eine gewisse Stuhlerweichung bis hin zum Durchfall. Dieser kann zwar gelegentlich dosisabhängig auftreten, ist aber unbedenklich, da er meist nach einer gewissen Gewöhnungsphase oder nach Reduktion der Dosierung wieder abklingt. In sehr seltenen Fällen kann es auch zu Müdigkeitserscheinungen kommen. In solchen Fällen empfiehlt es sich, ein Präparat aus der Apotheke vor allem abends kurz vor dem Schlafen einzunehmen. - Ich habe eine Laktoseintoleranz. Kann ich trotzdem Magnesiumpräparate nehmen?
Prof. Vormann: Bei einer bestehenden Laktoseintoleranz spricht nichts gegen die Einnahme eines Magnesiumpräparates. Sie sollten jedoch auf laktosefreie Präparate zurückgreifen, die in der Apotheke erhältlich sind. - Wieso gilt Magnesium als lösliches Trinkgranulat gerade für ältere Menschen als besonders vorteilhaft? Dürfen damit andere Medikamente eingenommen werden?
Dr. Tiedemann: Grundsätzlich empfiehlt es sich für ältere Menschen, Magnesium in Form eines Trinkgranulates einzunehmen, da im Alter die Flüssigkeitszufuhr oft nicht ausreichend ist. So wird nicht nur das Magnesiumdefizit ausgeglichen, sondern gleichzeitig auch etwas gegen das Flüssigkeitsdefizit getan. Allerdings können Wechselwirkungen zwischen Magnesium und anderen Arzneimitteln bestehen. Fragen Sie daher am besten Ihren behandelnden Arzt, ob Sie Ihre Medikamente zusammen mit Magnesium einnehmen können.
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.diasporal.de
(neuer, kostenloser Magnesium-Test, Magnesium-Bedarfsrechner)
www.dge.de
(Homepage der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V.)
(Redaktion / HKI)
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