Interview
Interview mit Christian Rach über seine Restaurantschule
Hamburg. Christian Rach, Hamburger Koch mit Michelin-Stern, ist bei Feinschmeckern seit langem eine feste Größe. Dem ganz großen Publikum bekannt wurde er mit der TV-Show "Rach, der Restauranttester". Nun hat der 53-jährige ein neues TV-Projekt begonnen, das ihn seiner „wahren Berufung“ als sozial engagierter Meisterkoch vielleicht noch näher bringt.
„Ich verlange Fleiß, Einsatzbereitschaft, Pünktlichkeit...!“
In "Rachs Restaurantschule" gab er zwölf Arbeitssuchenden zwischen 17 und 44 Jahren die Chance, unter seiner Anleitung in einem Hamburger Restaurant ein Praktikum zu absolvieren. (RTL bringt die Sendung in acht Folgen seit dem 30. August 2010 jeweils montags um 21:15 Uhr.)
Christian Rach als wacher Unternehmer, strenger Ausbilder, einfühlsamer Team-Psychologe… ist an Ihnen ein Sozialarbeiter verloren gegangen?
Christian Rach: „Ganz grundsätzlich und an den Anfang: Das Gejammer muss aufhören. Wir alle müssen die Dinge selbst in die Hand nehmen und nicht darauf warten, dass jemand anderes es richtet. Genauer: Wir können nicht darauf warten, dass der Staat, sprich die Bundesagentur für Arbeit alles regelt. Sondern wir Unternehmer müssen das in die Hand nehmen.“
Das tun Sie ja jetzt in „Rachs Restaurantschule“!
Christian Rach: „Ja. Es kann nicht sein, dass jemand über 40 keinen Job mehr bekommt. Auch Menschen, die auf Hartz IV sind oder mal im Knast waren, brauchen eine neue Chance."
In wie weit haben Sie und RTL mit den Arbeitsagenturen zusammengearbeitet, um Kandidaten für die Sendung zu finden?
Christian Rach: „Wir haben aufgerufen, dass sich Leute melden, die bisher keine Chance im Berufsleben hatten. Wir haben gefragt: Wer ist auf Harz IV, wer lebt von Sozialhilfe, wer hat schon hunderte Bewerbungen geschrieben, wer war schon mal im Knast und schreibt Bewerbungen und bekommt keine Stelle mehr. Wir haben auch Jugendliche aufgenommen, die in dem Förderungsprogrammen der Agenturen sind. Weil man auch dort diese Not erkennt und versucht, solche Jugendliche wieder in Lohn und Brot zu bringen.“
Wie sieht bei der Restaurantschule die soziale Verantwortung aus?
Christian Rach: „Alle bekommen hier eine Ausbildung! Ziel ist es, alle Zwölf durchzubekommen. Ob das funktioniert, muss man sehen. Es ist ein reiner Ausbildungsbetrieb, der aber auf wirtschaftlich eigenen Beinen steht und nicht am Säckel einer staatlichen Institution hängt. Wir haben keine Zuschüsse beantragt. Sondern ich sage, es muss so und so und so funktionieren. Das Restaurant ‚Slowman’ im Hamburger Chilehaus habe ich zusammen mit Geschäftspartnern übernommen. Wir führen den Laden als ganz normales Unternehmen. Das heißt, mit allen Risiken und Gewinnchancen, die ein Restaurant nun mal hat.“
Wie hart sind Sie als Chef?
Christian Rach: „Ich halte nichts von Samthandschuhen in der Ausbildung. Lehrjahre sind keine Herrenjahre, dieser Satz gilt immer noch. Das Erste, was wir schaffen mussten, das war die Pünktlichkeit. Bei vielen lief das nach dem Motto: Komm ich heut nicht, komm ich morgen. Also, wenn ich als Chef sage, um Punkt 8.00 Uhr ist Arbeitsbeginn, dann meine ich auch acht und nicht viertel nach acht.“
Was muss einer mitbringen, um in der Gastronomie zu bestehen?
Christian Rach: „Fleiß, Einsatzbereitschaft, Pünktlichkeit... Ich möchte das aber gar nicht auf diese Branche reduzieren. Das gilt übergreifend für alle Berufssparten. Man braucht einen starken Ausbilder und ein Konzept, das es zulässt, sich zu entwickeln. Bei der Kochschule will ich zeigen, dass es funktioniert.“
Wie war Ihre Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit?
Christian Rach: „Super! Funktion, Zentralisierung, alles richtig! Ich verstehe jetzt auch die psychische Belastung der Mitarbeiter dort, die ständig mit sozialen Problemen konfrontiert werden. Und der Druck, Arbeitssuchenden so oft einen negativen Bescheid geben zu müssen, das ist sicher hart.“
Wie sehen Sie die Jugend von heute?
Christian Rach: „Für jedes Paar Jeans oder Turnschuhe müssten die jungen Leute mal arbeiten. Wir leben doch in einer Wohlfahrtssituation. Für viele sind zehn Euro nichts mehr wert. Aber wenn man plötzlich für zehn Euro arbeiten muss, dann weiß man, wie viel die wert sind. Wir müssen wieder ein Wertesystem schaffen. Man muss wieder dahin kommen zu merken, dass Erfolg nichts Kurzfristiges, Schnelles ist. Und: Nur im Team ist Erfolg erreichbar. Viele haben den Eindruck, dass man innerhalb von acht Wochen vom Nichtskönner zum Star werden kann. Das ist natürlich ein Trugschluss.“
Was für einen Rat haben Sie für Jugendliche?
Christian Rach: „Bildung, Bildung, Bildung! Das ist die Grundlage. Darauf basiert dann später die Ausbildung. Und nur wer beides erkannt hat, hat die Chance, im Berufsleben Erfolg zu haben. Dran bleiben, auch wenn es mal weh tut, den inneren Schweinehund überwinden. Diesen Rat gebe ich auch meinen eigenen Kindern!“
Weitere Infos zu "Rachs Restaurantschule" finden Sie hier!
(Bundesagentur für Arbeit)
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Ich finde das Projekt von Christian Rach im Zusammenarbeit mit RTL wirklich sehr gut. So wird einen Personenkreis eine Arbeitsstelle ermöglicht, die wohl im "normalen" Leben eher zur Hartz IV-Schicht gehören würden. Es sollten viel mehr Betriebe und ich meine nicht die ganzen Großfirmen, sondern auch der kleinere Selbstständige diesen Personen eine Chance geben.
Finde das Projekt prinzipiell auch gut. In der ersten Folge (glaube ich) wurden alle kurz vorgestellt und das "Problem" wurde kurz eingeblendet...Kriminell...ehemaliger Knacki...Drogendealer...und: Übergewichtig...da lag ich fast auf dem Boden vor lachen. Also als wäre das genauso schlimm wie kriminell zu sein...
Kann doch nicht so schwer sein, als deutscher Journalist die paar Regeln Satzlehre zu beherrschen! *seufz*
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- Christian Rach
Meisterkoch - Angela Roters
Köln's First Lady - Gerd Lony
BODYtrust - Frank-Jürgen Weise
Chef der Bundesagentur für Arbeit - Marco Pustisek
Schauspieler - Jenny Elvers-Elbertshagen
Schauspielerin - Dr. Norbert Walter-Borjans
Wirtschaftsdezernent - Ralf Schumacher
Rennfahrer - Isabella Yvonne Gabor
Eventmanagerin - Bud Spencer
Schauspieler - Wilhelm Luxem
Direktor Excelsior Hotel - Paco Comino Lopez
Inhaber Hair by PACO - Christoph Kuckelkorn
Bestatter und Vize-Präsident des Kölner Karneval - Jennifer Palm
Wedding-Planerin - Peter Millowitsch
Schauspieler
- Höhner
Musiker - Juli
Musiker - Volk und Knecht
Kabarett - Sunrise Avenue
Musiker - Ute Berg
Chefin des Kölner Wirtschaftsdezernats - Michael Korbmacher
Vorsitzender des Rings Lindenthaler - Brgitte Christoph
Charity-Lady - Skunk Anansie
Musiker - Alexandra Kamp und Volker Brandt
Schauspieler - Juli
Musiker - Jürgen Roters
Oberbürgermeister der Stadt Köln - King Size Dick
Musiker - Tim Toupet
Musiker - Prof. Klaus-Peter Dreykorn
Coach - Anke Fabian
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